Das Sparkassenwesen in Deutschland und den außerdeutschen Landesteilen Österreichs und Preußens

Autor: Herausgegeben vom Zentralverein in Preußen für das Wohl der arbeitenden Klassen, Erscheinungsjahr: 1864
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Sparkassenwesen, Finanzwirtschaft, Deutschland, Österreich, Sparkassen, Mecklenburg
Der Zentralverein in Preußen für das Wohl der arbeitenden Klassen hat bis zum Jahre 1853 ein ziemlich vollständiges Material über die Gestaltung des Sparkassenwesens in den für die allgemeine Kulturentwickelung der Menschheit wichtigsten Staaten gesammelt. Dasselbe umsaht die auf das Sparkassenwesen dinglichen Akte der Gesetzgebung, die Statuten der einzelnen Anstalten, historische und statistische Materialien und Berichte der betreffenden Sparkassen-Verwaltungen über die von ihnen gemachten Erfahrungen. Dieses Material wurde einer genauen Sichtung unterworfen, zahlreiche und jahrelange Beratungen im Schoße des Vereins sind über den Gegenstand gepflogen, Korrespondenzen mit den Verwaltungen der bestehenden Sparkassen wie mit den Unternehmern neu zu gründender Anstalten dieser Art sind unterhalten, eine Reihe von einzelnen Arbeiten über den Gegenstand sind teils in den Mitteilungen des Zentralvereins, teils anderweitig zur Öffentlichkeit gebracht. Der Zentralverein beschloss im Jahre 1856, alle diese Materialien in ein einziges gedrängtes, übersichtliches Werk zusammenzufassen, zumal es bisher an einem solchen vollständig gebricht und das früher erschienene Werk von von Malchus „Die Sparkassen in Europa (Heidelberg und Leipzig 1838)“ veraltet ist und an großer Unvollständigkeit leidet. Die Bearbeitung des Werkes wurde Herrn Constantin Schmid in Breslau übertragen, welchem indes eine solche Menge von Schwierigkeiten dabei in den Weg traten, dass erst im Jahre 1862 der erste Teil der Zusammenstellung, das Sparkassenwesen in Österreich und Preußen umfassend, im Buchhandel erscheinen konnte. Die anderweitigen Beschäftigungen des Herrn Verfassers ließen ihm auch in der Folge nicht die nötige Zeit, den noch fehlenden Teil der Arbeit verhältnismäßig schneller zu vollenden, so dass schließlich der Vorstand des Zentralvereins die weitere Bearbeitung im letzten Quartal des vorigen Jahres dem Unterzeichneten mit Unterstützung seines Bruders Hermann Brämer anvertraute.

