Abergläubische Heilmittel. Gottesgerichte

Im Anfang des zwölften Jahrhunderts wurde von den Priestern, in Schweden, die sich sonst gegen alles auflehnten, was heidnischen Ursprungs war, eine alte abergläubische Sitte bestätigt, weil ihre Vorteile es erforderten. Dies war die Eisenprobe, die als Reinigungsmittel, in zweifelhaften Fällen, in Verbindung mit den Zweikämpfen, einem andern Alt-Nordischen Gebrauch, zur Schande der menschlichen Vernunft nach und nach fast in ganz Europa eingeführt wurden. Wahrscheinlich hatte diese Eisenprobe, die man nachher durch den erhabenen Namen der Gottesgerichte bezeichnete, hier in Schweden ihren Ursprung.

In Rom fand man jedoch einige Zeit hernach, dass diese Gattung der Ordealen bei den andern bestehenden Wunder-Versuchen überflüssig war, und dass, ob gleich sie das mönchische Ansehen beförderte, doch die Päpstliche unmittelbare Macht schmälerte; sie wurde daher unter dem Vorwand ihres heidnischen Ursprungs, in der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts in ganz Norden, und zuletzt auch in Schweden, ihrem Stammorte, abgeschafft.
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An ihrer Stelle setzten die Christlichen Priester jetzt einen Kreuzschnitt, als ein neues Reinigungsmittel, dessen Abgeschmacktheit jedoch alle anderen übertraf. Der Angeklagte musste ein Stück Brot, oder Käse essen, darin ein Priester mit gewissen Feierlichkeiten ein Kreutz geschnitten hatte. Wenn er die Bissen leicht verschluckte, war er unschuldig, dagegen war seine Schuld erwiesen, wenn sie ihn im Halse stecken blieben.
Dieses Kapitel ist Teil des Buches Geschichte Gustavs Wasa Königs von Schweden. Band 1