Tafel 593 – Schwert und Jagdpfeifen aus der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts

Aus: Trachten, Kunstwerke und Gerätschaften vom frühen Mittelalter bis Ende des Achtzehnten Jahrhunderts – Band 7
Autor: Hefner-Alteneck, Jakob Heinrich Dr. von (1811-1903) Museumsdirektor, Altertumsforscher, Kunst- und Kulturhistoriker, Zeichner und Radierer, Erscheinungsjahr: 1886
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mittelalter, Deutschland, Sittenbilder, Sittengeschichte, Waffen, Kunsthandwerk
Das Schwert und Jagdpfeifen aus der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts.
Das Schwert A, von welchen nur der Griff als das Wesentlichste dargestellt ist, soll aus der Familie der Hutten stammen und befand sich seiner Zeit im Besitz des Freiherrn von Bibra in Nürnberg.

Der Griffe von grauem Eisen ist durchaus mit Ornamenten von Silber tauschiert; von der horizontalen Parierstange aus krümmen sich zwei Bügel abwärts bis zum Oberteil der Klinge, wo an dieselben ein horizontal nach vorn laufender Bügel angeschmiedet ist. Solche Bügel, welche von der Parierstange aus abwärts laufen, erscheinen erst mit der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts.

B und C Jagdpfeifen, seiner Zeit im Besitz des Grafen Pallavicini in München; erstere von Silber und vergoldet, nur die Frucht an dem Zweig, wie der untere Teil des Anhängsels ist reines Silber. Die Fassung, an der sich oben die beiden Ketten vereinigen, enthält einen Saphir und an ihr hängt ein goldgefasster Rubin; durch den geraden Schaft des belaubten Zweiges bläst man in die Frucht, welche durch eine hohle Kugel mit Öffnung gebildet ist.

C ein zierlich im Renaissance-Stil behandeltes Krokodil von Gold, am Halse eine orientalische Perle, auf dem Kopf mit einem Rubin und auf dem Leibe mit einem runden Kleinod geschmückt, welches einen Rubin, drei Türkisen, dazwischen drei rot emaillierte Dreiecke enthält. Die Konstruktion dieser Pfeife ist von der gewöhnlichen Art; man bläst in die Öffnung des Rachens, welche unten am Leibe ihren Ausgang hat.

Dass derartige Pfeifen häufig von vornehmen Herren nicht nur auf der Jagd, sondern auch im gewöhnlichen Leben an Ketten auf der Brust getragen wurden, beweisen eine Menge Bildnisse des XVI. Jahrhunderts. Eine kostbare Jagdpfeife dieser Art gaben wir auf [b]Tafel 504/[b]. Unter den höchst zierlichen Kupferstichen, welche Heinrich Aldegrever als Muster für Goldschmiede fertigte, befindet sich auch solche für Jagdpfeifen.
Tafel 593 - Schwert und Jagdpfeifen aus der Zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts

Tafel 593 - Schwert und Jagdpfeifen aus der Zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts

Tafel 593 - Schwert und Jagdpfeifen aus der Zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts B

Tafel 593 - Schwert und Jagdpfeifen aus der Zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts B

Tafel 593 - Schwert und Jagdpfeifen aus der Zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts C

Tafel 593 - Schwert und Jagdpfeifen aus der Zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts C