Die Hanse und ihre Handelspolitik

Autor: Schäfer, Dietrich Dr. (1845-1929) deutscher Professor der Geschichte, Historiker, Erscheinungsjahr: 1885
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Hansa, Hanse, Mittelalter, Städtebund, Handelspolitik, Ostseehandel
Einem umfassenden, vielgestaltigen, von der historischen Überlieferung reich beleuchteten Leben in kurzem Überblick durch Jahrhunderte folgen, seine wesentlichsten Seiten im kurzen Zeitraum einer Stunde zur Anschauung bringen zu wollen, ist stets ein gewagtes Unternehmen. Die Gefahren sieht gerade am deutlichsten, wem umfassende Spezialstudien einen klaren Einblick gestatten in die zu überwindenden Schwierigkeiten. Dieser Einblick hat schon manchen kompetenten Mann abgehalten, sein Wort mitzureden in der Beantwortung allgemeiner historischer Fragen. Aber ist ein derartiges Zurückhalten durchweg berechtigt? Gibt es nicht Fälle, in denen man seine Scheu überwinden, seine Meinung einsetzen muss? Ist nur der ein besonnener Historiker, der mit allgemeinen, zusammenfassenden Urteilen zurückhält, bis in allen Einzelfragen das letzte Wort gesprochen ist? Ich glaube nicht. Wäre dem so, so müssten wir für alle Zeit entweder auf besonnene Historiker oder auf allgemeine historische Urteile verzichten. Die letzteren aber wird sich keine Gegenwart nehmen lassen. Wo immer eine Zeit von Fragen bewegt wird, sucht sie dieselben alsbald historisch zu fassen. Pro und contra greift man in die Vergangenheit, holt hervor, was immer, wohl oder übel, als Waffe verwendbar erscheint. Da wird es dem Historiker nahe gelegt, aus seiner Zurückhaltung herauszutreten, sich zu fragen, ob er mehr Raum geben soll dem Bedenken, in einzelnen Punkten zu irren und den Widerspruch der Fachgenossen herauszufordern, oder der Erwägung, ob es den Zeit- und Volksgenossen nicht doch dienlich sein könne, wenn dem allgemeinen Urteil eine doch nur in engsten Kreisen verbreitete Einzelkenntnis zu Hilfe komme. Entscheidet er sich für das letztere, so übt er, wie mir scheint, nicht nur sein gutes Recht, er tut mehr, er erfüllt eine Pflicht.
Deutschland ringt um seine Stellung auf dem Meere, im überseeischen Verkehr der Völker. Allgemein ist die Überzeugung, dass es sich hier um die Existenzfragen unserer Zukunft handelt, dass die Deutschen, wenn sie einen Platz behaupten wollen unter den Völkern, welche die Angelegenheiten dieser Welt leiten, nicht verzichten können auf Macht und Geltung im internationalen Verkehr. Nicht über das Ziel, über die Wege, die zu ihm führen, ist man verschiedener Meinung. Von den verschiedensten Seiten ist auf die Hanse exemplifiziert worden. Sie war ja das mittelalterliche Deutschland auf dem Meere, ein Deutschland, das sich mit Ehren sehen lassen konnte. Sie hatte erreicht, was wir erstreben, Geltung auf dem Elemente, dem sich bis jetzt noch kein größeres Volk ungestraft entfremdet hat. Möchte es da nicht von Interesse sein, sich zu vergegenwärtigen, wie sie diese Geltung erwarb, welcher Art, welches Umfanges sie war, wie sie dieselbe verlor? könnte die Wissenschaft hier nicht dem Leben einen wenn auch kleinen, doch erwünschten Dienst leisten?

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Schäfer, Dietrich Dr. (1845-1929) deutscher Professor der Geschichte, Historiker

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Lübeck Das Holstentor

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