Sammlung etlicher Nachrichten aus der Zeit und dem Leben des D. Albrecht Joachim v. Krakevitz, weiland Superintendenten etc. in Mecklenburg

nachher Generalsuperintendenten von Pommern u. Rügen usw., Verfassers des Mecklenburgischen Landeskatechismus etc.
Autor: C. E. F. Dalmer, Lic. Th., Pastor zu Rakow., Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Christen, Christentum, Kirche, Religion, Pommern, Rügen, Universität Rostock, Mecklenburg-Strelitz, Kirchengeschichte, Kirchenhistorie, Lebensbeschreibung, Biographie, Theologie,
Sprich nicht, was ist es, dass die vorigen Tage
besser waren, denn diese? Denn du fragest solches
nicht weislich.

        Pred. 7, 10.

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Ein Mann, dessen Katechismus im Wesentlichen durchaus, in der Form fast ganz unverändert seit 1718 unter allen Stürmen der Zeit sich als Mecklenburgischer Landeskatechismus bis heute gehalten hat; ein Mann, dessen Gesangbuch auch heute noch in Pommern im gesegneten Gebrauche ist — scheint schon deswegen einer nähern Bekanntschaft nicht unwert. Der Verfasser will dem geneigten Leser dazu verhelfen, diesem treuen, bescheidenen, umsichtigen, in der Lehre und im Wandel reinen, in seiner Polemik nach Wahrheit und Gerechtigkeit strebenden, sanftmütigen Bischof der lutherischen Kirche kennen zu lernen.

Ein treues Abbild des Mannes, wie es sich auf dem nach Urkunden hier und da skizzierten Hintergrunde seines Zeitalters abhebt, habe ich zu liefern versucht, kein biographisches Kunstwerk, welches zu zeichnen Kraft und Muße mir abgehen.

Schließlich sage ich allen den hochgeehrten Herren, welche mir zur Herbeischaffung des Materials bereitwillige Hilfe geleistet haben, besonders aber dem Herrn Archivrate Dr. Lisch, dem Herrn Prof. Dr. Rover, dem Herrn Konsist.-Rat Prof. Dr. Krabbe, dem Herrn Prof. Dr. Ahlwardt, dem Herrn Regierungs-Präsidenten Grafen v. Krassow, dem Herrn Appellations-Gerichts-Präsidenten Dr. v. Seeckt, dem Herrn Kreisdeputierten v. Bohlen auf Bohlendorf, dem Herrn Superintendenten Prof. Dr. Bindemann, dem Herrn Superintendenten Picht, dem Herrn Prof. Dr. Zober — meinen aufrichtigen und ergebensten Dank.

      Rakow, den 16. Dezember 1861.
                              Der Verfasser.



                              Inhaltsanzeiger.

Eingang; Quellen-Angabe

I. Albert Joachim v. Krakevitz' Geburt und Jugendzeit, bis zu seiner Anstellung als Prof. der orientalischen Sprachen 1674— 1699

II. Krakevitz tritt auf den theol. Kampfplatz. Streitigkeiten zwischen Orthodoxie und Pietismus. Schwärmerei. Dippel. Krakvitz und die Union

III. Krakvitz' weitere Arbeiten und Erlebnisse in Rostock. Traktat über Privat-Kommunion; über Mission. — Superintendent etc. 1713. — Er wird 1715 von Carl XII. zum Gen.-Sup. von Pommern und Rügen berufen, — Gebhardi unter der Dänischen Okkupation

IV. Erbarmungsvoller Zustand von Pommern und Rügen während des Nordischen Krieges und nach demselben, urkundlich dargestellt. Krakvitz wird aus Mecklenburgischen Diensten entlassen und in seine Pommersche General-Sup. eingeführt

V. Krakvitz' schwierige Stellung in Greifswald. — Seine Kämpfe. — Pietistischer Streit. — Jubelfeier

VI. Umfang und Bedeutung des Amtes eines Gen. Sup. damaliger Zeit. Nebenämter: Procancellarius. Prof. primarius; Präsident des Konsistoriums; Sup urbanus; Landpräpositur; Pastorat zu St. Nicolai und das Plebanat zu Gutzkow

