Mecklenburg unter Wallenstein

und die Wiedereroberung des Landes durch die Herzöge
Autor: Otto Grotefend, Erscheinungsjahr: 1901

Exemplar in der Bibliothek ansehen/leihen
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg, Wallenstein, Herzog, Usurpator, Großherzog, Schwerin, Besitzergreifung
Mecklenburg unter Wallenstein - Einleitung


Die vorliegende Arbeit zerfällt naturgemäß in drei Abschnitte: die Besitzergreifung Mecklenburgs durch Wallenstein, der Usurpator als Landesherr, die Wiedereroberung des Landes durch die Herzöge.

                              ********************************
Während zu den beiden ersten Teilen die große Menge der gedruckten Quellen mir genügend Stoff bot, habe ich für den dritten Abschnitt hauptsächlich die Akten des Großherzoglichen Geheimen und Hauptarchivs zu Schwerin benutzen dürfen. Vor allem kommen hier die Acta invasionum hostilium in Betracht, ferner die Acta homagii, der Briefwechsel der Herzöge, besonders der des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg-Güstrow mit dem Obersten von Lohausen und mit dem schwedischen Gesandten Dr. Jakob Steinberg in Hamburg, schließlich die umfangreichen Akten über die langwierigen Untersuchungen, die von den Herzögen nach ihrer Rückkehr gegen den gefangenen Kammerregenten Heinrich Kustoß und mehrere in Wallensteinsche Dienste getretene Mecklenburger geführt wurden.

Das Schweriner (des Herzoge Adolf Friedrich) Archiv ist auch über die in Frage kommende Zeit im ganzen gut erhalten. Dagegen ist das Archiv der Güstrower Linie, soweit es nach dem Tode des letzten Herzogs († 1695) und der Auseinandersetzung in Folge des Hamburger Vergleichs (1701) ohne rechte Aufsicht in Güstrow belassen wurde, zum Teil im Laufe der Jahre als herrenloses und platzraubendes Gut vernichtet worden, bis in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts und in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts die Reste für das Schweriner Archiv gerettet wurden.

Wallenstein scheint sein mecklenburgisches Regierungs-Archiv mit sich genommen zu haben, und mit diesen Akten werden auch zahlreiche Aktenstücke aus der Zeit der früheren Herzöge dem Lande entzogen sein. Schon vor der Besitznahme Mecklenburgs hatte er sein Augenmerk darauf gerichtet gehabt, den Herzögen die Verfügung über ihre Archivalien zu entziehen; in einer bei den Schweriner Homagialakten beruhenden, allgemein gehaltenen Aufzeichnung dessen, was bei der bevorstehenden Einnahme Mecklenburgs alles zu geschehen habe, findet sich auch schon der Punkt: "Das Archivum alsbald zu versiegeln." Doch der Verbleib der aus dem Lande geführten Archivalien ist bis jetzt noch nicht aufgeklärt, da weder in Wallensteinschen noch in anderen böhmischen Privat-Archiven, soweit sie einzusehen waren, etwas davon gefunden worden ist. Bekannt ist nur, dass im Statthalterei-Archiv zu Prag unter dem Schlagwort Landtag sich mecklenburgische Landtags- und niedersächsische Kreistagsakten (Handakten des Güstrowschen Kreistagsgesandten Dr. Alb. Hein) aus den Jahren 1620-1628 befinden, die zumeist aus dem Güstrower Archive, nur in wenigen Bündeln auch aus dem Schweriner Archive stammen müssen. Auch liegen dort noch, bisher leider unerreichbar, Berichte des Wallensteinschen Statthalters von Wingersky über Gustav Adolfs militärische Fortschritte in Mecklenburg.

Was von Wallensteinschen Verwaltungsakten im Archiv zu Schwerin beruht, stammt meist aus dorthin abgegebenen Registraturen unterer Instanzen, ist also für eine allgemeine Darstellung von geringerem Werth. Die Kammerregistratur, die davon noch manches bessere, bei früheren Abgaben an das Archiv als wichtig zurückbehaltene Stück enthalten haben mochte, wurde 1865 beim Brande des Regierungsgebäudes ein Raub der Flammen, während das Archiv allein gerettet wurde.

>> weiter zum nächsten Abschnitt "Besitzergreifung" (Abschnitt 1)

                              ~~~~~~~~~~~~~

Von der benutzten Literatur stelle ich in nachstehendem die Hauptwerke, die ich in den Anmerkungen in stark abgekürzter Weise angeführt habe, mit ihren vollständigen Titeln in alphabetischer Ordnung zusammen.

Apologia, fürstlich mecklenburgische. Das ist: Hochnothwendige Vorantwortung vnd wolgegründete Deduktion der Vrsachen, Warumb die . . Fürsten vnd Herren, Herr Adolph Friederich vnd Herr Hans Albrecht Gebrüdere, Hertzoge zu Mecklenburg etc.. den Hertzog-Fürstenthumben vnd Landen nicht haben priviret vnd entsetzet werden können noch sollen. 1630.

