Alles über die Kartoffeln

Archiv für Landeskunde in den Großherzogtümern Mecklenburg und Revue der Landwirtschaft. Band 4 (Des Mecklenburgischen Gemeinnützigen Archivs Neue Folge)
Autor: Redaktion: Archiv für Landeskunde in den Großherzogtümern Mecklenburg . . ., Erscheinungsjahr: 1853

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Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Landwirtschaft, Kartoffelanbau, Kartoffelkrankheit, Kartoffelertrag,
Neues Verfahren zur Erhöhung des Kartoffelertrages. Gutsbesitzer Beerend teilt uns ein im sächsischen Boigtlande angewendetes Verfahren mit, wonach die Kartoffeln auf schlechtem Boden 200, auf gutem 400-500 Ztr. Ertrag pr. Morgen gewähren sollen. Dasselbe besteht darin, im Herbste den Acker in kleinen Beeten von 4 Furchen zu pflügen und dieselben dann einmal zu übereggen. Im Frühjahre werden die Furchen gedüngt und die Kartoffeln auf den Dung gelegt, hierauf wird das Land so geeggt, dass die Furchen nicht ganz geschlossen sind; ist sodann die Kartoffel aufgegangen, so wird sie wieder durch Glatteggen des Landes mit Erde bedeckt, und wenn sich Unkraut zeigen sollte, dasselbe durch drittes Eggen vertilgt. Auf diese Weise soll der vorbemerkte außerordentliche Ertrag erzielt werden. (Frauend. Bl.)

In Sachen der Kartoffelkrankheit. Herr Thornton J. Herapath, ein bedeutender Landwirt in der Nähe von Bristol, hat vor kurzem seine Erfahrungen über die Kartoffelkrankheit veröffentlicht. Er fasst dieselben in folgenden Punkten zusammen: 1) Die Kartoffelkrankheit wird weder direkt noch indirekt durch die Verwüstungen eines parasitischen Insekts verursacht. 2) Sie ist vielmehr die Wirkung einer Art fauler Wirkung oder beginnender Zersetzung der stickstoffhaltigen Bestandteile des Softes oder Zellen-Inhalts. 3) Diese Zersetzung wird entweder direkt durch einen eigentümlichen Schwamm (hotrytis infestans), auf den die Aufmerksamkeit schon von anderer Seite gelenkt ist, hervorgebracht, oder, was meiner Meinung nach noch wahrscheinlicher ist, dieser Schwamm ist selbst nur eine Wirkung jenes Gärungsprozesses und nicht die Ursache der Krankheit. 4) Die Krankheit ist zum großen Teile durch die lange und ohne Unterscheidung fortgesetzte Anwendung tierischen stickstoffhaltigen Düngers verursacht, welcher dic Kartoffelpflanze übermäßig entwickelt und so für dic Krankheit empfänglicher gemacht hat, indem sie auf dieselbe eine ähnliche Wirkung ausübte, wie übermäßig genossene Alkohol-Getränke auf den menschlichen Körper, d. h. sie hat die Stengel der Pflanze geschwächt und den Organismus atmosphärischen und andern Einflüssen leichter zugänglich gemacht. 5) Tierischer oder stark stickstoffhaltiger organischer Dünger sollte beim Bau von Kartoffeln und überhaupt von allen Wurzelfrüchten mit großer Vorsicht angewandt werden; der beste Dünger für die Kartoffeln ist unorganischer, wie solcher in einzelnen Teilen des Kontinents gebraucht wird oder einst gebraucht wurde. 6) Nachdem die Kartoffelkrankheit einmal aufgetreten, ist sie epidemisch geworden. 7) Sie ist kontagiös, wenn nicht infizierend. 8) Das einzige Mittel zu Ihrer Ausrottung besteht In der Wiederherstellung der organischen Konstitution der Pflanze, 8) Dieses wünschenswerte Resultat kann nur durch eine vollständige Änderung in der Art des bisherigen Baues erreicht werden. 10) Die Mittel, unter denen man die Wahl hat, sind: a. Vollständiges Trocknen der Saat-Kartoffeln, wie dies in einzelnen Teilen von Deutschland stattfindet. b. Man legt sie eine Zeit lang in eine verdünnte Auflösung von Kupfervitriol, ungefähr von der Stärke, wie die zum „Tränken“ von Weizen. c. Man pflanzt sie in mageren, gut gedrainten Acker. Endlich d. man nimmt statt des Stalldüngers, den man jetzt anwendet, unorganischen Kompost gleich dem oben erwähnten. (Gumprechts N. Landw. Zeitg.)

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Arbeitspause für Mensch und Tier

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Pflügen, vierspännig Pferde

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Pflügen, zwei-spännig Pferde (2)

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Schweine, Waldmast

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Traktor, Bodenbearbeitung (2)

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Traktor, Bodenbearbeitung (3)

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Traktor, Bodenbearbeitung

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Bäuerin

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