Vineta. Mündlich aus Swinemünde und Heringsdorf

Aus: Norddeutsche Sagen, Märchen und Gebräuche
Autor: Aus dem Munde des Volkes gesammelt und herausgegeben von Adalbert Kuhn und Wilhelm Schwartz, Erscheinungsjahr: 1848
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Norddeutschland, Märchen, Sagen, Gebräuche, Sitten, Sprichwörter, Sprüche, Überlieferungen, Volksmund, Mecklenburg, Usedom, Streckelsberg, Vineta, Koserow
Etwa eine Viertelmeile vom Streckelsberg, einem Vorgebirge Usedoms, hat vor uralter Zeit eine große reiche Stadt Namens Vineta gelegen, in der hat alles von Gold und Silber und Marmor geglänzt, aber die Leute darin sind gar gottlos gewesen, haben kleine Löcher in den Wänden mit Brot verstopft, und ihre Schweine aus goldenen Trögen fressen lassen, und selbst die waren ihnen noch nicht gut genug. Da beschloss der Herr, die gottlose Stadt untergehen zu lassen, und an einem schönen Sommertage erhob sich plötzlich ein Wetter, die Wellen brachen über die Stadt herein und begruben alles. Nur ein einziger Mann, der fromm war, setzte sich auf sein schnelles Pferd und eilte davon, die Wogen stürzten hinter ihm her, allein er entkam glücklich nach Koserow und da war er gerettet; sein Pferd aber stürzte auch sogleich tot unter ihm zusammen. — So ist Vineta untergegangen, aber alljährlich am heiligen Ostermorgen erhebt es sich aus der Flut, und tanzt und springt freudig über den Wogen.
Ostseebda Koserow, Abstieg zum Strand

Ostseebda Koserow, Abstieg zum Strand

Ostseebad Koserow, Damenbad

Ostseebad Koserow, Damenbad

Ostseebad Koserow, Blick auf den Streckelberg

Ostseebad Koserow, Blick auf den Streckelberg

Ostseebad Koserow, Fischerhütten

Ostseebad Koserow, Fischerhütten