1. Der Charakter der Landschaft. Die Abtei Camp und der Viktorsdom zu Xanten.



Vor der Gewalt der wachsenden, reißenden Flut und den treibenden Eisschollen gab selbst die hohe Wehrmauer der Stadt mit ihren Eisbrechern und Türmen nicht immer ausreichenden Schutz. In Emmerich zog einst sich von Westen nach Osten, vom Eingang zum Chore, das Münster längs dem Strome, direkt an die Stadtmauer gelehnt. Mit elementarer Wucht stürzten, es war um das Jahr 1230, die Fluten sich auf die Südwestecke der Kirche. Der ganze Westteil brach über dem steigenden Wasser zusammen. Und seine Trümmer trug der Rhein weit mit sich fort. Er hat das überschwemmte Terrain nie wieder freigegeben und das Gotteshaus gezwungen, nach Norden ein neues Langhaus zu bauen. Und, seltsam genug, seitdem liegt die alte Krypta nicht mehr unter dem Ostchor, sondern dem östlichen Querschiff (Abb. 5). In Wesel, wo der Anprall der Fluten die Festungswerke ebenfalls bedrohte und jeder Eisgang an den Fundamenten rüttelte, hat man mit einem Abzugskanal die Wucht des Stromes brechen wollen. Die Festungswerke wurden so gesichert. Aber bald durchwühlte der Eisgang derart den Kanal, grub sich tiefer und breiter in ihn ein, daß dieser das Hauptbett des Stromes woirde. Der Rhein mied von jetzt ab einfach die Stadt und ließ seinen alten Lauf versanden. Das ist das Schicksal, das nicht Wesel allein ereilte. Denn oft hat der Fluss, wenn die Flut nachließ, sein altes Bett nicht mehr zurückgefunden und einen neuen Weg sich durch das Land gegraben. Einst zog er stolz an der hochgelegenen Schwanenburg der Herzöge von Cleve vorüber. Heute sucht er sechs Kilometer landeinwärts die Meeresufer zu erreichen, und Cleve liegt, wie Rheinberg und Xanten, an einem toten schmalen Rheinarm. Es ist der schläfrig müde Spoykanal. Auch Neuß lag ehemals am Rhein, in dessen Wasser sich der herrliche Dom des heiligen Quinnus widerspiegelte. Kaiserswerth ist heute kein Werth, d.h. keine Insel mehr mitten im Strome, wie Nonnenwerth, umspült von den Wellen. Es ist an das eine Ufer getreten. Ruhrort ist keine Halbinsel mehr, die sich vom linken Ufer aus in den Strom hinausstreckte. Es ist ebenfalls an das rechte Ufer getreten. Am launigsten aber hat der Fluss Städte wie Kellen, Griethausen und Brienen im Clever Land behandelt, die von dem rechten auf das linke Ufer geraten sind. Dem kleinen Ortchen Bürgel, dem alten Römerkastell, Zons gegenüber, ist es umgekehrt ergangen. Jetzt, wo Berge, Eisenbahn und Städte den Strom verlassen haben, gilt eine Weiterfahrt von Köln ab auf dem alten Vater Rhein nicht lohnend mehr. Das Lied von den Domen am Wasser, von den Stromnixen, von Wein und Gesang hat hier keine Geltung mehr. Still wie der Strom und die Landschaft sind auch die Menschen. Keiner singt hier das Lied:


An den Rhein, an den Rhein, zieh nicht an den Rhein!
Mein Sohn! Ich rate dir gut.
Da geht dir das Leben so heiter, so frei.
Da wächst dir so freudig der Mut!


Wer von dem romantischen Mittelrhein in unsere niederrheinische Heimat kommt, glaubt, aus einem reichen Lande voller Städte, Kirchen und Burgen in ein ärmeres zu gelangen. Aber er irrt! Das Land ist allerdings nur etwas für feinnervige Menschen, die in den freien Stunden des Lebens sich danach sehnen, dem schaffenden Erdgeiste und dem geheimnisvollen Weben in der Werkstätte der Natur näher zu sein. War es nicht kleines Spielzeug, für unsere Menschenhände fast zu klein und nur für zarte Kinderhändchen bestimmt, was die Kunst an Burgen und Kirchen in die romantische Bergeslandschaft des Mittelrheins gezaubert hat? Am Niederrhein aber wird alles groß und bedeutsam. Wie sich der Himmel weitet, der Wolkenzug, das Land, der Sturm, der in kühlen Vorfrühlingstagen mit elementarer Gewalt über es hinweg fegt, so erscheinen auch ein einsamer Baum, ein Haus, ein Turm urweltlich und gigantisch in ihren Formen. Die Schwanenburg zu Cleve wächst wie ein Riese aus der stillen Ebene auf.

