Pascholl!

Ein Volksroman aus der Franzosenzeit.
Autor: Beyer, Carl (1847–1923), Erscheinungsjahr: 1912

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Themenbereiche
Enthaltene Themen: carl beyer, pascholl, Roman, Buch, Literatur, Franzosenzeit, Schwerin
Inhaltsverzeichnis
  1. I. Das Findelkind.
    1. - 02 - Die Alte kicherte. „Ach, der Signor scherzt, ach Gott, nein, er scherzt. Ja, wenn ich solch ein Kindchen hätte, ...
    2. - 03 - Die Alte schlief eine Weile und entdeckte beim Erwachen, daß der Abend nahte; sie hielt von der Dämmerung ...
    3. - 04 - Der Bürgermeister hatte gewiß schon viel Elend gesehen, aber dieser Bericht, der sehr klar herauskam, ...
    4. - 05 - Frau Klementia war lange Jungfer bei einer süddeutschen Gräfin gewesen und hatte in jener Zeit eine Menge ...
  2. II. In der Zucht der Kleinstädter.
    1. - 02 - So kam Eva in den Unterricht des Rektors Trautmann, und wie sie sonst spielend durch das Leben geglitten war, ...
    2. - 03 - Ollhöft, der alte, schrecklich hinkende Torwärter, war ihr ein Greuel, weil er noch nicht ein einziges Mal, ...
    3. - 04 - „Sie sehen so feierlich aus,“ sagte Fromm etwas spöttisch, denn er bildete in allem so ziemlich das gerade ...
  3. III. Die Vorboten des Unheils.
    1. - 02 - In der Stadt wurde man des außerordentlichen Ereignisses schnell gewahr. Die Jungen liefen neben der Post ...
    2. - 03 - Als der Polier die Emigranten so herauskomplimentiert sah, feixte er über das ganze Gesicht. Sofort schoß ...
    3. - 04 - Der Kaufmann Wipper hatte inzwischen mit der Guillotine gespielt. „Klapp - ein Kopf, klapp - ein Kopf, klapp ...
    4. - 05 - Die tapferen Wanddrücker brachten die Kunde von dem Geschehenen in ihre Häuser, und da ihnen daran lag, ...
    5. - 06 - Mademoiselle Duvendier saß in ihrem Zimmer am Klavier, und da der Tag schön war und die Sonne noch ...
  4. IV. Der Einbruch der Franzosen.
    1. - 02 - „Das wäre noch besser!“ „Was haben wir mit Napoleon zu tun?“ „Da müßte er lange Beine haben.“ ...
    2. - 03 - Hui, das schwirrte durcheinander, der eine schrie, der andere schalt über die Narren, die alles glaubten, ...
    3. - 04 - Plötzlich eine helle Stimme, die alles übertönte: „Na, ihr da oben, ihr wollt die Parlewus wohl mal zeigen, ...
    4. - 05 - Ihr wurde plötzlich seltsam zumute. Sonst hätte sie der laufenden Männer gespottet, jetzt war es ihr, ...
    5. - 06 - Er fand die Gellertschen Eheleute bei der Arbeit, die am Morgen geschlachtete Sau zu zerlegen, dabei ...
    6. - 07 - Die drei Weiber hatten die Lösung des Rätsels gefunden und trugen sie nun auf ihren Rundgängen in die Küchen ...
    7. - 08 - „Was sollen wir ausgeplünderten Leute wohl anfangen? Sie ahnen nicht, wie leer die Häuser sind, die Franzosen ...
    8. - 09 - „Das Mädchen vertraue ich Ihrem Hause an,“ sagte Frau Gellert und schüttelte die Hand kräftig wieder, ...
    9. - 10 - „Alle sollen Brüder sein, aber deswegen sollen doch nicht alle einerlei sein. Gott selbst ist es doch auch, der ...
    10. - 11 - Dann fand sich beim Quartierwechsel ein Unteroffizier, der, nachdem er sein Pferd in den Stall gezogen, sich ...
    11. - 12 - So war Scholte, der alsbald von den Städtern Kaper Scholte genannt wurde. Warum? wer hatte es aufgebracht? ...
    12. - 13 - Am ersten Abend saß Eva wieder auf der Bank hinter dem Hause am Hofe, wo sie als Kind so manchmal ...
