Der Freiherr vom Stein an den englisch-hannöverschen Minister Grafen Münster in London. St. Petersburg, 20. November 1812.

... Es ist mir leib, daß Euer Exzellenz in mir den Preußen vermuten, und in sich den Hannoveraner entdecken - ich habe nur ein Vaterland, das heißt Deutschland, und da ich nach alter Verfassung nur ihm und keinem besonderen Teil desselben angehörte, so bin ich auch nur ihm, und nicht einem Teil desselben von ganzem Herzen ergeben. Mir sind die Dynastien in diesem Augenblick großer Entwicklung vollkommen gleichgültig, es sind bloß Werkzeuge; mein Wunsch ist, daß Deutschland groß und stark werde, um seine Selbständigkeit, Unabhängigkeit und Nationalität wieder zu erlangen, und beides in seiner Lage zwischen Frankreich und Russland zu behaupten; das ist das Interesse der Nation und ganz Europens; es kann auf dem Wege alter verfallener und verfaulter Formen nicht erhalten werden; dies hieße ein System einer militärischen, künstlichen Grenze auf den Ruinen der alten Ritterburgen, und den mit Mauern und Türmen befestigten Städten gründen zu wollen . . . Mein Glaubensbekenntnis ist Einheit.

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Dieses Kapitel ist Teil des Buches Die Befreiung 1813 - 1814 - 1815. Teil 1