Wer zum ersten Male das Land am Niederrhein durchwandert, ist geradezu erstaunt ob des reichen Wechsels seiner Landschaftsbilder. Da steht in der weiten Niederung ein Haus. Das rote Dach, das fast hinunter bis auf den Acker reicht, leuchtet glühend gegen den sattblauen Himmel, auf dem der Wind vom Niederrhein phantastisch weiße und graue Wolkenballen vor sich her treibt. Unter dem hohen Dache duckt sich das Haus zusammen. Die schlanken Pappeln biegen sich im Sturm zur Seite. Und unser Auge wandert in die Weite über die wellenbewegten grünen Weiden. Ein Bild, wie es so oft ein Eugen Kampf in Flandern ähnlich wiederfand.

An den stillen Altwassern des Rheines, in dessen Schilf einsam ein Kahn ruht, träumt die Schönheit dahin. Aus silbergrauem Dunst der Ferne schillern seltsam feierlich und geheimnisvoll die schmalen Pappeln. Ein Kirchlein oder eine Windmühle glaubt man aus dem Schleier zu erkennen. Und träge spielen die schläfrigen Wellen des Wassers mit dem Licht der Sonne, das hier und da die zart gewobenen Dunstnebel mit seinen Leuchtgarben durchdringt. Man sieht an solchen Tagen kein Rot, kein Blau, kein Grün mehr, nein, unendliche Zwischentöne von Farbenharmonien. Man muß wie Helmuth Liesegang verträumter Sohn des Niederrheines sein, das stille Weben der Natur an den Kanälen kennen, um die geheimnisvolle Poesie zu schildern.

Abb. 7 Moorlandschaft an der Schlot in der Niederung der Niers.
Abb. 8. Die Keiser-Buche in Schwalheim. Nach den Mitteilungen des Rhein. Vereins für Denkmalpflege und Heimatschutz.

Pappel- und Birkenalleen begleiten die alten Straßen, auf denen Roms Legionen schon das Land durchzogen (Abb. 29). Linden und Buchen sind oft von gewaltigem Durchmesser, Formen und Alter, daß sie allein schon eine Fußwanderung lohnen. Kopfbuchen gibt es zahlreiche mit wuchtig untersetztem Stumpfe und zwei knorrigen Armen, die sich von ihm abrecken und auf denen ein kleiner Wald aufwächst. Was diese Recken erzählen könnten von Stürmen, die in den letzten Jahrhunderten über das Land dahinbrausten. Wenn es zum Spätherbst geht und uns der Weg durch Schwafheim bei Moers vorbeiführt, steht da ein einsamer Prediger, hat beide Arme nach oben gehalten und redet auf die sterbende Natur ein: Tut Buße, geht endlich in euch, das Ende naht! Der Dohlen krächzendes, schwarz gefiedertes Volk sucht unter seinen Armen Schutz. Der Herbststurm tobt um ihn herum, als wolle er alle lebende Natur vernichten. Aber der Riese steht da, festgewurzelt, nur seine predigenden Arme bewegen sich im Winde. Es ist die gespenstige seltsame Buche im Garten des Maurers Keiser, die jedem Wanderer bisher aufgefallen ist (Abb. 8). So viel urwüchsige Kraft kennt gar nicht die Romantik am Mittelrhein! Steht da im Garten von Haus Rath in der GemeindeTraar im Kreise Krefeld eine Eibe, die in ganz Mitteleuropa nicht wieder Ihresgleichen findet. Oft freilich müssen die Hunderte von Jahren alten und über sechs Meter im Umfange dicken Bäume Eisenringe und Seitenstützen halten. Aber der knorrige Kerl, dessen Leib schon so morsch ist und an allerlei Krankheiten leidet, Ameisen-, Wespen- und Vogelnester birgt, schmückt doch alle Jahre wieder, wenn der Frühling kommt, sein Haupt wie eine eitle Maid.

Drei Flüsschen schlängeln sich durch die Niederungen des linksseitigen Niederrheins, Roer und Erft durch das Oberland, die Niers durch das Unterland. Jedes der drei Flüsschen hat seine eigene Natur und Poesie. Die Niers läuft durch Bruchland mit satten Weiden (Abb. 10, II). Es ist ob des Reichtumes seiner Herden das rheinische Friesland. Bruch oder Broich und Donck nennen sich die kleinen Orte, Flecken und Schlösser. Korschenbroich, Neersbroich, Kleinenbroich und Millendonck, Gastendonck, Wachtendonck. Donck heißt der höher gelegene und geschütztere Punkt im Bruchlande.