M. J. de Beehr: Rerum Meclenburgicarum libri VIII, ed. Kappius. Lipsiae 1741.

Ernst Boll: Geschichte Mecklenburgs mit besonderer Berücksichtigung der Kulturgeschichte. Neubrandenburg 1855/56. II. Bd.

Robert Breyer: Wallensteins Erhebung zum Herzog von Mecklenburg. Diss. Göttingen 1881.

Friedrich Förster: Albrecht von Wallenstein, des Herzogs von Friedland und Mecklenburg ungedruckte Briefe und amtliche Schreiben aus den Jahren 1627-34. 3 Bde. Berlin 1828-29. (Angeführt als: Förster, Briefe.)

Friedrich Förster: Wallenstein, Herzog zu Mecklenburg etc.., als Feldherr und Landesfürst in seinem öffentlichen und Privatleben. Potsdam 1834. (Förster, Wallenstein.)

Friedrich Förster: Wallensteins Prozeß vor den Schranken des Weltgerichts und des k. k. Fiskus zu Prag. Leipzig 1844. (Förster, Wallensteins Prozeß.)

David Franck: Altes und neues Mecklenburg. XIII. Buch. Güstrow und Leipzig 1756.

Anton Gindely: Waldstein während seines ersten Generalats im Lichte der gleichzeitigen Quellen 1625-30. 2 Bde. Prag und Leipzig 1886.

J. P. Hassel: Die Absetzung der Herzoge von Mecklenburg und die Einsetzung Wallensteins zum Fürsten des Landes. In: Raumers histor. Taschenbuch, 1867, IV. Folge, 8. Jahrgang.

Arthur Heinrich: Wallenstein als Herzog von Sagan. Breslau 1896

Adolf Hofmeister: Die Brüder Varmeier und die Ermordung des Obristen H. L. von Hatzfeld im Jahre 1631. Rostock 1888. (Separat-Abdruck.)

O. Hunziker: Wallenstein als Landesherr, insbesondere als Herzog von Mecklenburg. Programm der Cantonsschule in Zürich 1875. Auch separat erschienen, hier nach der Quartausgabe des Programms angeführt.

Friedr. von Hurter: Wallensteins vier letzte Lebensjahre. Wien 1862.

Jahrbücher des Vereins für meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde. Schwerin.

H. H. Klüver: Beschreibung des Herzogthums Mecklenburg III. Hamburg 1738-42.

O. Krabbe: Aus dem kirchlichen und wissenschaftlichen Leben Rostocks. Zur Geschichte Wallensteins und des dreißigjährigen Krieges. Berlin 1863.

K. Ch. Fr. von Lützow: Versuch einer pragmatischen Geschichte von Mecklenburg. III. Teil. Berlin 1835.

J. O. Opel: Der niedersächsisch-dänische Krieg. III. Band. Magdeburg 1894.

L. von Ranke: Geschichte Wallensteins. Leipzig 1869.

E. von Schaumburg: Wilhelm von Calckum genannt Lohausen. Elberfeld 1866.

Otto Schulenburg: Die Vertreibung der mecklenburgischen Herzöge Adolf Friedrich und Johann Albrecht durch Wallenstein und ihre Restitution. Diss. Rostock 1892.

J. H. Spalding: Mecklenburgische öffentliche Landesverhandlungen, aus öffentlichen Landtags- und Landesconventsprotokollen gezogen. II. Band. Rostock 1795.

E. H. Zober: Ungedruckte Briefe Albrechts von Wallenstein und Gustav Adolf des Großen. Stralsund 1830.

>> weiter zum nächsten Abschnitt "Besitzergreifung Meklenburgs"



Mehr zum alten Meklenburg

http://www.lexikus.de/Aberglauben-in-Meklenburg von Dr. Wilhelm Gottfried Beyer,1844

Ökonomische und Statistische Reise durch Mecklenburg, Pommern, Brandenburg und Holstein.

Georg Christian Friedrich Lisch schreibt über den http://www.lexikus.de/Ueber-den-Mopsorden-in-Meklenburg

Blog-Beitrag Reisen gestern und heute in
Mecklenburg-Vorpommern
lesen.
Wallenstein

Wallenstein

Christian IV. von Dänemark

Christian IV. von Dänemark

Christian von Braunschweig

Christian von Braunschweig

Ernst von Mansfeld

Ernst von Mansfeld

Friedrich V. von der Pfalz

Friedrich V. von der Pfalz

Gustav Adolf

Gustav Adolf

Hans Georg von Arnim

Hans Georg von Arnim

Kaiser Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II.

Kurfürst Johann Georg von Sachsen

Kurfürst Johann Georg von Sachsen

Maximilian von Bayern

Maximilian von Bayern