Die Befreiung 1813 - 1814 - 1815. Teil 1

Urkunden Berichte Briefe mit geschichtlichen Verbindungen von Tim Klein
Autor: Wilhelm Langewiesche-Brandt, Erscheinungsjahr: 1913
Themenbereiche
Es ziehen die Dämonen,
schwanger mit Blut und Schmach,
doch die auf Sternen wohnen,
senden die Rache nach.

Ernst Moritz Arndt
Inhaltsverzeichnis
  1. Ernst Moritz Arndt in seiner Flugschrift Die Glocke der Stunde 1812
  2. Napoleons Proklamation an die große Armee. Hauptquartier Wilkowyszki, 22. Juni 1812.
  3. Aufruf des Grafen Rostopschin an die Russen nach der Besetzung Moskaus durch Napoleon.
  4. Clausewitz über den Brand von Moskau.
  5. Schlachtenmaler Adam über den Brand von Moskau.
  6. Ernst Moritz Arndt über Napoleon im Kremel.
  7. Napoleon über den Brand von Moskau.
  8. Arndt über den Freiherrn vom Stein in Petersburg.
  9. Der Freiherr vom Stein.
  10. Der Freiherr vom Stein bei der Nachricht vom Brande Moskaus.
  11. Aus dem 26. Bulletin der Großen Armee. Borowsk, 23. Oktober 1812.
  12. Der Freiherr vom Stein und die Kaiserin-Mutter von Rußland.
  13. Die deutsche Legion in St. Petersburg.
  14. Der württembergische Leutnant von Martens über die Kälte in Rußland. 6. und 7. November 1812.
  15. Eine französische Zeitungsnachricht mit russischer Anmerkung. 14. November 1812.
  16. Napoleon bei Krasnoi am 17. November 1812. - Von der Scheu des Fürsten Kutusow vor Napoleon.
  17. Der Freiherr vom Stein an den englisch-hannöverschen Minister Grafen Münster in London. St. Petersburg, 20. November 1812.
  18. Der Kaiser Napoleon auf der Flucht. Der Sergant der französischen Kaisergarde, Francois Bourgogne, erzählt vom 25. November 1812.
  19. Selbstmorde in der Großen Armee. (Memoiren des Generals Marbot.)
  20. Armeebefehl des russischen Admirals Tschitschagow mit einem Steckbrief auf Napoleon.
  21. Aus dem Kampf um die Beresinabrücke.
  22. Napoleon an seinen Minister des Auswärtigen Maret, Herzog von Bassano, in Wilna. Zaneki, rechtes Ufer der Beresina, bei Zembine, 29. November 1812.
  23. Aus dem 29. Bulletin der Großen Armee. Molodetschna, 3. Dezember 1812.
  24. Marschall Berthier über die vernichtete Armee.
  25. Marschall Ney kommt nach Königsberg. Mitte Dezember 1812.
  26. Clausewitz über die russische Verfolgung.
  27. der französische Botschafter in Warschau, Abbe de Pradt, über die Ankunft Napoleons in Warschau am 10. Dezember 1812. - Er.
  28. Der Freiherr vom Stein an seine Frau über die Vernichtung der Großen Armee. Wilna, Januar 1813.
  29. Von der Flucht der französischen Offiziere durch Ostpreußen. Ernst Moritz Arndt erzählt von einem Gespräch zwischen dem Freiherrn vom Stein und dem Regierungspräsidenten von Schön. Januar 1813:
  30. Das Fluchtlied. Gedichtet von dem deutschen Primaner Friedrich August (gest. 1870 auf dem Zimmer des Turnvaters Jahn Ende 1812.
  31. König Friedrich Wilhelm III. und die flüchtenden Offiziere der Großen Armee.
  32. Der märkische Edelmann von der Marwitz über Volk und König nach der russischen Katastrophe. Dezember 1812.
  33. von der Marwitz beim Staatskanzler Hardenberg, um Weihnachten 1812.
  34. General von Bülow fordert eine offene Sprache. Ende Dezember 1812.
Einleitung.
Zehn Jahre nach dem Tode Friedrichs des Großen übernahm der junge General Napoleon Bonaparte das Kommando über die französische Armee in Italien, und die Welt sah von nun an zwanzig Jahre lang ein Schicksal und ein Abenteuer ohne gleichen. Das revolutionäre Frankreich, aber auch das alte monarchische Europa hatte seinen Herrn und Meister gefunden. Wie alle großen Menschen der Geschichte kam er zu seiner Zeit. Zuerst war er der Mann der Demokratie. Sein Ehrgeiz griff aber weit über das Ziel der Festigung des tief erschütterten republikanischen Frankreich hinaus. Er führte die Revolution da weiter, wo er sie bei seinem Eintritt in die Geschicke Frankreichs vorfand: bei ihrem kriegerischen Vorschreiten in Europa. Sein erstes und sein letztes Mittel zur Macht, seine Leidenschaft und seine Kunst war der Krieg. Zwar führte dieser größte aller Kriegsfürsten stets den Frieden im Munde. Aber wenn er auch ernstlich den Frieden gewollt hätte, so konnte er ihn doch nicht schaffen. Denn zu früh schon hatte er sich am eigensten Leben der Völker vergriffen. Sein Weltreich brach zusammen, weil die Nationen Europas politisch zu hoch und zu selbständig entwickelt waren. Es wurde Europa zum Heil, daß Napoleon den kriegerischen Erfolg nicht wie Cäsar oder wie Friedrich der Große einer klar umgrenzten politischen