Norddeutschlands Seemacht - ihre Organisation, ihre Schiffe, ihre Häfen

Autor: Graser, Bernhard (1841-1909) Altphilologe, Diplomat und Marineschriftsteller, Erscheinungsjahr: 1870
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Norddeutschland, Seemacht, Flotte, Kriegsflotte, Handelsflotte, Kriegshäfen, Schiffsmaterial, Schiffsklassen, Linienschiffe, Fregatten, Korvetten, Raddampfer, Kanonenboote, Seegefecht, Panzerschiffe, Schraubendampfer, Seekrieg, Handelswege, Marine, Schiffe, Boote
Die günstige Aufnahme, welche die während der letzten Jahre in den „Grenzboten“ erschienenen Artikel über die Norddeutsche Marine gefunden haben‚ zeigt deutlich, dass eine Darstellung der Norddeutschen Marine ein Bedürfnis ist, welche von anderen Gesichtspunkten ausgeht, als die sonst bereits vorhandenen Broschüren und Bücher. Die letzteren geben entweder nur eine trockene Aufzählung der verschiedenen statistischen Daten, der offiziellen Einteilung der Marine, der Etats ohne jede ausführlichere Erklärung, oder aber, sie wollen, wie das Werner’sche „Buch von der Norddeutschen Flotte“, mehr eine novellistische Schilderung des Lebens zur See sein, mit so kurzem Eingehen auf das technische Detail, dass der Nichtfachmann doch keine ganz deutliche Vorstellung davon gewinnt und ohne Berücksichtigung der Küstenbefestigung, der Bemannungsfrage, der Etats, oder des Verhältnisses der Norddeutschen zu den anderen Flotten.

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Inhaltsverzeichnis
  1. Das Schiffsmaterial der Norddeutschen Marine
    1. Das Schiffsmaterial der heutigen Kriegsflotten (Benennung und Klassifikation).
      1. Charakter von Fregatte und Linienschiff
    2. Die Segelschiffe der Norddeutschen Flotte
    3. Die Raddampfer und die Ruderkanonenboote der Norddeutschen Flotte
    4. Die ungepanzerten Schraubenschiffe der Norddeutschen Flotte
      1. Der Typus der Gedeckten Korvette
      2. Besuch auf einem Kriegsschiff
    5. Die Gedeckten Korvetten der Norddeutschen Flotte
    6. Die Glattdecks-Korvetten der Norddeutschen Flotte
      1. Das Seegefecht von Jasmund [Rügen]
    7. Die Schraubenkanonenboote der Norddeutschen Flotte
    8. Die Avisos und die Transportschiffe der Norddeutschen Flotte
      1. Die Zwillingsschraube
    9. Technischer Wettkampf des Panzers und der Artillerie
    10. Die Panzerschiffe und ihre verschiedenen Klassen
    11. Die Norddeutschen Panzerfahrzeuge - der „Arminius“
    12. Die Norddeutschen Panzerfahrzeuge - der „Prinz Adalbert“
    13. Die Norddeutschen Panzerfahrzeuge - der „Kronprinz“
    14. Die Norddeutschen Panzerfahrzeuge - der „Friedrich Karl“
    15. Die Norddeutschen Panzerfahrzeuge - der „König Wilhelm“
    16. Die Norddeutschen im Bau befindlichen Panzerschiffe „Hansa“, der Kurfürst“ und die Erwerbung neuer Panzerschiffe
    17. Der Neubau von Panzerschiffen: das Ringtunnelsystem
    18. Die Gesamtstärke des Schiffsmaterials der Norddeutschen Flotte
  2. Die Norddeutschen Häfen und Küsten
    1. Kriegshafen, Marinestation und Marinedepôt
    2. Die Norddeutsche Küste in strategischer Beziehung die Odermündung und Swinemünde
    3. Die künftigen Marinestationen der Ostsee - Rügen (Jasmunder Bodden — Stralsund); Oxhöft; Wismar (Wohlenberger Wiek); Höruphaff — Alsensund (Flensburger Föhrde, Apenrader Föhrde); Eckernförde
    4. Die befestigten Marinedepôts der Zukunft
    5. Kiel, der Hauptkriegshafen der Ostsee. (Die Kieler Föhrde, ihre Befestigung und ihre Marineetablissements)
    6. Danzig. (Die königliche Werft bei Danzig, Weichselmünde, Neufahrwasser)
    7. Wilhelmshaven (der Jadehafen), Hauptkriegshafen der Nordsee
    8. Die ostfriesischen und die nordfriesischen (schleswigschen)
      Nordseehäfen
    9. Die Wesermündung (Bremerhaven, Geestemünde, Blexen,
      Nordenhamm).
    10. Die Elbmündung (Cuxhaven, Brunsbüttel, Grauerort, Brunshausen)
    11. Der Nordostsee-Kanal
    12. Die Verteidigung der deutschen Küsten
  3. Das Personal der Norddeutschen Marine
    1. Übersicht über die Organisation der Norddeutschen Marine
    2. Die Marinetruppen der Norddeutschen Flotte
    3. Die Technischen Branchen des Personals der Norddeutschen Marine
    4. Die Seemännische Branche des Personals der Norddeutschen Marine (Seeoffiziere und Matrosen)
    5. Die Ergänzung der Offiziere und Matrosen und die Dienstzeit der Seeleute
      Vorschläge
    6. Während des Druckes eingetretene Veränderungen
Nun ist es aber für das große Publikum ein Bedürfnis, ein Buch zu haben, das von anderen Gesichtspunkten ausgeht. Es sollen in demselben nicht alle technischen Einzelheiten des Schiffsbaues behandelt werden, sondern nur diejenigen, über welche der Zeitungsleser in die Lage kommen kann, Aufklärung zu wünschen (also namentlich die Unterschiede der verschiedenen Schiffsklassen und die verschiedenen Systeme der Panzerung): diese Details aber müssen dann auch so anschaulich beschrieben werden, dass auch der Nichtfachmann eine ganz klare Vorstellung gewinnt.

