Wunderbares auf dem Kreuzwege zwischen Alt-Nantrow und Caminshof, bei Neu-Bukow

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 4
Autor: Von A. P. D. Camin, Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Alt-Nantrow, Camin, Kreuzweg, Geisterstunde
Von dem Bauerndorfe Alt-Nantrow führt ein Weg nach dem ausgebauten Bauernhofe Caminshof; derselbe ist, ungefähr zehn Minuten von dem letzteren Gehöfte entfernt, von einem andern Wege durchschnitten, wodurch ein sogenannter Kreuzweg gebildet wird. Wie's denn an solchen Stellen gewöhnlich spuken und nicht richtig sein soll, so auch hier.

Zwischen 12 und 1 Uhr des Nachts soll nämlich dort ein zottiger, schwarzer Hund mit goldenem Halsbande sein Wesen treiben und einen dort versunkenen Schatz bewachen. Obgleich der Hund noch Niemandem etwas zu Leide getan hat, so zeigt er doch ein grimmiges Gesicht und einen feuerspeienden Rachen, wenn man sich ihm nähert.

Als einst auch zwei Reiter in der Geisterstunde dieses Weges kamen, hatten sie bei dem Kreuzwege eine noch andere sonderbare Erscheinung. Sie sahen nämlich, wie die schwarzen Mähnen ihrer Pferde plötzlich lichterloh brannten, ohne dass diese Schmerzen empfanden, geschweige denn Wunden hierdurch erhielten; doch wurden die Tiere sehr unruhig und wild und nötigten dadurch ihre Reiter zum Absteigen.

Das Feuer loderte einige Minuten auf den Mähnen der Pferde, dann verschwand es plötzlich wieder. Die dampfenden Pferde wurden nun ruhiger, so dass die Reiter sie wieder besteigen und ihren Weg fortsetzen konnten.

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