Napoleon über den Brand von Moskau.

Ein russischer Edelmann, namens Jakoblew, der ausgeplündert in Moskau umherirrte, weil er nicht rechtzeitig die Stadt verlassen hatte, wurde vor den Kaiser gebracht; durch ihn hoffte Napoleon zunächst auf Alexander einwirken zu können. Er sprach diesem Jakoblew seine große Entrüstung darüber aus, daß die Russen ihre Hauptstadt verbrannt hätten. „Meine Truppen,“ sagte der Kaiser, „haben beinahe alle Hauptstädte Europas besetzt, aber ich habe nicht eine einzige derselben anzünden lassen. In meinem ganzen Leben und während meiner Feldzüge ist durch meine Veranlass saug nur eine einzige Stadt in Brand geraten und zwar in Italien, aber auch dies geschah mehr zufällig durch den in den Straßen wütenden Kampf. Und Sie haben sich selbst entschlossen, Moskau niederzubrennen, das heilige Moskau, wo die Asche aller Vorfahren des Zaren ruht! Wer war der Gouverneur von Moskau?“ - „Der Graf Rostopschin“, Sagte Jakoblew. „Was ist das für ein Mann?“ - „Er ist durch seinen Verstand bekannt, Sire.“ - „Das kann sein,“ rief der Kaiser, „aber er ist wahnsinnig. Wenn der Kaiser Alexander den Frieden wünscht, alsdann braucht er mir ja nur davon Nachricht zu geben. Ich Sende ihm einen meiner Adjutanten, und wir können sofort Frieden schließen.“

(Rehtwisch, Napoleon in Rußland.)
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Dieses Kapitel ist Teil des Buches Die Befreiung 1813 - 1814 - 1815. Teil 1