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Inhaltsverzeichnis
  1. Das Sparkassenwesen in den Österreichischen Kaiserstaaten
    1. Die Sparkassen im Erzherzogtume Österreich unter der Enns
        Die erste österreichische Sparkasse und die mit ihr verbundene allgemeine Versorgungsanstalt
        Allgemeine Versorgungsanstalt
        Die übrigen Sparkassen im Erzherzogtum Österreich unter der Enns
      Erzherzogtum Oberösterreich
      Das Herzogtum Steiermark
      Das Herzogtum Kärnthen
      Das Herzogtum Krain
      Die gefürstete Grafschaft Tyrol und Vorarlberg
      Die Markgrafschaft Mähren
      Das Herzogtum Schlesien
      Das Königreich Böhmen
      Die reichsunmittelbare Stadt Triest
      Das Königreich Galizien
      Das Königreich Dalmatien
      Das lombardisch-venetianische Königreich
      Das Königreich Ungarn
      Wojwodschaft Serbien und Temeser Banat
      Königreich Kroatien-Slavonien
      Großherzogtum Siebenbürgen
      Nachtrag
  2. Das Sparkassenwesen in der preußischen Monarchie
    1. Geschichtliches
      Tabellarische Übersicht der Sparkassen nach Provinzen
      Allgemeine Übersicht über die statutarischen Bestimmungen
        Die Höhe der Einlagen
      1. I. Geringster zulässiger Betrag einer Einlage
      2. Zulässige Höhe der Einzahlungen und zulässige Höhe derjenigen Beträge, welche auf ein Quittungsbuch angesammelt werden dürfen
      3. Verzinsung der Einlagen
      4. Kündigungsfristen der Einleger- und Rückzahlung der Einlagen
      5. Kündigungsrecht der Sparkasse
      6. Die Anlegung der den Sparkassen anvertrauten Summen
      7. Der Reservefonds
      8. Die Organisation der Sparkassenverwaltungen
      9. Der Verkehr mit dem Publikum
      10. Die Garantie gegenüber den Einlegern
      11. Abänderung der Statuten und Auflösung der Sparkassen
      12. Über die Teilnehmer an den Sparkassen und die statutarischen Festsetzungen derselben zur Erhöhung der Teilnahme der sogenannten arbeitenden Klassen
      Der Sparsinn der preußischen Bevölkerung und die räumliche Ausdehnung der Sparkassen
      Die Privatsparkassen und Sparvereine
  3. Königreich Sachsen
    1. Geschichtliches
      Darstellung der Lage des Sparkassenwesens in seinem jetzigen Zustande
      Übersicht über die statutarischen Bestimmungen
      Die Teilnahme an den Sparkassen und die Erfolge ihrer Wirksamkeit in Zahlen
  4. Königreich Württemberg
    1. Geschichtliches
      Übersicht über die im Königreich zu Anfang des Jahres 1853 bestandenen Sparkassen
      Statutarische Bestimmungen
      Erfolge der Sparkassen in Württemberg
  5. Königreich Baiern
    1. Geschichtliches
    2. Statutarische Bestimmungen
    3. Zustand des Sparkassenwesens in den einzelnen Kreisen des Königreichs
  6. Königreich Hannover
    1. Geschichtliches
    2. Statutarische Bestimmungen
    3. Ergebnisse der hannoverschen Sparkassen
    4. Die Sparkasse der Amtsvogtei Fallingbostel-Soltau
  7. Großherzogtum Baden
    1. Geschichtliches
    2. Statutarische Bestimmungen
    3. Ergebnisse
  8. Herzogtum Hessen
    1. Geschichtliches
    2. Statutarische Bestimmungen
    3. Ergebnisse
    4. Landgrafschaft Hessen-Homburg
  9. Kurfürstentum Hessen
    1. Geschichtliches
    2. Statutarische Bestimmungen
    3. Ergebnisse
  10. Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin
    1. Allgemeines
    2. Statutarische Bestimmungen
      1. Sparkasse zu Schwerin
      2. Sparkasse in Rostock
      3. Sparkasse zu Wismar
      4. Sparkasse zu Grabow
      5. Die Magistrats-Sparkassen
    3. Ergebnisse
  11. Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz
    1. Geschichtliches
    2. Statutarische Bestimmungen
    3. Ergebnisse
  12. Großherzogtum Oldenburg
    1. Geschichtliches
    2. Statutarische Bestimmungen
    3. Ergebnisse
  13. Großherzogtum Luxemburg und Herzogtum Limburg
  14. Großherzogtum Sachsen Weimar
    1. Geschichtliches
    2. Statutarische Bestimmungen
    3. Ergebnisse
  15. Herzogtum Sachsen Meiningen Hildburghausen
    1. Geschichtliches
    2. Statutarische Bestimmungen
    3. Ergebnisse
  16. Herzogtum Sachsen-Altenburg
    1. Geschichtliches
    2. Statutarische Bestimmungen
    3. Ergebnisse
  17. Herzogtum Sachsen-Koburg-Gotha
    1. Die Sparkasse in Koburg
    2. Die Sparkasse in Gotha
  18. Herzogtum Anhalt
    1. Statutarische Bestimmungen
    2. Ergebnisse
  19. Herzogtum Braunschweig
  20. Herzogtum Nassau
  21. Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg
    1. Ergebnisse
  22. Fürstentümer Reuß
  23. Fürstentum Schwarzburg-Rudolfstadt (und Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen)
  24. Fürstentum Lippe
    1. Fürstentum Lippe-Detmold
  25. Fürstentum Waldeck
  26. Freie Stadt Frankfurt am Main
  27. Freie Stadt Bremen
  28. Freie Stadt Hamburg
  29. Freie Stadt Lübeck
Der bis dahin im Ganzen fertig gestellte Teil umfasste in 28 Druckbogen das Sparkassenwesen in Österreich, Preußen, Sachsen und Württemberg (teilweise), so dass bei einer gleich eingehenden Bearbeitung des noch Fehlenden der auf höchstens 40 Druckbogen bemessene Umfang des ganzen Werkes bei Weitem hätte überschritten werden müssen. Für den Zentralverein ist das Sparkassenwesen aber nur ein einzelner, wenn auch wichtiger Teil seiner Tätigkeit, und er darf deshalb nicht alle Mittel lediglich diesem Gegenstande zuwenden. Zudem schloss das vorhandene Material im Wesentlichen mit dem Jahre 1853 ab, war also bereits einigermaßen veraltet; seine Ergänzung hätte neue, bedeutende Schwierigkeiten, Kosten und Zeit erfordert, und so musste denn der ursprüngliche Plan insofern eingeengt werden, als von der Bearbeitung des auf die außerdeutschen Sparkassen bezüglichen Materials abgesehen und das über die deutschen Sparkassen vorhandene Material aus anderweitigen Quellen für die seit 1853 verflossene Zeit ergänzt wurde.

Wir haben nun geglaubt, von jeder subjektiven Beurteilung der Einrichtungen einzelner Sparkassen hier Abstand nehmen, dieselbe vielmehr dem Leser selbst überlassen zu müssen, teils um den einzuhaltenden Raum des Werkes nicht zu überschreiten, teils auch weil die auf die Zeit seit 1853 bezüglichen sporadischen Quellen keinen Aufschluss über vorgenommene Änderungen und Verbesserungen der älteren oder über die Einrichtungen der seitdem neu errichteten Sparkassen, sondern in der Regel nur eine statistische Übersicht ihrer Wirksamkeit geben.

