Mecklenburg in Bildern 1842

aus Mecklenburgische Jahrbücher
Autor: Georg Christian Friedrich Lisch (1801-1883)
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Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg, Landesgeschichte, Fürstenhaus, Kulturgeschichte, Sittengeschichte, Sozialgeschichte, Sittenbild, Bistow, Neubrandenburg, Schwerin, Ratzeburg, Neustadt, Doberan, Wismar, Rostock
Der Stolz Mecklenburgs wird immerdar der Herzog Johann Albrecht I. (geb. 1525 † 1576) bleiben, von den Zeitgenossen der Gelehrte und Salomo genannt, ein edler Mann, gleich groß in jeder Richtung der Lebenstätigkeit. Von seinen Eltern, dem Herzog Albrecht dem Schönen zu Mecklenburg-Güstrow und der kirchlich gesinnten Anna, geb. Prinzessin von Brandenburg, in der Jugend sorgfältig gepflegt und erzogen, gewann er frühzeitig zu Hause und im Auslande eine seltene Bildung in den Künsten des Friedens und des Krieges, und trat geistig gereift schon im 23sten Jahre seines Alters nach dem Tode seines Vaters im Jahr 1547 neben seinem Oheim, Heinrich dem Friedfertigen, in die Regierung des Staates.

Sein milder Sinn bequemte sich einige Jahre in das ruhige Walten des Oheims, der mit Weisheit und Geschicklichkeit während der bewegten Zeit der Reformation zum Vorteil der evangelischen Lehre das Staatsruder gelenkt hatte. Aber die Gefahr für die evangelischen Fürsten ward immer größer, die Gewalt des spanischen Hofes Kaisers Karl V. für Deutschland immer drückender und bedenklicher. Da starb Heinrich am 6. Febr. 1552, und Johann Albrecht trat zu Schwerin die Regierung des ganzen Landes an, die er im Jahr 1554 wieder mit seinem Bruder Ulrich von Mecklenburg-Güstrow teilte. Keinen Augenblick zauderte der hochherzige Fürst, beim Antritt seiner Regierung das deutsche Reich und den evangelischen Glauben zu retten; sogleich stieß er mit Seinem kühnen und tapferen Bruder Georg, der am 20. Juli 1552 bei der Belagerung Frankfurts a. M. den Heldentod fand, an der Spitze von 600 Reitern zu den evangelischen Bundesgenossen, welche durch Hessen und Baiern flogen, die Engpässe Tirols vorzüglich durch den Heldenmut Georgs stürmten, mit der siegenden Allgewalt des Glaubens Alles vor sich niederwarfen, den Kaiser und die tridentinische Kirchenversammlung vor sich her jagten und schon am 2. August 1552 zu Passau den Religions-Frieden forderten und erhielten. [Auszug]

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Die Zisterzienser-Mönchs-Abtei Doberan ist das edelste Kleinod in dem geschichtlichen Schatze Mecklenburgs; innig verkettet ist ihre Geschichte mit den Schicksalen des Landes, so lange in diesem der christliche Glaube gewaltet hat. Aus den heiligen Mauern Doberans vorzüglich verbreitete sich im Wendenlande das Licht des Glaubens und die Wärme einer mildern Sitte und reinern Bildung. Daher schenkten auch früher die Fürsten und die Edlen des Landes dem reichen Kloster ihr besonderes Vertrauen, und bis auf die neuesten Zeiten ist die Kirche zu Doberan die Haupttotengruft für das Fürstenhaus gewesen. Wie gewöhnlich die glückliche Lage eines Ortes eine nachhaltige Quelle des Glanzes und Reichtums ist, so gewann auch Doberan lange nach dem Untergange der geistlichen Stiftung in neuern Zeiten wieder einen bedeutenden Ruf, als der Herzog Friederich Franz im Jahre 1793 hier das erste Seebad in Deutschland gründete. [Auszug]
Die Kirche - Das Doberaner Münster.

Die Kirche - Das Doberaner Münster.

Das Innere der Kirche zu Doberan.

Das Innere der Kirche zu Doberan.

Schwerin - Totalansicht

Schwerin - Totalansicht

Rostock Stadtansicht

Rostock Stadtansicht

Wismar, Stadtansicht

Wismar, Stadtansicht