Sonntags - Leben in Doberan.

Geschildert im Monat August 1805.
Autor: Koppe, Johann Christian (1757-1827), Erscheinungsjahr: 1806

Neuaufgelegt: 2006
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Koppe entwirft ein kurzweiliges Zeitbild eines August-Sonntages des Jahres 1806, am Heiligen Damm und in Doberan mit Hoppelpoppel, virtuoser Musik, Table d’hôte, Plaudereien beim Kaffee, einer Opernaufführung und den krönenden Abschluss dieses ereignisreichen Tages, das sonntägliche Feuerwerk auf dem Buchenberg. Er widersteht den Verlockungen des Glücksspiels und wettert über die Industrie käuflicher Damen. Er macht sich seine Gedanken über die vielen Handeltreibenden und deren Kontostände, lobt die Kirche als schönes Denkmal vergangener Zeit Auch zweihundert Jahre später behaupten wir: Doberan-Heiligendamm ist immer eine Reise wert.
„Warum in die Ferne schweifen, wo das Gute liegt so nah“, dieses Motto dürfte Johann Christian Koppel vor genau 200 Jahren bewogen haben, das „Sonntags-Leben in Doberan“ zu beschreiben. Koppel gesteht in seinem kleinen Büchlein, das „in Deutschland erste..., von Mutter Natur... am mehrsten begünstigte Seebad zu Dobe-ran“ lange Zeit nicht besucht zu haben, obwohl er als Rostocker jederzeit Gelegenheit dazu gehabt hätte. Erst die Einladung eines „braven Verwandten“ bringt ihn und seine vielköpfige Familie in den Genuss, einen Sonntag am Heiligen Damm und in Doberan mit Hoppelpoppel, virtuoser Musik, Table d’hôte, Plaudereien beim Kaffee und einer vierstündigen Opernaufführung zu verleben. Den krönenden Abschluss dieses ereignisreichen Tages bildet das sonntägliche Feuerwerk auf dem Buchenberg. Als verantwortungsvoller Familienvater hält er den Verlockungen des Glücksspiels stand und wettert über die Industrie käuflicher Damen, gesteht aber gleichzeitig dem Badeort diese „notwendigen Weltübel“ zu, weil sie die Frequenz desselben befördern. Er macht sich seine Gedanken über die vielen Handeltreibenden und deren Kontostände, lobt die Kirche als schönes Denkmal vergangener Zeit und vergisst auch nicht dem Landesvater zu huldigen, dem all die Möglichkeiten der Zerstreuung in dem viel besuchten Badeorte zu danken sind. Koppel entwirft ein kurzweiliges Zeitbild eines August-Sonntages des Jahres 1806. Auch zweihundert Jahre später behaupten wir: Doberan-Heiligendamm ist immer eine Reise wert.
Carola Herbst, Wismar 2006.

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