Aus dem 29. Bulletin der Großen Armee. Molodetschna, 3. Dezember 1812.

. . . Die Kälte, die am 7. begonnen hatte, stieg plötzlich, und vom 14. auf den 15. und 16. zeigte das Thermometer 16 und 1^ Grub unter Null. Die Wege bedeckten sich mit Glatteis, die Pferde der Kavallerie, der Artillerie und des Trains fielen allmählich nicht zu Hunderten, sondern zu Tausenden, vor allen die französischen und die deutschen. In wenigen Tagen gingen mehr als 50.000 Pferde zugrunde, unsere Kavallerie sieht sich zu Fuß, unsere Artillerie und unser Train sind ohne Bespannung. Wir mußten ein gut Teil unserer Geschütze und unserer Kriegs- und Mundvorräte im Stich lassen und zerstören. Diese Armee, am 6. noch so schön, war am 14. nicht mehr zu erkennen, - fast ohne Kavallerie, ohne Artillerie ohne Train . . . Der Feind, der auf dem Wege die Spuren dieses entsetzlichen Unglücks sah, das die französische Armee getroffen, suchte Vorteil daraus zu ziehen. Er umringte alle Marschkolonnen mit seinen Kosaken, die, wie die Araber in den Wüsten, die vom Weg abgekommenen Trains und die Wagen wegnahmen. Diese verächtliche Kavallerie, die nur Lärm macht und unfähig ist, eine Kompagnie leichten Fußvolks in Grund zu reiten, machte sich, von den Umständen begünstigt, furchtbar . . . unsere Kavallerie hat solchen Mangel an Pferden, das, man die Offiziere, denen ein Pferd geblieben ist, Zusammen nehmen musste, um 4 Kampagnien zu je 150 Mann zu bilden. Die Generale taten hier den Dienst von Hauptleuten und die Obersten den von Unteroffizieren. Diese heilige Schwadron, vom General Grouchy kommandiert, unter dem Oberbefehl des Königs von Neapel, verlor bei allen Bewegungen den Kaiser nicht aus den Augen. Die Gesundheit Sr. Majestät war nie besser.

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Dieses Kapitel ist Teil des Buches Die Befreiung 1813 - 1814 - 1815. Teil 1