Sadisten als Schulmeister

Gegen den Rektor Johann Bechmann der Meißner Schule erhoben die Visitatoren im Jahre 1616 die Beschwerde, dass er „die jüngeren Knaben dermaßen mit Prügeln oder wohl gar mit Füßentreten traktiere, dass sie eine Zeit krank zu Bett liegen mussten“ 14).

Ein Wittenberger Rektor wurde angeklagt, dass er, „wie ein Leu in der Schule gegen die Knaben gewütet und selbige mit der Rute ins Angesicht und auf die Köpfe blutrünstig geschlagen habe“. In Weimar verbot man den Lehrern unter Strafe der Dienstentlassung das bisher übliche ,,Zuschlagen mit Stecken oder Büchern auf die Köpfe, item mit vollen Fäusten in das Angesicht, dergleichen anderes grimmiges Stoßen und Raufen bei den Haaren und Ohren, item mit dem Stecken auf die Fäuste schlagen" 15).
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„So die Kindermeister, als gar oft geschieht, die Jugent zu heftiglich schlahen, solten sie gestrafft werden, wann es ist unchristlich und ungebürlich heftig in Zorn zu schlahen", sagt schon der 1498 bei Peter Scheffer in Mainz gedruckte ,, Seelen-fürer", ein nutzberlich buch für yeglichen cristenmenschen zum frumen leben und seligen sterben" auf seinem 17. Blatt.

14) Butzbach, Des Johannes, Wanderbüchlein. Übersetzt von Dr. D. J. Becker. Leipzig o. J., S. 16.

15) Bösch, Kinderleben, S. 105.

Dieses Kapitel ist Teil des Buches Sittengeschichte des deutschen Studententums
005 Herrscherin Rute

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007 Vorlesung. Auch der Professor hält seinen Rohrstock bereit

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