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Getreide

Getreide. Das ganze Bahn-Gebiet und insbesondere Neu-Vorpommern ist auf Ackerbau und Viehzucht angewiesen; der, selbst in Jahren der Miss-Ernte, noch immer große Überschuss des Getreides wird zwar vorzugsweise von der Ostseeküste nach dem Auslande verwertet — dann bewegt sich die Masse von Süden nach Norden — aber nicht immer lohnen die Preise des Auslandes so gut, als der mit Zunahme der Bevölkerung immer größer werdende Markt in Berlin; dann geht die Bewegung der Getreide-Überschüsse im Gebiete der Bahn von Norden nach Süden, wobei aber für Mecklenburg der Preußische Eingangs-Zoll hinderlich wird; die preußischen Landesteile des mittleren und südlichen Bahn-Gebietes bringen aber ihre Getreide-Überschüsse schon regelmäßiger nach Berlin. Aus den Gegenden an der Peene und aus Neu-Vorpommern wird jetzt der Wasserweg über Stettin, auf der Oder und dem Finow-Kanal nach Berlin benutzt, teils mit Überladung in Stettin, teils direkt mit Kähnen. Letzteres ist der wohlfeilste Transport: man bezahlt aber auch in diesem Falle drei Thaler für den Wispel Gerste, etwa 16 st 17 Zentner, also 5 1/2 Sgr. pro Zentner bis Berlin, ohne Versicherung für die mit Kähnen nicht unerhebliche Gefahr; die Reise dauert mehrere Wochen, es häuft sich Zinsen- und Zeit-Verlust und die Veränderlichkeit der Markt-Verhältnisse macht das endliche Resultat der Unternehmung sehr ungewiss. Alle diese Ursachen hindern jetzt oft die Teilnahme des Vorpommerschen Getreides an dem Markte von Berlin und fast alle verschwinden unter Beistand einer Eisenbahn von Stralsund nach Berlin. Die Eisenbahn kann, für Getreide in Masse, aus Neu-Vorpommern nach Berlin, mit sechs Silbergroschen pro Zentner durchschnittlich wohl bestehen — d. h. von der Küste, von der Peene und von der Tollense zusammen gerechnet — und dann wird ohnstreitig alles nach Berlin bestimmte Getreide per Eisenbahn gesandt werden. Das Quantum ist nicht zu bestimmen, da die Preise des Auslandes und die Ernte Polens, Schlesiens und Sachsens darüber entscheiden; Neu-Vorpommern allein kann mehr als 60.000 Wispel Getreide abgeben; Stralsund allein sandte 1843 über 6.000 Wspl. nach Berlin und öfters mehr. — Berlin braucht oft sehr viel Zufuhr, 1843 erhielt es allein durch den Finow-Kanal nahe an 150.000 Wispel Getreide (Stettiner Börsen-Liste 1844 Nr. 7. dritte Beil.). Es ist demnach schwer ein mäßiges Durchschnitts-Quantum festzustellen; in der Berechnung sind 4.500 Wspl. à 16 2/3 Ztr. ab Stralsund aufgenommen mit weiterem Zufluss bis zur Tollense; Meyenburg ist, wegen der Steuer, nur im südlichsten Bahn-Gebiete etwas und bei Oranienburg das Mühlen-Fabrikat mit berücksichtigt. Die Bequemlichkeit, womit der Landmann in Pommern, an der Peene u. s. w. sein Getreide auf der Eisenbahn in Berlin täglich zu Markte bringen kann, wird diesen Absatzweg sehr beliebt machen; die Regelmäßigkeit der Versorgung Berlins wird zu-, Spekulations-Preise werden abnehmen; in vielen Fällen wird die Vermittlung des Getreidehändlers mit allen dabei unvermeidlichen Kosten ganz entbehrlich. — Wird die Eisenbahn nicht bedeutend einwirken auf den Ackerbau von Meyenburg, Pommern und Rügen, auf gleichmäßige Preise und gleichmäßige Versorgung von Berlin?
Bauern beim Dreschen

Bauern beim Dreschen

Getreideernte, ein Fuder Getreidegarben

Getreideernte, ein Fuder Getreidegarben

Getreideernte

Getreideernte

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