Das Oberland ist das Getreideland. Im Erfttale plätschert die Wassermühle (Abb. 9). Hochragende, schlanke Bäume begleiten den Lauf des stillen Flusses und rahmen die Weidestrecken ein. In dem zittrigen Laub der Erlen, Espen und Pappeln regt sich der leiseste Hauch. Durch silbrig graue Baumstämme lugen niedrige Häuschen, mit Schindeln bekleidet oder mit Brettern verschalt; und nicht selten setzt das Dach seinen Ziegelpfannenschmuck über die Hauswände fort. Andreas Achenbach liebte dieses Land. Unweit der alten kurkölnischen Landesburg Hülchrath stand sein Haus. An den Wassermühlen saß er und beobachtete, wie das große Schaufelrad Wellen warf und die tanzenden Wassertropfen zerstäubte. Seine berühmte „Erftlandschaft“, jenes tonig herrliche Bild vom Jahre 1866, hat die anspruchlose und stimmungsvolle Schönheit des Landes verewigt; seine Erftbilder die Reize der niederrheinischen Landschaft entdeckt. Die Romantik des Mittelrheins, die Bergstaffage der Alpen, die heroischen Theaterkulissen Italiens verloren die Gunst des Düsseldorfer Landschaftsmalers. Düsseldorf wurde der Ausgangspunkt einer Heimatkunst. Und die auf Achenbach folgten, sind bis heute der beste Ruhmestitel der Düsseldorfer Kunst geblieben.

Abb. 9. Die Gustorfer Mühle.
Abb. 10. Kanallandschaft in der Niersniederung.

Neben den Flüsschen sind die Hügel die wichtigsten Faktoren, die die niederrheinische Landschaft so abwechslungsreich gestalten. Das mag den meisten ganz seltsam klingen. Berge am Niederrhein! Denkt doch wohl jeder nur an ein Land, das immer dieselben Bilder zeigt, endlose flache Weiden mit Pappeln und Rinderherden. So wie das Land sich gibt, wenn man zu Schiff talabwärts fährt. ,,Denn rings auf den gestreckten Auen war nirgends mehr ein Berg zu schauen.“ Aber Gottfried Kinkels ,,Otto der Schütz“ kannte halt nur die nächste Umgebung des Stromes.

Unter Niederrhein muß man indes das Land verstehen, das von den Toren der alten Kaiserstadt Aachen und von Köln aus sich bis über das Clever Land hinaus erstreckt, das Land zwischen Maas und Rhein, das im Westen nach Holland, im Osten nach dem Münsterlande übergeht. Mitten durch dieses Gebiet läuft eine Kette von Inselbergen. Mit dem Egels- und Hülserberg bei Crefeld beginnt das Land Wellen zu werfen, die über Vluyn, Camp und Xanten sich weiter bewegen als Gülix- und Rayenerberg, Eyllertund Dachsberg, Camper- und Niersenberg, dann mit der überraschend schönen Bönninghardt und den Balberger Höhen abschließen.

Wer diese Hügelkette zum erstenmal aufsucht, ist ganz erstaunt ob ihrer Höhe. Denn ganz unvermittelt in der weiten Ebene steigen sie auf bis zu 80 Metern. Als vor tausend und aber tausend von Jahren ein vorzeitliches Geschlecht von Riesen von den Alpen bis zum Meere die Rheinrinne durch das Land gruben, blieben, je tiefer sie schaufelten und das Wasser durchzusickern begann, an den Holzschuhen der Flussbauer schwere und dicke Erdklumpen kleben. Die wurden den Riesen bei der mühsamen Arbeit lästig. Sie kratzten sie mit der Schaufel ab. Und wo die Erdmassen hinfielen, ragte plötzlich ein Berg in der Landschaft auf. So erzählt es die alte Muhme den Kindern.

Die Berge sind nicht etwa Ausläufer der hohen Erhebungen vom Mittelrhein. Sie bestehen aus Sand und Kiesel und entstanden, als in Urzeiten die große Überschwemmung von Maas und Rhein nachließ. Es sind nichts anderes als Ablagerungen des Rheines.

Abb. 11. Bruchlandschaft bei Schiefbahn an der Niers.

Der schönste der Berge ist die Bönninghardt. Wer einmal das Land am Niederrhein mit seinen überreichen und eigenartigen Bildern kennen lernen möchte, sollte die sandige Hochfläche aufsuchen. Man ist dort mit der Natur ganz allein, lernt in der Einsamkeit die Sprache der Tiere verstehen und das geheimnisvolle Leben der Heide und des Waldes. Denn kein anderer Wanderer kreuzt meinen Weg und stört mich in der Betrachtung der Dinge. Es gibt hier viele einsame Wege. Am besten aber nimmt man den, der in Camp beginnt, dem alten Kloster, das heute von Moers oder Rheinberg ja so leicht zu erreichen ist. Aus dem großen Platz vor dem Kloster, das auf der abfallenden Höhe sich angebaut (Abb. 18), führt die üppige Lindenallee an dem alten, prächtigen Kruzifixus vorbei, den Abt Stephan Broichhusen 1730 mitten auf dem breiten Wege errichtete. Wenn man den Wald der Camper Höhe verlassen und wieder hinunter in die Ebene steigt, liegt vor uns die Bönninghardt ausgebreitet. Ihre Ränder fallen scharf ab.

