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Rösten des Kaffees

Das Rösten des Kaffees geschieht in einer Trommel von Eisenblech, die man über gelindem Feuer umdreht. Sie muss gut verschlossen sein, damit die flüchtigen Teile nicht zu sehr verstiegen, oder auch nur eine nicht zu große Öffnung in der Achse haben, durch welche die Dämpfe entweichen können. Nach jedesmaligem Gebrauch ist sie sorgfältig zu reinigen. Während dem Rösten nimmt man die Trommel oft vom Feuer und schüttelt sie stark, wodurch der Kaffee gut unter einander kommt und gleichförmig gebrannt wird.

Man brennt zuweilen auch in offenen Pfannen und rührt den Kaffee dabei beständig um; er wird aber nicht so gut. Noch verwerflicher ist das Rösten in irdenen glasierten Tiegeln, da leicht etwas von der Glasur abspringt, und durch das in ihr enthaltene Blei dem Kaffee giftige Eigenschaften geben kann.


In einigen Teilen Italiens röstet man den Kaffee in dünnen Florenzer Glasflaschen, die durch einen Kork leicht zugeschlossen sind. Sie werden über ein Kolenfeuer gehalten, fortwährend benetzt, und man hat bei ihnen den Vorteil, durch das Glas die Farbe des Kaffees zu sehen, und ihn im rechten Augenblick vom Feuer nehmen zu können. Zu demselben Zweck kann man auch ein walzenförmiges Gefäß aus dünnem Glas oder Porzellan nehmen, das an einer Seite eine Öffnung hat, die man durch einen Kork verschließt.

Man lässt den Kaffee so lange über dem Feuer, bis er eine dunkle zimtbraune Farbe angenommen hat, breitet ihn dann etwas zum Abkühlen an der Luft aus*) und bewahrt ihn in fest verschlossenen gläsernen oder metallenen, mit Papier ausgeleimten Gefäßen.

*) Manche Personen kühlen ihn ab, indem sie die Trommel in kaltes Wasser tauchen. Hierbei kann weniger Gewürzhaftes verfliegen.

Zu stark gerösteter Kaffee gibt zwar eine sehr dunkle, bittere Brühe, ist aber nichts weiter als ein brenzliges Wasser, das man mit geringeren Kosten aus jeder mehligen Frucht eben so erhalten könnte; denn das rein Gewürzhafte ist zerstört, und das Öl, das er noch enthält, brenzlich geworden. Solcher Kaffee erhitzt sehr, ist besonders hypochondrischen und melancholischen Personen, solchen, die eine schwache Brust, und Frauenzimmern, die zu starke periodische Reinigung haben, nachteilig.

Man muss immer nur eine Horte zugleich rösten.

Je langsamer der Kaffee geröstet wird, desto besser wird er. Die Türken rösten ihn häufig im Backofen, während dieser noch heiß ist.
Um das Verflüchtigen der riechenden Teile zu verhindern, bringt man in Ostindien auf den Kaffee, so wie er sich bräunt, in die Trommel etwas frische Butter, was aber wohl wenig Nutzen haben wird, und zudem später das Ausziehen erschwert. Zu demselben Zweck streuen Andere auf den zum Abkühlen ausgebreiteten Kaffee etwas fein gestoßenen Zucker. Man kann die sich verflüchtigenden Teile in Zuckerwasser auffangen.
Dieses Kapitel ist Teil des Buches Der Kaffee, seine Eigenschaften und sein Gebrauch