Erntebräuche in Mecklenburg

Autor: Richard Wossidlo (1859-1939) deutscher Ethnologe, Nestor der mecklenburgischen Volkskunde, Erscheinungsjahr: 1927

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Themenbereiche
Enthaltene Themen: Erntebräuche, Mecklenburg, Plattdeutsch, Niederdeutsch, Plattdütsch, Sitten und Gebräuche, Brauchtum, Landwirtschaft, Mundart, Mecklenburg, Erntefest, Erntezeit, Strikelbier, Bauerndörfer, Erntekrone,
Inhaltsverzeichnis
    Vorwort
  1. Festlicher Charakter der Erntezeit
    1. Singen
    2. Kleidung
    3. Strauß, bunte Harke, Schann
    4. Nahrung
  2. Beginn der Ernte
    1. Strikelbier
    2. Zeit des Beginnens
    3. Einläuten
    4. Anmähen
  3. Das bunte Wasser u. ä.
  4. Allerlei vom Mähen, Binden und Hocken
  5. Vom „Binden“ und „Streichen“
  6. Allerlei vom Einfahren
    1. Laden
    2. Auftanken
    3. Umwerfen
    4. Abstaken
  7. Ernteopfer
    1. Anruf an Mode u. a. m.
    2. Schlachten des Aufhockers
  8. Letzte Kornecke, letzte Garbe, letztes Fuder
    1. De Haf
    2. De Wulf
    3. De Oll
  9. Erntefest
    1. Name und Zeit des Festes
    2. Das Erntefest auf Hofdörfern
    3. Das Erntefest in Bauerndörfern
    4. Das Erntefest in Hoben bei Wismar
    5. Erntekrone
    Anmerkungen
    Worterklärungen
Vorwort.

Einer zusammenhängenden Darstellung der mecklenburgischen Erntebräuche stellten sich erhebliche Schwierigkeiten in den Weg, weil die Bauerndörfer auf diesem Gebiet des Brauchtums starke Unterschiede gegenüber den Hofdörfern aufweisen, eine durchgehende Scheidung beider Gruppen aber nicht durchführbar war, wenn nicht Zusammengehörendes auseinandergerissen werden sollte. Es kam hinzu, dass von den mir vorliegenden Stoffmassen große Teile unterdrückt, andere gekürzt werden mussten, weil der mir hier zur Verfügung stehende Raum nicht ausreichte. Die Reime, die beim „Binden“ und „Streichen“ üblich sind oder waren, sowie die Erntekranzsprüche mussten leider gänzlich beiseite gelassen werden. Auch die bei der Kartoffel-, Flachs- und Tabakernte geübten Bräuche konnten nicht berücksichtigt werden. Dennoch glaubte ich, als die Leitung der Quickborn-Vereinigung mich bat, heimisches Volksleben zu schildern, den Erntebräuchen den Vorzug geben zu müssen, weil gerade auf diesem Gebiet eine Neubelebung alten Volkstums, für die sich jetzt überall in Niederdeutschland so viel Hände regen, erwünscht und möglich erscheint.

Die Darstellung der Bräuche gab ich in der Mundart, um die Schilderungen meiner Gewährsmänner in unverminderter Frische wiedergeben zu können. Von einigen überleitenden Bemerkungen abgesehen, ist alles unmittelbar dem Volksmunde entnommen; weitaus das Meiste ist von mir selbst gesammelt worden.*)

Möchte es dem Büchlein beschieden sein, in der großen Quickborngemeinde dem Mecklenburger Volkstum neue Freunde zu gewinnen.

Waren, im November 1927. Richard Wossidlo

*) Eine kurze Darstellung gab ich in dem von Otto Schmidt (1925) herausgegebenen Mecklenburgischen Heimatbuch S. 209–213. Was in dem Werke von Bartsch: „Sagen, Märchen und Gebräuche aus Mecklenburg“ II Seite 295–312 und 486-488 enthalten ist, habe ich ausnahmslos nur in Hinweisen berührt. Vgl. weiter Stuhlmann, Globus XIII S. 242 ff., W. Heyse, Punschendörp (1861) S. 200 ff., Fornaschon, Ein Erntetag: Mecklenburg 4 S. 110-113. Auch Mannhardt in seinen Schriften hat manchen Erntebrauch aus Mecklenburg beigebracht.
Wossidlo, Richard (1859-1939) Gymnasiallehrer und Nestor der Mecklenburgischen Volkskunde

Wossidlo, Richard (1859-1939) Gymnasiallehrer und Nestor der Mecklenburgischen Volkskunde

Getreideernte, ein Fuder Getreidegarben

Getreideernte, ein Fuder Getreidegarben

Getreideernte

Getreideernte

Bauerntanz

Bauerntanz

Bauern beim Dreschen

Bauern beim Dreschen

Mittagspause bei der Feldarbeit

Mittagspause bei der Feldarbeit