Die Vitalianer, eine vierzig Jahre lang bestandene Korsaren-Bande

Gegen Ende des vierzehnten Jahrhunderts formierte sich eine neue furchtbare Gesellschaft von Korsaren, die, unter dem Vorwand Stockholm, das im Jahr 1390 ein wahres Raubnest war, mit Lebensmitteln zu versehn, auf den Meere herumstreiften, und sich Viktualien-Brüder nannten.

Man gab ihnen auch den Namen Vitalianer, unter welchem sie bald sehr berüchtigt wurden, und viele Jahre lang die Geißel der Schweden und das Schrecken aller Seefahrer waren, die die Ost- und Westsee beschifften. Auch die Schiffe der damals mächtigen Hansestädte wurden von ihnen nicht verschont; daher diese gezwungen waren, Flotten wider die Vitalianer auszurüsten, wobei diejenigen, die man lebendig gefangen nahm, gehangen, oder gerädert wurden.
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Diese Piraten kämpften aber mit vielem Glück, beides zu Wasser und zu Lande, warfen selbst vornehme Prälaten in den Kerker, plünderten große und kleine Städte, und verübten die größten Grausamkeiten. Sie spotteten der Bann-Strahlen, so wie der weltlichen Macht, und trieben trotz allen Gegen-Maßregeln ihr Unwesen fort. Erst nach vierzig Jahren erreichte diese Raubgesellschaft ihr Ende.
Dieses Kapitel ist Teil des Buches Geschichte Gustavs Wasa Königs von Schweden. Band 1