Schröter, Wilhelm von (1799-1865) mecklenburgischer Jurist und Minister. Biographie

Allgemeine Deutsche Biographie Bd 32 (1891)
Autor: Klenz, Heinrich (1860-1925) deutscher Philologe, Erscheinungsjahr: 1891
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Schröter: August Wilhelm Ferdinand v. S., Jurist und mecklenburgischer Minister, geboren am 13. Juni 1799 zu Rendsburg (nicht1800 zu Langensees), † am 14. August 1865 zu Schwerin. Schröter war ein jüngerer Bruder von Hans Rudolf S. (s. S. 567). Er studierte von Ostern 1816 bis Michaelis 1819 Jurisprudenz in Göttingen und in Jena, wo v. Schröter 1820 die juristische Doktorwürde erwarb und sich ein Jahr darauf habilitierte. Nachdem er 1822 zum außerordentlichen Professor und 1823 zum ordentlichen Honorarprofessor ernannt worden war, erhielt er 1825 ein juristisches Ordinariat und 1827 auch Sitz und Stimme im Oberappellationsgerichte zu Jena. Johannis 1836 wurde er als Oberapellationsgerichtsrat nach Parchim in Mecklenburg berufen, von wo er 1840 mit der Behörde nach Rostock übersiedelte. Als 1850 in Mecklenburg-Schwerin die kurze Zeit aufgehoben gewesene landständische Verfassung wieder eingeführt wurde und das liberale Ministerium seinen Abschied nahm, berief der Großherzog v. Schröter an die Spitze des Justizministeriums (mit dem dort die geistlichen, die Unterrichts - und die Medizinalangelegenheiten verbunden sind). Diesem hohen Amte stand v. Schröter anfangs als Staatsrat, seit 1858 als wirklicher Staatsminister mit dem größten Eifer vor. Wie v. Schröter als akademischer Lehrer und als Richter unausgesetzt darauf bedacht gewesen war, seine juristischen Kenntnisse zu erweitern und zu vertiefen, so war Schröter als Minister unermüdlich für des Mecklenburgischen Volkes Wohl tätig, das er vor allem in einer Rückkehr zum kirchlichen Leben erblickte. Aus innerster Überzeugung strengkonservativ suchte v. Schröter alle liberalen Einflüsse von Kirche und Schule fern zu halten. Seinen Untergebenen war er ein milder Vorgesetzter und sorgte für sie in Fällen der Not mit fast väterlicher Liebe. – Außer einigen Aufsätzen in der von ihm seit 1837 mit herausgegebenen Zeitschrift für Civilrecht und -Proceß veröffentlichte v. Schröter u. A. folgende Schriften: „Bemerkungen über die beabsichtigte neue Ordnung der Rechtspflege in Mecklenburg-Schwerin und -Strelitz“, 1850; „Die katholische Religionsübung in Mecklenburg-Schwerin“, 1852.

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