    13. - 14 - „Wir mußten hier immer wach sein, dafür sorgten die Franzosen. Weißt du, Eva, ich möchte wohl mit ...
  5. V. Die Pascher.
    1. - 02 - Die Douaniers hatten viel Langeweile und verlangten nach Billards, nahmen aber in deren Ermangelung ...
    2. - 03 - Und die erste Gerichtsperson in der Stadt, der Gerichtsrat Fromm, der doch sonst seine Spürkraft gern bewies, ...
    3. - 04 - „Sie wohnen hier recht hübsch, ist Ihnen die Färberei nicht unbequem?“ Trautmann stand in seiner hageren Figur ...
    4. - 05 - Der Gerichtsrat ahnte natürlich davon nichts. So putzte er denn zu Hause eifriger an sich herum und zog, ...
    5. - 06 - Die Aufwärterin fühlte in dieser Zeit ihre Bedeutung. Dem Gerichtsrat redete sie vor, daß keiner etwas von ...
    6. - 07 - Der hagere Armand Vetterlin hatte in Ermangelung eines besseren Sitzes die niedrige Wasserbank aus der ...
    7. - 08 - Beide standen auf, gingen dem Hunde nach und sahen auf den Sand. Der Korporal bückte sich, nahm einige Körner ...
    8. - 09 - „Pah, die Folltigören?“ Frau Klementia warf den Kopf „Ich bediene solche Kundschaft mit aller Promptetee. ...
    9. - 10 - „Hscht, hscht, kleine Unvorsicht, wer spricht davon zweimal hintereinander, einmal ist schon zu viel. Ollhöft? ...
    10. - 11 - „Holla,“ sagte Ollhöft, „das sieht ja aus als Flucht vor dem Feinde. Vor wem retirierst du denn hier ins Lager?“ ...
    11. - 12 - Weithin flog der Ruf und erreichte eine Schar Männer, die in langer Reihe auf der Landstraße heranzog. Der Zug ...
    12. - 13 - „Wer rief um Hilfe?“ „Wo ist er denn?“ fragte Scholte. „Wer? was? wer soll da sein?“ ...
    13. - 14 - Entsetzlich war das Schweigen solcher Nacht, die Todesstille auf den Straßen. Und er allein mußte wachen ...
    14. - 15 - Es war, als sollte der Pascherführer nicht zur Ruhe kommen, denn eines Tages ließ gar der Gerichtsrat ...
    15. - 16 - In Schwerin aber begann die Unruhe über die Nachricht von der Massenslucht der Seeleute, dem Übertritt ...
  6. VI. Ein verhängnisvoller Tanz.
    1. - 02 - Der Vietlübber war bei diesen Klagen auf dem Stuhl hin- und hergerückt, als wären sie ihm unbehaglich. ...
    2. - 03 - „Nein, deshalb nicht, aber da ist noch ein Herr von Distinktschon, der macht sich am hellichten Tage ...
    3. - 04 - Aber die Offiziere erfuhren durch ihre Burschen von dem kleinen allerliebsten Fräulein, das mit überraschender ...
    4. - 05 - Die Hausfrau eilte in ihrer Unruhe in die Küche, wo mittlerweile schon aufgeräumt wurde. ...
    5. - 06 - Inzwischen war auf Evas Antreiben Johann fertig geworden und abgefahren, er beeilte sich nicht recht vorwärts ...
    6. - 07 - „Ja so,“ rief der Wagenlenker,“das hätte ich voraussehen müssen, das erträgt kein Pferd. Ich danke Ihnen, ...
    7. - 08 - Da kam Dugesch, die die bewegte Zeit benutzte, Neuigkeiten herumzutragen und dabei allerlei Gaben einzuheimsen. ...
    8. - 09 - Aber er war schon da, seine helle Stimme, die sich in der Wut überschlug, ließ sich draußen hören, die Tür ...
    9. - 10 - Eva ordnete die Speisen, sie hatte auch für sich ein Gedeck mitgebracht, wie der Oberst mit Befriedigung festtellte, ...
    10. - 11 - Eva hatte bei dem gewagten Sprung keinen Gedanken gefaßt, aber frühere Übung und die Geschmeidigkeit ...
    11. - 12 - Sie wandte sich ab und atmete auf, denn ihr war da ja unwillkürlich die letzte Rettung vor Schmach und ...