Sodann müssen die Zahlenangaben, welche jedes einzelne Schiff charakterisieren, ebenso wie das System, nach welchem es gebaut ist, genauer als in allen vorhandenen Büchern, nach offiziellen Quellen gegeben werden; es müssen die sämtlichen Häfen anschaulich so geschildert werden, dass der Leser von den Gegenden, in welchen die in den Zeitungen genannten Küstenbefestigungen angelegt werden, ein farbig belebtes Landschaftsbild erhält, wie es dem Touristen entgegentritt; die ganze Organisation der Marine ist für den Standpunkt desjenigen zu erklären, der überhaupt von den Details einer Marineverwaltung gar keine Kenntnis hat, und von dem gleichen Gesichtspunkt aus sind die verschiedenen Kategorien der Bemannung, ihre Stärke in den Etats, ihre beabsichtigte Vermehrung und dgl. zu besprechen.

Zugleich darf die Besprechung der Schiffe, wie der Bemannungsfrage nicht eine kritiklose Aufzählung sein, sondern sie muss stets auf Grund eigener Anschauung des Verfassers Vergleiche mit den anderen Flotten ziehen, die Vorzüge und Mängel der vorhandenen Einrichtungen anschaulich hervorheben, und eventuelle Verbesserungsvorschläge machen und den Leser auf einen Standpunkt versetzen, von welchem aus ihm ein Urteil über die verschiedenen, in den Zeitungen ventilierten Fragen möglich ist, wie es namentlich Abgeordnete, Zeitungsredakteure u. s. w. wünschen müssen.

Das Ganze muss eben auf genauer eigener Anschauung des Verfassers von den Verhältnissen der Marine beruhen, aber immer vom Standpunkt desjenigen Lesers ausgehen, der von allen diesen Dingen gar keine Kenntnis hat, also gar nichts voraussetzen, während alle bisher existierenden Arbeiten immer einige technische Kenntnisse verlangen. Schließlich muss ein Index mit kurzer Erklärung aller gewöhnlich vorkommenden Seeausdrücke und Verweisung auf die Stellen, wo Sie ausführlicher besprochen sind, das Buch zu einem Nachschlagebuch machen, das als solches für Abgeordnete, für Zeitungsredaktionen, für Lesekabinette, Vereine u. s. w. unentbehrlich ist.

Daher glaubt der Verfasser, welcher übrigens die Flotten Englands, Frankreichs, Italiens, Russlands, Österreichs, Dänemarks und Hollands in ihren Hauptkriegshäfen kennen gelernt hat, mit diesem Buche einem wesentlichen Bedürfnis des zeitungslesenden Publikums abzuhelfen.

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Abbildung 6. Amerikanischer Sechsmast-Schoner „George W. Wells“.

Abbildung 6. Amerikanischer Sechsmast-Schoner „George W. Wells“.

Abbildung 9. Fünfmast-Vollschiff „Preußen“ im Vergleich zu Berliner Bauten.

Abbildung 9. Fünfmast-Vollschiff „Preußen“ im Vergleich zu Berliner Bauten.

Abbildung 10. Kreuzmast eines großen Segelschiffes mit allem stehenden und laufenden Gut.

Abbildung 10. Kreuzmast eines großen Segelschiffes mit allem stehenden und laufenden Gut.

Abbildung 11. Deck eines großen Segelschiffes mit Rahefall- und Brassenwinden.

Abbildung 11. Deck eines großen Segelschiffes mit Rahefall- und Brassenwinden.

Abbildung 14. Ozeanwettfahrt der Teeclipper 1866. links „Taeping“, rechts „Ariel“

Abbildung 14. Ozeanwettfahrt der Teeclipper 1866. links „Taeping“, rechts „Ariel“

Abbildung 15. Vollschiff „Großherzogin Elisabeth“ des Deutschen Schulschiffvereins.

Abbildung 15. Vollschiff „Großherzogin Elisabeth“ des Deutschen Schulschiffvereins.

Abbildung 16. Fünfmast-Bark mit Dampfhilfsmachine „R. C. Rickmers“.

Abbildung 16. Fünfmast-Bark mit Dampfhilfsmachine „R. C. Rickmers“.