Steil hinauf führt der Sandweg in die hochgelegene Heide. In den Böschungen hat die Sandschwalbe ihr Nest gebaut. Niedriger Schälwald, denn auf dem sandigen Boden kann das Holz nicht gedeihen, rahmt die Heideflächen ein, die launisch und eitel wie junge Frauen alle Monate sich in einem neuen schmucken Kleide zeigen. Im Sommer in leuchtendem, blühenden Ginstergewande. Wenn es zum Herbst geht, in dem stumpferen Violett der Erika. Weidenröschen, Bärlapp, die dornige Hauechel dazwischen, und die kleine lustige Blauwaldbeere. Schön ist das Kommen und Wiedergehen von immer neuen Farben mit ihren reizvollen Übergängen, über der Heide duftet der Thymian.

Je mehr wir uns dem kleinen Städtchen Alpen nähern, desto mehr schwindet die Heide. An Stelle des niedrigen Zwergwaldes tritt der hochstämmige Laubund Nadelwald. Aber der reiche Wechsel der Farbe schwindet nicht. Da ist Eichwald. Zu Füßen seiner knorrigen Stämme Ginstergebüsch. Oder, von Heidelbeersträuchern umgeben, die braunroten Stämme der Fichten und Kiefer. Hellgrüner Maiwuchs, der allmählich dunkelt, hebt von den stahlgrauen alten Trieben sich ab. Und die Kiefer schmückt sich mit leuchtenden Kerzen. Dann Strecken von Buchenwaldungen. Zu ihren Füßen ganz und gar umgarnt mit üppig wucherndem Adlerfarn, in dessen Dickicht sich das Reh versteckt. Diese reiche Fülle von Grün und warmem Braun in wunderbaren Tonabstufungen. Doch niemals bunt und regellos durcheinander. Immer zu großen Flächen gebunden. Diese Landschaft hat Stil in ihren großen Formen.

Abb. 12. Alpen.
Abb. 13. Garten auf der Landstraße von Labbeck nach Sonsbeck.

Es gibt Stellen, von denen das Auge das ganze Land bis zum Rhein überschauen kann. Mitten in der breiten Ebene sieht man Teiche, nicht selten kleine Binnenseen. Reste von alten Rheinbetten längst verklungener Zeiten. Und wenn man heute hier und dort im Lande den Erdboden ausbaggert, um Eisenbahndämme bauen zu können, so sammelt sich bald wieder ein neuer See. Weiter am Horizont Bauernhäuser und Äcker schützende Winterdeiche, die die Hochflut des Rheines bannen sollen. Dann hinter den Winterdeichen weites Weideland. Dem Strom zu niedrigere Dämme, die Sommerdeiche, die oft noch überflutet werden. Auf den Inselbergen mitten im Lande glaubt man auf einem letzten, einem dritten und ganz sicheren Damm zu stehen.

Unser Weg führt weiter über die Hochfläche wieder hinunter in die fruchtbare Ebene.

Alpen liegt reizvoll zwischen zwei Höhenzügen eingebettet, eingeschlossen von zwei schützenden Armen. Am Eingang in die kleine Stadt rückt neugierig die evangelische Kirche von 1716 ihren barock geformten Turm in die Straße vor. Und ihre elegant gegliederte Haube ragt weit über die Dächer der kleinen Bürgerhäuser hinaus (Abb. 12).

Am Abhang der Bönninghardt schlängelt der Weg sich nach Sonsbeck. Wieder ein anderes Bild. Wallhecken schließen die Bauernhäuser und Weiden ein. Oft sind die Häuschen ganz schlichte Katen nur, aus Backstein, getüncht, zwei Fensteröffnungen bis an das Dach reichend und dieses gedeckt noch mit Stroh. Fernblicke hat man hier selten. Denn meist bleibt das Auge am nahen Horizont an den Baumgruppen haften. Die Gärten sind wohlgepflegt. Ein hell gestrichenes Lattentörchen mit leicht geschwungenem oberen Rande zwischen der Wallhecke (Abb. 13). Die Wege gerade gezogen, mit Kies bestreut, die Grenze scharf von Taxus eingehalten. Laubengänge und Tordurchgänge ebenfalls aus Taxus oder Buchsbaum. Ganz phantastisch ist oft der immer wieder von neuem beschnittene Baum am Ende des Hauptweges. Und auf den gepflegten Hecken sind allerlei Vögel und Tiere aus dem Taxus geschnitten. Kanäle ziehen durch das Land. Man glaubt in Holland oder im Münsterlande zu sein.