    12. - 13 - Wieder lachte Matthies häßlich. „Der sollte solches Mädchen aus den Händen lassen? Glaubst du ihr, Hinnick? ...
    13. - 14 - Dann schlug der Trommler seinen Marsch, die Trompeten riefen, das Regiment sammelte sich und zog ...
    14. - 15 - Fromm durchlebte sie zitternd im Grübeln und immer erneuertem Schrecken und fühlte sich am Morgen ganz ...
  7. VII. In Bedrängnis von Freund und Feind.
    1. - 02 - Nach einer Weile sagte der Wirt, der merkte, daß von den beiden nichts mehr zu haben war: „Wenn ich euch ...
    2. - 03 - Eva ging hinaus, sie ging jetzt fast immer nur, wenn sie geschickt wurde. Oben begann sie gedankenlos ...
    3. - 04 - „Wärst du damals um Rat zu mir gekommen, so hätte ich weiter nichts tun können, als mit dir beten. ...
    4. - 05 - „Eva,“ sagte Clothilde, „gib acht, das ist ein Freier, und es ist kein übler Anhalt in dieser bösen Zeit. ...
    5. - 06 - „Mein Lieber, das ist ein aufrührerischer Gedanke.“
      „Ein aufrührerisches Gestanke? Ja, dat rührt mal ...
    6. - 07 - Scholte trabte vergnügt in der Stadt herum, und wo er einen Mann traf, der ihm als zuverlässig bekannt war, ...
    7. - 08 - Matthies hatte nicht gewagt zu schreiben, weil es allgemein bekannt war, daß die kaiserlichen Spione sogar bis ...
    8. - 09 - „Onkel, Onkel!“ rief sie, „das ist entsetzlich - o jetzt weiß ich es plötzlich - das ist so schrecklich - ich habe ihn ...
    9. - 10 - „Ich war immer so sicher unter eurem Schutz,“ sagte Eva, „und doch hat stets etwas, das in grauer Ferne drohte, ...
    10. - 11 - Die Kälte aber minderte sich nicht, sondern wuchs. Schon im November hatten die Männer sich Ohrenklappen umbinden ...
    11. - 13 - „Ja, Frau Scholte, da müssen Sie ihn selbst fragen, Sie können leicht erfahren, wo er wohnt,“ war die Antwort. ...
    12. - 15 - „Warum hast du dir denn eine solche ausgesucht?“„Ich sie ausgesucht? sie hat mich ausgesucht, sie ...
  8. VIII. Der Sturm bricht los.
    1. - 02 - Immer deutlicher drangen die Nachrichten vom Untergange der großen Armee durch, immer ...
    2. - 03 - Als aber der General Morand seine Truppen aus Pommern auf der Mecklenburger Landstraße auch ...
    3. - 04 - Als der Gottesdienst geschlossen war, gingen die Massen ohne wesentliche Bewegung davon, ...
    4. - 05 - Sie schwieg, aber ihre leuchtenden Augen sprachen weiter.
      „Ja, wenn der Blücher und der York ...
    5. - 06 - Dieses ganze Vaterland ist jetzt in gemeinsamer Not, dieselbe eiserne Hand fühlt es im Nacken, ...
    6. - 07 - Aber das Paar behielt die Ringe nicht, es lenkte beim Fortgehen die Schritte wie selbstverständlich ...
    7. - 08 - Und endlich kamen die Verordnungen zur Errichtung von Landwehr und Landsturm, die gaben ...
    8. - 09 - Eva hoffte, seine Gedanken durch den neuen Einfall für eine Zeitlang zu fesseln und gab ihm ...
    9. - 10 - Der Zettel blieb auf dem Tische liegen, sie schlich die Treppe hinab und gewann nun, da ihr Entschluß ...
    10. - 11 - Inzwischen hatte Gellert mit Trautmann im Verein geforscht und beraten und festgestellt, ...
    11. - 12 - Sie traten zurück, aber der Kosakenführer bot dem Wachtmeister Brot und Branntwein ...
    12. - 13 - Alle waren vergnügt und lobten Eva, daß sie so tapfer sich gehalten hätte, dann begannen sie Gewehre ...
    13. - 14 - Sie ließ dem zitternden Mädchen ein paar freundliche Liebkosungen zukommen. „So geht’s ...
