Wie der Zierker See bei Neu-Strelitz fürstliches Eigentum geworden sein soll.

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 4
Autor: Von A. C. F. Krohn zu Penzlin, Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Mecklenburg-Strelitz, Zierker See, Neu-Strelitz, von Malzan, Adolf Friedrich III, von Mecklenburg-Strelitz
Der Zierker See bei Neu-Strelitz, sowie der daran grenzende Schlossgarten und der Schlossplatz, letztere wenigstens teilweise, sollen früher denen von Maltzan gehört haben.
Als nun der Herzog Adolf Friedrich III. von Mecklenburg-Strelitz*) sich ein Jagdschloss bei dem ehemaligen Hofe Glineke anzulegen wünschte, machte der damalige Inhaber der Maltzan'schen Güter, dem auch Glineke gehört haben soll, der Sage nach mit dem nötigen Platze dem Herzoge ein Präsent und überließ demselben auch das zum Schlossgarten gewünschte Land. Dadurch wurde die Freundschaft zwischen Beiden, welche sich schon immer sehr nahe gestanden, noch inniger; und wenn am Strelitzer Hofe irgend Festlichkeiten veranstaltet wurden, so durfte auch Maltzan dabei nicht fehlen.

*) Herzog Adolph Friedrich III. von Mecklenburg-Strelitz wurde den 7. Juni 1686 geboren, regierte vom 12. März 1708 und starb am 11. Dezember 1752.

Einst, als Letzerer mit dem Herzog bei Glineke jagte, äußerte dieser den Wunsch, auch den Zierker See zu besitzen.

Es hatte aber zu der Zeit der Herzog ein paar ausgezeichnet schöne Jagdhunde, und nach diesen trug Maltzan ein ebenso großes Verlangen, als der Herzog nach dem See, darum sagte er scherzend zu seinem fürstlichen Freunde:

„Gifst Du mie de Thölken,
So gähf ick Die dat Pöhlken!" *)

*) „Gibst Du mir die Thölchen, — Hündchen —
So geb' ich Dir das Pfühlchen — Teichchen — !“


Der Herzog schlug sogleich ein und soll mit dem Tausch ganz besonders zufrieden gewesen sein.

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Neustrelitz - Schloss

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Neustrelitz - Schloss u. Schlosskirche

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