Eine breite und tiefe, steil ansteigende Schlucht — ganze Bataillone könnten sich hier verbergen — führt durch den Sandberg von Sonsbeck nach Labbeck, voll und voll überwuchert für einige Wochen des Jahres von dem leuchtenden Rot der giftigen Fingerhutsblüten.

Dann wieder bergab, an uralten, verdorrten Eichbäumen vorbei, die ganz vermorscht und die seltsamsten Formen zeigen. Das ist wohl das eigenartigste Landschaftsbild der Inselberggegend. Die Stämme sind ausgehöhlt. Aus einer sah ich eine weißstämmige schlanke Birke aufwachsen. Andere hatten in den breiten Ästen oder auf dem Kopfe einer ausgelebten Eiche Wurzel geschlagen. Ganz phantastische Gebilde. Auf den hochgelegenen Punkten der Inselberge klappern vergnügt die Flügel der Mühle im Winde. Und wenn man hinunter in die Ebene schaut, sieht man den Horizont weit und breit mit den eigenartigen Silhouetten der Mühlen belebt. Ihre Lebensdauer ist nur noch beschränkt. Dampfkraft und Elektrizität werden sie bald verdrängen. Eine neue Windmühle wird kaum noch am Niederrhein gebaut. Man wird sich mit dieser Zukunft abfinden müssen, die unvermeidlich ist und leider der Landschaft einen der charakteristischen Akzente raubt. Denn kein anderer ist mit dem Landschaftsbilde so eng verwachsen wie dieser phantastische Bau. Seine eigenartige Note zeigt sich am besten, wenn die gespenstige dunkle Silhouette sich gegen den hellen Mondhimmel abhebt, oder wenn Herbststürme über das Land dahmfegen. Die Windmühle am Niederrhein hat zwei verschiedene Typen. Die hölzerne Bockmühle (Abb. 15), ein viereckiges Untergebäude, das oben spitz zuläuft, auf dessen Sattel, dem Bock, der Oberbau, die eigentliche Mühle, ruht. Von dem Oberbau läuft der sogenannte Sterz, weit abstehend über den Unterbau, zur Erde und wird dort an einem Pflock befestigt. Ebenso die hölzerne, schmale, ebenfalls abstehende Stiege. Mit dem Sterz dreht man die Mühle über dem Bocksgestell, so wie gerade der Wind kommt. Und die Stiege dreht sich dann mit. Man hat diese Bockmühlen häufig mit Schindeln bekleidet, oft auch durch einen Wechsel der Lagen mit geometrischen Mustern gezeichnet. Die Turmmühle, der andere Typ, steht fest, und nur seine Haube mit den Flügeln ist drehbar. Es ist ein Steinbau, rund oder achteckig und von abwechslungsreichen Formen. Meistens ein Backsteinbau. Bei dem einen reichen die Flügel fast bis zur Erde (Abb. 16). Der andere hat noch einen besonderen Unterbau, um dessen Stirn eine Galerie hinläuft

(Abb. 17). Die Turmmühle ist in den Niederlanden gebräuchlicher denn die Bockmühle. Man redet daher auch am Niederrhein von Bergholländer und meint die galerielose Turmmühle; oder von Bockholländer und meint die mit Unterbau und abstehendem Laufgang. Oft hat man auch, wie in Xanten (Abb. 17), Calcar, Sonsbeck und Zons (Abb. 56), einen alten Stadtturm als Windmühle verwandt. Aus dem Straßenbilde ragt dann der Bau gigantisch auf, und man glaubt, wenn das Flügelkreuz sich dreht, daß es die kleinen Häuser zerschlagen müsse*).

Abb. 15. Mühle bei Wachtendonck.

*) Die charakteristischen Windmühlen, gesammelt bei Quedenfeldt: Einzelbilder vom Niederrhein. Nr. 107, 213, 269, 368. 369, 686.

Das einsame Land am Niederrhein mit seinen verträumten, weit abseits gelegenen Nestern kann nur derjenige lieben, der es wirklich kennt, der dort groß geworden, das Land durchwandern und seine ganze Poesie belauschen konnte. Eigentlich nur die niederrheinischen Landschaftsmaler, der große Schülerkreis des Altmeisters Eugen Dücker von der Akademie zu Düsseldorf, die der außerordentlich fein gewobene Dunst, das Wolkenspiel am Horizont bezaubert hat, die große feierliche Stille, der geheimnisvolle Erdgeist, der über dem Lande schwebt, der Reiz der anspruchslosen Backsteinhäuser, die mit dem Grün der Landschaft, dem Blau des Himmels und dem zarten Duft der Ferne sich zu einem stimmungsvollen Ganzen einen. Es sind die Clarenbach, Hambüchen, Hardt, Hermanns, Jernberg, Liesegang, Lins, Mühlig, Otto, Stern, von Wille, Wansleben u. a. Wer kommt sonst noch an den Niederrhein? Viehhändler, die auf die großen Märkte wollen, und schlichte Katholiken, die gläubigen Herzens nach dem Gnadenbild zu Kevelaer pilgern. Es ist ein eigener Zauber, der von dem stillen Lande ausgeht, dem Niederrhein von Cleve, Calcar, Xanten, Emmerich und Rees. Natur und Kunst, Landschaft und Menschenschlag sind zu einer unlösbaren Harmonie verbunden.