Idee, sondern dem Phantom einer Weltmonarchie dienstbar machte. Napoleon hat Frankreich einen unsterblichen Kriegsruhm erkämpft, er hat die Grundlagen seines jetzigen Bestandes gelegt, - er hat aber auch, ganz gegen seine Absicht, die politische Erneuerung und Zusammenfassung der deutschen Völker in einen Nationalstaat vorbereitet. Vieles hat er zertrümmert, was nicht Wert war zu bestehen, und vieles gebaut, was dauern sollte. Beides tat er jäh, unerbittlich, mit raschen Griffen und Schlägen. Er zählte die Millionen von Menschenopfern nicht. Seine persönliche Anziehungskraft war dämonisch und ohne Grenzen; er war die Bewunderung, der Abscheu, das Verhängnis, - niemals die Liebe - der Welt. Kein Volk hat er erbarmungsloser mißhandelt als das deutsche. Jahrelang schleppte er Deutsche gegen Deutsche in den unnatürlichen Kampf. Deutsche Fürsten dienten ihm willig als Verführte oder Abtrünnige. Keinen Staat hat er bitterer gehaßt als den preußischen, und kein Herrscherhaus roher gedemütigt als die Hohenzollern. Er wußte, was er tat, als er die preußische Großmacht entwaffnete. Aber gerade dieser norddeutsche Staat half vor allen anderen ihm den Untergang bereiten. Nachdem er die Schöpfung Friedrichs des Großen zerstört hatte, erstand im Norden Deutschlands aus dem Haß gegen den Unterdrücker und aus Verzweiflung über die Not der Zeit, vor allem aber aus einer großartigen sittlichen, geistigen und politischen Selbsterneuerung in vollkommener Klarheit der nationale Gedanke. Die innere Abhängigkeit der deutschen von der französischen Kultur war den Zeitgenossen durch die Weltstellung Napoleons gern als eine geschichtliche Notwendigkeit, ja als ein Glück für die Völker erschienen. Die Befreiung vom fremden Joche aber geschah im Zeichen der tiefen neuen deutschen Bildung aus dem Geiste Kants, Goethes, Schillers, der Romantik. Einmal zum Bewußtsein vom Werte des eignen Wesens erwacht, von kühnen und entschlossenen Führern aufgerüttelt, neugeordnet und geführt, konnte das deutsche Volk es wagen, die ungeheure Macht des neurömischen Weltreichs zu brechen. Das deutsche Volk mit seinem Heerbann war der stählerne Kern der Völkerheere. England kämpfte um die Herrschaft über die Meere, Rußland um den Besitz Polens, Österreich um seine alte Machtstellung, Preußen kämpfte um seine Existenz. Es ergriff allein in diesem entscheidenden Ringen mit tiefer Leidenschaft den Gedanken geschichtlicher Vergeltung und das Ziel geschichtlicher Bestimmung für die Zukunft: Freiheit und Einheit. Wenn der Befreiungskrieg mit dem Sturze des Unterdrückers endigte, so war dieser Erfolg nicht das Verdienst der verbündeten Fürsten und Kabinette, die vielmehr das Befreiungswerk durch Kleinmut, Eigennutz, Neid und Mißtrauen oft genug in Gefahr brachten. Die Freiheit Europas ist von den Völkern erstritten worden, und die Seele des Widerstandes gegen Napoleon waren in Deutschland die besten Männer, die man im geheimen unlauterer Ziele verdächtigt hat. Die Befreiungskriege offenbarten die Sünden einer Politik, die den Geist der Zeit nicht verstand und in der Angst vor dem Volke dieses um den Preis seiner Mühen brachte. So nahm die gewaltige Zeit ein Ende in Erschöpfung und Stillstand. Aber durch Zerklüftung und Ohnmacht hindurch retteten sich die großen Antriebe jener Epoche, bis im Kampfe mit einem Napoleoniden eine spätere, schlachtenmächtige Zeit unter der Führung von Männern, die der Ahnen wert waren, das Deutsche Reich schuf.

Dr. Tim Klein.

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Die Befreiung 1813-1814-1815, Original-Cover

Die Befreiung 1813-1814-1815, Original-Cover

Ostpreußisches National-Kavallerie-Regiment, Preußen

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Schlesisches National-Kavallerie-Regiment, Preußen

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Blücher, Gemälde von Gebauer (Hohenzollernmuseum)

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Die Trümmer der französischen Armee bei ihrer Rückkehr ins Vaterland. 2

Die Trümmer der französischen Armee bei ihrer Rückkehr ins Vaterland. 2

Die Trümmer der französischen Armee bei ihrer Rückkehr ins Vaterland. 3

Die Trümmer der französischen Armee bei ihrer Rückkehr ins Vaterland. 3

Die Trümmer der französischen Armee bei ihrer Rückkehr ins Vaterland. 1

Die Trümmer der französischen Armee bei ihrer Rückkehr ins Vaterland. 1

Die Trümmer der französischen Armee bei ihrer Rückkehr ins Vaterland. 4

Die Trümmer der französischen Armee bei ihrer Rückkehr ins Vaterland. 4