Auf Vollständigkeit erhebt die vorliegende Arbeit unter diesen Umständen keinen Anspruch; jedoch dürfte in Dem, was sie enthält, für die Beurteilung des Sparkassenwesens der meisten deutschen Staaten ein genügendes Material vorliegen. Die benutzten Quellen sind außer den seitens des Zentralvereins direkt eingezogenen Mitteilungen an den betreffenden Stellen erwähnt.

Welch außerordentlich große Bedeutung das Sparkassenwesen in Deutschland für die Volkswirtschaft errungen hat, lässt sich daraus ermessen, dass nach einem Überschlag in Bausch und Bogen der gesamte Bestand an Einlagen die Summe von mehr als zweihundert und fünfzig Millionen Thalern erreicht hat. Wir nehmen dabei, indem wir angesichts der großen Lückenhaftigkeit unserer Nachrichten die Möglichkeit erheblicher Irrtümer zugestehen, folgende Summen für die einzelnen Staaten an: Preußen 67 (deutsche Provinzen 65), Deutsch-Österreich (in Silberwährung umgerechnet) 60, Sachsen 19, Baiern 14, Württemberg 12, Holstein 12, Hannover 11 ½, Baden 10 1/2, Mecklenburg-Schwerin 7 1/2, Bremen 6 ½, Rheinhessen 5 1/2, Hamburg 4 1/3, Kurhessen 3 1/2 Schleswig 3 ½, Frankfurt 2 1/2, Koburg-Gotha 1 4/5, Anhalt 1 1/2. Oldenburg 1 ½, Sachsen-Weimar 1 1/3, Reuß 1 1/8, Braunschweig 1, Lauenburg l, alle übrigen Staaten zusammen 4 Millionen Thaler.

Zu Verbesserungen der Sparkassen Antrieb und Mut zu geben und die schönen Erfolge dieser trefflichen Anstalten so weit zu steigern, als es ohne Beeinträchtigung anderer wesentlichen Zwecke geschehen kann: das ist das Ziel, welches der Vorstand des Zentralvereins bei seinem Beschlusse der Herausgabe des vorliegenden Buches im Auge gehabt hat. Möge, diese wohlmeinende Absicht beherzigend, der aufmerksame Leser die mancherlei Mängel des Werkes, deren wir uns wohl bewusst sind, mit nicht zu strengem Urteil begleiten.
Berlin, im August 1864. K. Brämer.

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Wiener Stadtansicht

Wiener Stadtansicht

Der Platz „Am Hof“ (nach R. v. Alt)

Der Platz „Am Hof“ (nach R. v. Alt)

Ansicht der Stefanskirche (nach Rudolf Alt, Heliogravüre)

Ansicht der Stefanskirche (nach Rudolf Alt, Heliogravüre)

Der Volksprater.

Der Volksprater.

Opernhausplatz nach dem Stich von Fünck, 1743

Opernhausplatz nach dem Stich von Fünck, 1743

Neues Palais bei Potsdam von Büring und Manger 1763—1770.

Neues Palais bei Potsdam von Büring und Manger 1763—1770.

Die ehemalige Börse am Lustgarten von Becherr 1801.

Die ehemalige Börse am Lustgarten von Becherr 1801.

Der Gensdarmenmarkt Ende des 18. Jahrhunderts. Ölgemälde im Märkischen Museum.

Der Gensdarmenmarkt Ende des 18. Jahrhunderts. Ölgemälde im Märkischen Museum.

Aachen, Stadtansicht

Aachen, Stadtansicht

Altenburg, Marktplatz

Altenburg, Marktplatz

Altenburg, Rathaus

Altenburg, Rathaus

Arnstadt, Marktplatz

Arnstadt, Marktplatz

Arnstadt, Oberversicherungsamt

Arnstadt, Oberversicherungsamt

Bielefeld, Rathaus und Theater

Bielefeld, Rathaus und Theater

Bernau, Herz-Jesu-Kirche

Bernau, Herz-Jesu-Kirche

Bremen, Börse

Bremen, Börse

Bremen, Marktplatz

Bremen, Marktplatz

Stadttheater in Hamburg-Altona

Stadttheater in Hamburg-Altona

Potsdam, Garnisionskirche

Potsdam, Garnisionskirche

Nürnberg, Tiergärtner Tor

Nürnberg, Tiergärtner Tor

Bielefeld, Rathaus und Theater

Bielefeld, Rathaus und Theater

Gelsenkirchen

Gelsenkirchen

Dortmund

Dortmund

Nürnberg,  Lorenzkirche

Nürnberg, Lorenzkirche

Heidelberg, Alte Brücke und Schloss

Heidelberg, Alte Brücke und Schloss

Erfurt, Rathaus

Erfurt, Rathaus

Der Dom in Schwerin

Der Dom in Schwerin

Eisenach, Die Wartburg

Eisenach, Die Wartburg

Bremen, Freihafen

Bremen, Freihafen

Bremen, Rathaus

Bremen, Rathaus