Hinter den breiten Dämmen eines Bauernlandes, auf dem meilenweit das schwarzgefleckte Volk der Rinder grast, liegen abseits von Handel und Verkehr die Abtei Camp und die Dome von Calcar und Xanten.

Zwölf fromme Mönche aus Morimund hatten im Jahre 1122 die Abtei Camp gebaut, die bald weit und breit am Niederrhein das reichste Kloster war. Krieg und Raub haben sie zwar oft heimgesucht. Aber mit zäher Geduld hat sie immer wieder die Spuren der Zerstörung durch Neuund Ausbauten beseitigt. Sie ist heute längst kein Kloster mehr. Aber der lichte und hochgelegene Punkt m der weiten Landschaft ist sie geblieben (Abb. 18). Mauern schließen die Terrasse oben auf dem abfallenden Gelände ab. Die schlanken Türme zu beiden Seiten des Chores ragen über sie hinaus. Rechts die schön geschwungene Haube der Sakristei. Links die prächtige Prälatur mit dem backsteinernen Giebel. Und an die Wehrmauer lehnt sich in dem tiefer gelegenen Garten des Abtes das reizvolle Gartenhäuschen.

Abb. 16. Mühle bei Mehr.

Unter den hohen Wölbungen von St. Viktor in Xanten und St. Nikolai in Calcar stehen die farbenprächtigen Tafeln der Jan Joest van Calcar, Joos van Cleef und Barthel Bruyn und die virtuos geschnitzten Altarbauten der Meister Amt, Johannes van Goch, Dierick Boegaert, Loedewich, Dierick Jaeger, Hans van Haldern, Dries Holthuys, Heinrich Holt, Heinrich und Johannes Douvermann und Arnold van Tricht, jener Meister, die man die Schule von Calcar nennt. Man kennt sie und ihren guten Ruf draußen sehr wohl. Aber selbst dieser beste Ruhmestitel vom Niederrhein konnte den fremden Kunstfreund nicht bewegen, unsere Heimat einmal aufzusuchen. Eine Rheinreise beginnt halt wie zu Goethes Tagen erst in Köln!

Die eigentliche Schatzkammer am Niederrhein war immer der herrliche Dom des heiligen Viktor zu Xanten (Abb. 19). Und ein Ereignis, das wie ein Schicksal über die benachbarten Niederlande hereinbrach, Emmerich und Wesel noch in Mitleidenschaft zog, hat die Stadt und den Dom zu Xanten verschont. Der unheilvolle Bildersturm. Seitdem steht das stolze Gotteshaus da wie ein Magnet niederrheinischer und niederländischer Kunst.; Es ist die sechste Kirche schon, die auf demselben Grund und Boden sich erhebt.

Abb. 17. Xanten. Mühle auf der alten Stadtmauer

Der erste Bau, den die Sage einer Gründung der heiligen Helena zuschreiben möchte, fand im 5. Jahrhundert seinen Untergang. Als die Normannen im Jahre 864 den ganzen Ort zerstörten, ging die zweite Kirche, die man zu Ehren des heiligen Viktor, eines der Führer der Thebaischen Legion, errichtet hatte, in Flammen auf. Deutsche Kaiser beschenkten den Neubau mit kostbaren Schätzen, Geräten und Reliquien. Aber der Brand vom Jahre 1080 legte den dritten, der Brand vom Jahre 1109 den vierten Bau in Asche. Doch immer herrlicher als zuvor erstand wie ein Phönix aus dem Bauschutt der Brandstelle ein neues Haus. Um 1200 sah Meister Berthold seine beiden, heute noch erhaltenen stolzen Türme gen Himmel aufwachsen. In jahrzehntelanger Tätigkeit baute Magister Jacobus weiter an dem großräumigen Gotteshause. Aber dem Sturm der Herren von Moers und von Erkel auf die Stadt im Jahre 1373 folgte ein verheerender Brand, der auf die Kirche übergriff, über die Trümmer des Ortes ragten die Mauern des zerstörten Doms.

Abb. 18 Die ehemalige Abtei Camp.

