Wie die Teterower einen in den Brunnen gefallenen Stein wieder herausholen wollten.

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 4
Autor: Gesammelt und herausgegeben von M. Dr. A. Niederhöffer, Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Teterow, Teterower Brunnen
Die Teterower ließen einmal einen tiefen Brunnen gründlich reinigen, wozu sie sich von weit her einen berühmten Pumpenmeister verschrieben hatten. Als dieser seine Arbeit glücklich beendigt hatte und bereits, samt all seinen Gerätschaften, wieder abgereist war, fiel unglücklicherweise ein Stein in den Brunnen, und entstand nun die große Frage, wie er wieder herauszuschaffen sei.

Da man keine so lange Leitern besaß und überhaupt alle sonstigen Instrumente fehlten, um in die Tiefe zu gelangen, so kam man endlich überein, eine lange lebende Kette zu bilden. Einer fasste also oben an, ein Zweiter an dessen Füße und so fort, bis man den Grund des Brunnens erreichte. Weil aber die Kante der Brüstung sehr scharf war, so wurde dem Obersten das Halten bald über. Er wollte einmal in die Hände spucken und rief deshalb seinen unter ihm hängenden Kameraden zu: „Hollt mal ondlich fast, Jungens, ick will mie blot mal in dei Hänn'n spieg'u!"damit ließ er los und plumps! lag der ganze Haufen in der Tiefe des Brunnens und krabbelte dort im Wasser umher.

*) „Haltet einmal ordentlich fest, Jungens — ich will mir bloß einmal in die Hände spucken!"

Wie es sonst abgegangen und wie der Stein und die Menschen wieder herausgekommen, meldet die Sage nicht, aber das Loslassen ist seitdem verboten worden.

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Teterow - Hechtbrunnen

Teterow - Hechtbrunnen

Stralsund, Semlowertor

Stralsund, Semlowertor