Die Bäder und Heilquellen in Mecklenburg-Schwerin.

Notizen, gesammelt auf einer Reise im Winter 1855 — 1856.
Autor: Spengler, Ludwig Dr. (?) Hofrat, Kurarzt in Bad Ems, Erscheinungsjahr: 1858
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg, Ostseeküste, Seebäder, Heilmittel, Wunderkuren, Badearzt, Baderegeln, Gottlieb Samuel Vogel, Heilquellen, Badeleben, Reisen, Kuren, Mineralquellen, Doberan, Warnemünde, Parchim, Sternberg, Kaltwasseranstalten
Aus: Balneologische Zeitung. Korrespondenzblatt der deutschen Gesellschaft für Hydrologie.
Band VII. 1. November 1858. Nr. 14.
Die einheimischen Mineralquellen in Mecklenburg wurden seit der Mitte des 17. Jahrhundert benutzt; ja man nannte schon 1492 eine Quelle zu Sternberg die Wunderquelle, die viel gebraucht wurde. So stand auch schon vor dem Jahre 1761 bei der Stadt Hagenow eine derartige Quelle in großem Rufe, büßte ihn aber in jenem Jahre ein, und wurde verschüttet; eine ähnliche florierte bei Röbel um das Jahr 1770, welche Lahme und Blinde kurierte, aber schon nach fünfjähriger Wirksamkeit versiegte, weil die geizigen Eigentümer sich von den hilfesuchenden Kranken bezahlen ließen. Im Jahre 1802 aber kam sie wieder zum Vorschein, und nun benutzte man nicht allein das Wasser, sondern streute sogar den Quellsand als Heilmittel in Wunden. (Boll, Gesch. Meckl. II. 684) Nachteilige Erfolge dieser Kuren und ärztlicher Einspruch brachten sie aber bald wieder um ihren Ruf. Fast zwei Jahrzehnte später, 1818, wurde auch jene Hagenower Quelle wieder aufgegraben, und ihr Wasser verrichtete nun abermals solche Wunderkuren, dass der Magistrat es bei der großen Anzahl der zuströmenden Kranken für nötig hielt, einen Wächter zum Schöpfen des Wassers anzustellen, damit die Quelle nicht durch badende Leute, welche mit ansteckenden Krankheiten behaftet wären, verunreinigt würde. Ja man verfuhr das Wasser in Fässern, nicht allein in Mecklenburg, sondern selbst nach Lübeck, Hamburg und Hannover. Das Volk schrieb dessen wohltätige Wirkungen, die auch diesmal sich nicht lange bewährten, einer vor grauen Jahren in der Quelle versunkenen Apotheke zu!

Das erste eigentliche Bad in Mecklenburg ward aber erst 1793 errichtet, und zwar zu Doberan.
Das Stahlbad zu Doberan.

Das Stahlbad zu Doberan.

Der Heilige Damm und die Ostsee.

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Das Salon- und das Badehaus in Heiligendamm.

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Rostock zur Zeit der Hanse, Holzschnitt

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Badenixe 1930

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Hart ist das Leben für die Fischer an der Ostsee.

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