Es begann ein sechster Bau. Meister Konrad von Cleve stellte die Türme wieder her. Meister Gerard von Köln und Meister Konrad Kregelin leiteten von 1396 den Ausbau der Schiffe. 1406 ist ein Meister Gisbert von Kranenburg auf der Baustelle. Es folgt ihm Meister Gerhard Loemer, dann Heinrich Blankenbyl aus Wesel und Johann Frankenberg, der damalige Dombaumeister aus Köln, Meister Wilhelm Backerwerd aus Utrecht und Johannes Langenberg aus Köln. Erst um die Mitte des 16. Jahrhunderts ist der Dom vollendet. ,,Ein Kompendium der niederrheinischen Baugeschichte durch vier Jahrhunderte“, wie Paul Giemen den Bau nennt, der in der Rheinprovinz nur vom Dom zu Köln noch übertroffen wird.

Zum Schmuck der Viktorskirche hat fast jeder der sogenannten Meister von Calcar einen Beitrag liefern müssen. Daher die Fülle von geschnitzten Holzaltären und Steinplastiken. Maestricht gab mit dem Leuchterbogen das umfangreichste und glänzendste Werk der Dinanterie, Viktor und Heinrich Dünwegge, die beiden westfälischen Maler, und Barthel Bruyn ihre besten Tafelbilder, über den reichgeschnitzten Chorstühlen, in deren Krabben Hunde und Affen, Vögel und Drachen ihren Unfug treiben, hängen die kostbar gewebten Teppiche immer noch an derselben Stelle, für die sie bestimmt gewesen, und die für ein und ein halbes Jahrhundert dem Besucher eine vollendete Entwicklungsgeschichte der Teppichweberei vorführen. Um die Leuchter, Pulte und Reliquiengefäße mag das ganze Land am Niederrhein den Dom beneiden. Nur der Schatz der Münster in Essen und Aachen kann den Vergleich noch aushalten. Doch mit dem Reichtum an kostbaren Paramenten kann keine rheinische Sammlung wetteifern. Auch sonst kein Kirchenschatz Mitteleuropas!

Abb. 19. Xanten. St. Viktor mit der Michaelskapelle. Vgl. Abb 20. und Situationsplan Abb. 21.
Abb. 20. Xanten. St. Viktors Dom. Vgl. Situationsplan Abb. 21

Der Dom des heiligen Viktor ist mit der Immunität und den Stiftshäusern eine Stadt für sich, auch einer Stadt gleich von Mauern und Toren eingeschlossen (Abb. 21). Das Tor der Michaelskapelle (Abb. 19, 20) führt, wie der schöne Kerkbog von St. Stephan in Nymwegen (Abb. 157), aus der Viktorstadt auf den Marktplatz des größeren Xanten, das diese umgibt. Auf dem Domplatze rauschen die mächtigen Kronen alter Linden. Niedrige Stiftshäuser schließen ihn ein, und ihr Maßstab läßt die Domtürme so gewaltig aufragen. Einzelne der kleinen Häuschen haben nach dem Marktplatze und den Straßen zu, um das Leben und Treiben dort in Muße behaglich betrachten zu können, sich kleine reizvolle Erker vorgebaut (Abb. 24), andere im Zuge der Immunitätsmauer ein schlichtes Gartenhäuschen (Abb. 22) oder auch einen stattlichen Pavillon (Abb. 23). Friedlichere Zeiten haben diese intimen Schmuckbauten hier an Stelle abweisender, mittelalterlicher Wehrtürme, wie auf der Stadtmauer von Calcar, errichtet*). Und wieder andere Häuser der Immunität haben nach dem Domplatz zu sich mit Epitaphien und frommen Szenen geschmückt (Abb. 27). In den Nischen der Strebepfeiler haben die Bildhauer vom Niederrhein die realistisch naiven, niederländisch verwandten Stationsbilder gearbeitet. Zu Stein gewordene mittelalterliche Mysterienszenen. Und in den stimmungsvollen, stillenKreuzgängen (Abb . 25, 26) erzählen die Epitaphien, ein Museum für die Geschichte der RenaissanceplastikamNiederrhein, von der Geschichte der Viktorstadt und von dem Ausgange der Calcarer Meisterschule.

Abb. 21. Xanten. Stadtplan mit der alten Stadtmauer. Die Immunität um St.Viktor ist dunkel angelegt. Aufnahme des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Heimatschutz.

*) Quedenfeldt: Einzelbilder vom Niederrhein. Nr. 221.

Abb. 22. Xanten. Gartenhaus an der Immunitätsmauer von St.Viktor. Vgl. Situationsplan Abb. 21.

Auf einer hohen Säule steht der heihge Schutzpatron, mit Panzer, Schild und Lanze bewaffnet, unter einem breiten Baldachin, gleichsam einem Schilderhäuschen, und schaut auf seine Stadt herab (Abb. 28). Er darf schon stolz auf sie sein! Konnte doch der Dom seit dem Ausgange des 12. Jahrhunderts mit allen Kirchen Kölns an Ausstattung, Pracht und Ausdehnung wetteifern.

