Vom Spuke an der alten Brücke zwischen Sponholz und Warlin bei Neu-Brandenburg.

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 2
Autor: Von C. Langmann, Lehrer zu Sponholz., Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Sponholz, Warlin, Mühlenbach
Auf dem früheren Landwege von Sponholz nach Warlin steht man noch jetzt, jenseit des Waldes, nahe an der von Neubrandenburg nach Friedland führenden Chaussee, eine alte steinerne Brücke, welche über den Mühlenbach führt.

Hier soll es nun von jeher nicht geheuer gewesen und schon Manchem schlecht ergangen sein, wenn er in später Stunde des Weges gekommen.

Unter Anderen erzählte mir, vor mehr als 20 Jahren, ein damals auf dem Sponholzer Hofe dienender Knecht, dass er Abends spät mit einem leeren Kaleschwagen mit zwei Pferden bespannt des Weges gekommen. Als er an die Brücke gelangt, wollen die Pferde durchaus nicht hinüber. So viel er auch peitscht und antreibt, die Pferde bäumen sich und drängen immer zurück.

Zuletzt fällt dem Knecht ein, dass er einmal gehört, wenn man einen sogenannten Kreuzknoten in einen der Zugstränge mache, so müsse der Spuk weichen. Er springt also vom Wagen und schlägt einen solchen Knoten. Kaum aber ist er damit fertig, als auch schon die Pferde mit einem Male wie toll losgehen, so dass er nur schnell mit einem Satz auf den Wagen eilt und im vollen Galopp, die Pferde mit Schaum bedeckt, zu Hause ankommt.

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