Zur Geschichte des Rostocker Theaters (1756—1791)

Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der philosophischen Fakultät der Universität Rostock vorgelegt von Wilhelm Schacht.
Autor: Schacht, Wilhelm Dr. (1878- ?) Referent: Professor Dr. Golther., Erscheinungsjahr: 1908
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Hansestadt Rostock, Kunst, Kultur, Theater, Theatergeschichte
Diese Abhandlung erscheint gleichzeitig in den Beiträgen zur Geschichte der Stadt Rostock. Bd. 5. Heft 1 und 2.

**********************************
Eine große Mühe, die Leistung klein — und statt eines Überblicks über das Rostocker Theater von jenem denkwürdigen Erstling des gedruckten Theater-Zettels an (ca. 1520 wohl in der Offizin der Brüder vom gemeinsamen Leben entstanden) bis zur Errichtung eines soliden Komödienhauses im Jahre 1786, womit Rostock vielen größeren Städten vorangeeilt war — statt dessen nur die letzten Jahrzehnte dieser Zeit, freilich in einem deutlichen Bildchen, das, weil es klein ist, viele neue Farben erhalten konnte.

Wer die Mühseligkeit der notwendigen archivalischen Arbeit kennt und die Unmethode und Unzuverlässigkeit des theatergeschichtlichen Betriebes erfahren hat, die heute doch noch fast allgemein sind, dann den Mangel auf Quellen gestellter Monographien, wird meine Beschränkung nicht verurteilen, zumal die schließlich aus weitergestecktem Material herausgehobene Zeit des Themas der für die Rostocker Theater- Geschichte am meisten lohnende Ausschnitt ist, nicht nur, weil hier allein reichliche Quellen fließen. Solange nicht die Zeitschriften und wichtigsten Handschriften-Sammlungen bibliographisch verarbeitet, d. h. charakterisiert, nicht nur in Titeln verzeichnet sind, wird eine Vollständigkeit des Materials (soweit sie überhaupt wünschenswert ist) selbst für die kürzeste Zeit unmöglich sein.

Die Komposition sollte erreichen, dass neben einer lesbaren Zusammenfassung übersichtliche Untersuchung und genaue Quellenangaben standen, die das Rostocker Rats-Archiv auch für die Theater-Geschichte anderer Städte ausschöpften, mit einem Blick auf jene Tabellen deutscher Wandertruppen hin, von denen Paul Legband in seiner Neuausgabe der Schmidschen Chronologie spricht. Parallelen mied ich, um das Lokalgeschichtliche wirken zu lassen in der Erkenntnis, dass das Rostocker Theater-Bildchen in der Galerie der Deutschen Theater-Geschichte verschwindet.

Die Repertoire durften vollständig beigegeben werden, so vorsichtig und knapp sie auch zu verwerten waren, weil hier noch jede den Maßstab liefernde Statistik fehlt. Vielleicht werden sie von glücklicherer Hand ergänzt. Sie bleiben wertvoll, auch wenn sie von keiner eigenen bodenständigen Literatur Mecklenburgs reden.

Im geplanten Kapitel über die Personale (Rollenfächer, Schauspielernamen) wäre eine arge Mittelmäßigkeit herrschend geworden. Und auch hier versagt ganz die Bibliographie und Forschung zum Deutschen Theater.

Interesse und Unterstützung fand sich in weiten Kreisen. Herrn Professor Dr. Golther- Rostock verdanke ich die Anregung. E. E. Rat der Stadt Rostock gestattete die unbeschränkte Benutzung des Rats -Archivs (dessen Umsiedelung vielleicht manches Neue oder Vermisste an den Tag fördert), Frau Anna Beselin-Rostock und Herr Rechtsanwalt und Vogt Beselin-Warnemünde überließen mir ihre Sammlung von Theater-Zetteln; die Vorstände der Bibliotheken der Universität, des Landes-Archivs, der Gr. Stadtschule, der Realschule, des Museums (Altertums-Verein), der Sozietät, die Redaktion der „Rostocker Zeitung“, die Bibliotheken in Schwerin, Lübeck, Berlin usw. waren bereitwillig in Nachweisen und im Entleihen. Auch Private gaben mir gerne die erbetene Auskunft. Ihnen allen danke ich hiermit verbindlichst. Besonderen Dank schulde ich den Herren des Rostocker Rats-Archivs, Dr. Dragendorff und L. Krause für ihre unermüdliche und fachkundige Hilfe bei einer monatelangen Arbeit im Archiv; und fast beispiellos erschien mir die Liebenswürdigkeit des Bibliothekars an der Universitäts-Bibliothek Herrn Dr. Löckle (jetzt in Ulm), der mir die Durchsicht vieler Handschriften und selbst unkatalogisierter Bestände ermöglichte und erleichterte.

Inhalt

Vorwort
Literatur und Quellen
Ein Bild Rostocker Theaterlebens während fünfunddreißig Jahre. 1756—1791

Beiwerk:

I. Die Prinzipale
Wilde
Leppert
Gesellschaft Italienischer und Deutscher Operisten
Yilly
Neumark
Wäser
Forsch und Heinrici
Barzanti
Ilgener (J. C. Koppe)
Reymann
Preinfalck
Constantini
Schmidt
Reinberg
Rosenfeld
Tilly (J. C. Fischer)
Sebastian
Studenten-Aufführungen
Der Bau des Schauspielhauses
Lohse
Toscani
Lorenz
Hostovsky, Hagemann, Pendler
Huber
Köppi
Erdmann
Butenop

II. Repertoire von 1760—1791
Register
Rostock Stadtansicht

Rostock Stadtansicht