Dô gie ze eime münster
vil manec rîcher Kneht
und manec edel rîter.


In dem Viktorsdome ward Siegfried zum Ritter geschlagen. In Xanten, der Hauptstadt der Niederlande, stand seine Stammburg. So beginnt die ,,II. Âventiure von Sîfride“ in „Der Nibelunge Nôt“.

Dô wuchs in Niderlanden
eins edelen Küneges Kint.
des vater der hiez Sigemunt,
sîn muoter Sigelint.
in einer bürge rîche,
wîten wol bekant,
niden bî dem Rîne.
diu was ze Santen genant.


Weiter stromabwärts, nicht weit der heutigen Reichsgrenze, ragt in das Land hinaus die Schwanenburg zu Cleve (Abb. 31). Wir sind am Schauplatze einer anderen deutschen Volkssage angelangt, auf der Burg des Schwanenritters Elias Grail, bei Lohengrin und Elsa von Brabant. Hochelten hält auf der anderen Rheinseite mit ihr Schildwache dort, wo der Rhein unsere Heimat verläßt und fremdes Land aufsucht. Aber man merkt kaum, daß uns der Fluss in ein anderes Land getragen hat. Eine Grenze kennt nur die Landkarte. Die Wirklichkeit nicht. Hier wie dort dasselbe Landschaftsbild. Derselbe Menschenschlag.


Dieses Kapitel ist Teil des Buches Die Baukunst am Nieder Rhein Band 1.
Abb. 2. Zons. Partie am Rheintor, Ansicht von den Rheinwiesen.

Abb. 2. Zons. Partie am Rheintor, Ansicht von den Rheinwiesen.

Abb. 3. Rees.

Abb. 3. Rees.

Abb. 4. Die Schnellenburg bei Düsseldorf.

Abb. 4. Die Schnellenburg bei Düsseldorf.

Abb. 5. Das Münster in Emmerich.

Abb. 5. Das Münster in Emmerich.

Abb. 6. Hamm bei Düsseldorf.

Abb. 6. Hamm bei Düsseldorf.

Abb. 7 Moorlandschaft an der Schlot in der Niederung der Niers.

Abb. 7 Moorlandschaft an der Schlot in der Niederung der Niers.

Abb. 8. Die Keiser-Buche in Schwalheim. Nach den Mitteilungen des Rhein. Vereins für Denkmalpflege und Heimatschutz.

Abb. 8. Die Keiser-Buche in Schwalheim. Nach den Mitteilungen des Rhein. Vereins für Denkmalpflege und Heimatschutz.

Abb. 9. Die Gustorfer Mühle.

Abb. 9. Die Gustorfer Mühle.

Abb. 10. Kanallandschaft in der Niersniederung.

Abb. 10. Kanallandschaft in der Niersniederung.

Abb. 11. Bruchlandschaft bei Schiefbahn an der Niers.

Abb. 11. Bruchlandschaft bei Schiefbahn an der Niers.

Abb. 12. Alpen.

Abb. 12. Alpen.

Abb. 13. Garten auf der Landstraße von Labbeck nach Sonsbeck.

Abb. 13. Garten auf der Landstraße von Labbeck nach Sonsbeck.

Abb. 15. Mühle bei Wachtendonck.

Abb. 15. Mühle bei Wachtendonck.

Abb. 16. Mühle bei Mehr.

Abb. 16. Mühle bei Mehr.

Abb. 17. Xanten. Mühle auf der alten Stadtmauer.

Abb. 17. Xanten. Mühle auf der alten Stadtmauer.

Abb. 18 Die ehemalige Abtei Camp.

Abb. 18 Die ehemalige Abtei Camp.

Abb. 19. Xanten. St. Viktor mit der Michaelskapelle. Vgl. Abb 20. und Situationsplan Abb. 21.

Abb. 19. Xanten. St. Viktor mit der Michaelskapelle. Vgl. Abb 20. und Situationsplan Abb. 21.

Abb. 20. Xanten. St. Viktors Dom. Vgl. Situationsplan Abb. 21

Abb. 20. Xanten. St. Viktors Dom. Vgl. Situationsplan Abb. 21

Abb. 21. Xanten. Stadtplan mit der alten Stadtmauer. Die Immunität um St. Viktor ist dunkel angelegt. Aufnahme des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Heimatschutz.

Abb. 21. Xanten. Stadtplan mit der alten Stadtmauer. Die Immunität um St. Viktor ist dunkel angelegt. Aufnahme des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Heimatschutz.

Abb. 22. Xanten. Gartenhaus an der Immunitätsmauer von St.Viktor. Vgl. Situationsplan Abb. 21.

Abb. 22. Xanten. Gartenhaus an der Immunitätsmauer von St.Viktor. Vgl. Situationsplan Abb. 21.

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