  9. IX. Im Felde.
    1. - 02 - Pferde gab es nun also für den Anfang in Strelitz, sogar ein rechter Wachtmeister war schon da, ...
    2. - 03 - Matthies saß lange still da und rührte sich nicht. Das arme Mädchen! Hatte es geirrt, so war es ...
    3. - 04 - Inzwischen war ein Planwagen, der vorsichtig durch die Reihen durchgeführt wurde, herangekommen. ...
    4. - 05 - „Das ist ‘n Landsmann, Exzellenz, n echter Rostocker: noch einen? Vorrat ist da, wir sind gestern ...
    5. - 06 - „Wie ist das Terrain darüber nach Süden?“ „Dreihundert Schritte flaches Feld, dann ein Sumpf, ...
    6. - 07 - „Nein, o nein!“ Eva rief’s, sie war aus dem Wagen gesprungen und lief heran. „Der General ...
    7. - 08 - „Ich melde, daß alle hier ihre Pflicht getan haben bis auf den letzten Mann,“ lautete die mühsam ...
    8. - 09 - „Werde ich tun, wie du auch abwinkst, heraus soll das und muß das. Meinst du, daß es für die andern gut ist, ...
    9. - 10 - Der Donner der Geschütze verstärkte sich, hart über die Reiter fuhr ein merkwürdiges Sausen hin, ...
    10. - 11 - „Noch ziehen sie nicht ab, hören Sie nur,“ bemerkte der Oberst. ...
    11. - 12 - Doch was war das? Da war etwas dicht hinter ihm? Unerhört! es gab doch keinen besseren Renner ...
    12. - 13 - Seine Gedanken verwirrten sich unter solcher Qual. O wäre er doch damals gestorben ...
  10. X. Die Heimkehr.
    1. - 02 - Da kam eines Tages im April Gellert sehr vergnügt nach Hause, er hatte draußen wieder ...
    2. - 03 - „Gellert, du bist ein großes Kind. Mit eurem Fechten hier war es nicht weit her, das hast ...
    3. - 04 - „Wo ist denn der Rektor geblieben?“ fragte Frau Scholte.
      „Der ist wohl still beiseite ...
    4. - 05 - Sobald die Parzen, die die Zeit zum Abschneiden ihres Fadens gekommen erachteten, ...
    5. - 06 - Inzwischen hielten die Älterleute und Offiziere der Schützenzunft im Schützenhause, ...
    6. - 07 - Er wanderte durch das Tor, der Wärter unterließ wegen seiner Uniform und seines Benehmens, ...
    7. - 08 - Eva stand ganz bestürzt und verlegen da, Hunderte starrten sie an, lächelnd, ermunternd, ...
    8. - 09 - Eva stand ganz bestürzt und verlegen da, Hunderte starrten sie an, lächelnd, ermunternd, ...
Carl Beyer wurde am 14. Februar 1847 in Schwerin geboren und starb am 25. November 1923 in Rostock. Er studierte in Rostock Theologie und war von 1875 bis 1900 Pastor in Laage. Von 1900 bis 1923 lebte er in Schwerin und Rostock. Er war Mitherausgeber und Mitverfasser der „Mecklenburgischen Geschichten in Einzeldarstellungen“. Vor allem aber wurde er bekannt als Autor sehr vieler kulturhistorischer Erzählungen und Romane. Für seine historisch-literarische Arbeit zeichnete ihn die Universität Rostock 1922 mit der Ehrendoktorwürde aus.

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Mecklenburg-Schwerinsche-Brigade Offiziere

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Mecklenburgische Freiwillige

Mecklenburgische Freiwillige

Mecklenburg-Schwerinsche-Grenadiere

Mecklenburg-Schwerinsche-Grenadiere

Wilhelm Graf von Schwerin 1773-1815, gefallen in der Schlacht von Belle-Aliance.

Wilhelm Graf von Schwerin 1773-1815, gefallen in der Schlacht von Belle-Aliance.

J. Chr. Hermann Graf von Schwerin, 1776-1858.

J. Chr. Hermann Graf von Schwerin, 1776-1858.

Theodor Koerners Grab.

Theodor Koerners Grab.