VII. Krakvitz als Universitätslehrer. — Seine schriftstellerische Tätigkeit

VIII. Krakvitz als Prediger und Katechet. — Liturg. (Gesangbuch). — Seelsorger. Katechismus

IX. Krakvitz' Sorge für den Klerus, für desselben Würde, Rechte und Immunitäten. Reise nach Stockholm im Interesse des Klerus

X. Krakevitz’ Wirken nach seiner Rückkehr aus Schweden und baldiges erbauliches Ende, 2. Mai 1732

XI. Begräbnis. — Nachrufe. — Nachlass. — Allerlei Familiennachrichten. — Stammbaum

Im Jahr des Heils 1692 den 4. Juni ward auf der Universität Rostock unter dem Vorsitze des Dr. Fecht eine Disputation gehalten, über den Adel (de nobilitate) des theol. Studiums. Respondent war ein achtzehnjähriger Jüngling, Albrecht Joachim von Krakevitz, geb. zu Gevezin in Mecklenburg-Strelitz, nahe bei Neu-Brandenburg, — Sein Ältervater Barthold von Krakvitz, aus dem Hause derer von Krakvitz auf Presenske, hatte 1603 als Student zu Greifswald über eine ähnliche Frage ritterlich gestritten, nämlich: ob ein Edelmann ohne Beeinträchtigung (citra immunitionem) seines Standes Theologie studieren könne? Diese Frage hat er mit großer Freudigkeit bejaht und es auch selbst in der Theologie zu tiefer Erkenntnis, festem Glauben und hoher Würde gebracht, indem er schon 1605 in seinem 23sten Jahre von den beiden Herzogen auf dem Landtage zu Franzburg zum General-Superintendenten von Pommern ernannt ward und darauf 1607 sein Amt antrat. Zuvor hatte er jedoch, durch ein Stipendium des Wolgastischen Herzogs unterstützt, seine Kenntnisse teils zu Wittenberg teils auf Reisen vermehrt und seinen Charakter gefestigt. Er ist bis an seinen Tod († zu Drigge auf Rügen, 7. Nov. 1642) auf das Eifrigste seiner Pflicht als Gen.-Sup., vornehmlich auch unter den Schrecken des dreißigjährigen Krieges, nachgekommen J. H. von Balthasar († 1763) hat im andern Teil seiner „Anderen Sammlung einiger zur Pommerschen Kirchenhistorie gehöriger Schriften etc. Greifswald 1725" sein Leben beschrieben p. 657 — 688. Leider hat er diese Lebensbeschreibung mit dem Jahre 1701 geschlossen und über Maier, Gebhardt und Krakvitz nur kurze Notizen, gegeben. Es wäre aber nach meiner Meinung wohl der Mühe wert wenn eine kundige Hand die Fortsetzung dieser Biographien übernähme. Einen geringen Beitrag zu dieser Arbeit will Schreiber dieses zu liefern versuchen, indem er dem geneigten Leser das darbietet, was er teils aus archivalischen teils aus gedruckten Quellen über

                            A. J. von Krakevitz,
                        General - Superintendenten,
      über den ehemaligen Schwedischen Anteil von Pommern
                              von 1721 — 1732,

hat auffinden können. Damit das Bild des Mannes an Klarheit und Verständnis gewinne, wird es nötig sein, teils ausführlicher im Kontexte, teils kürzer in Anmerkungen, auf die politische, religiöse, moralische etc. Signatur seiner Zeit Rücksicht zu nehmen, weniger in Räsonnements als durch Mitteilung urkundlicher Nachrichten.

Der leichteren Übersicht wegen werde ich in 11 Kapiteln die Resultate meiner Forschungen über den teuren Gottesmann zusammenzustellen versuchen. Siehe den Inhaltsanzeiger.

                                    Quellen

Briefliche Nachrichten aus Gevezin, Friedland, Colberg etc.
Vorwort zu Krakevitz' Disputation de statitus non bonia Israeli a Deo datis (gehalten am 5. Oktober 1699 zur Annahme des Doktorgrades) von Dr. Habichorst. (zitiert V. H.)
Das letzte — Ehrengedächtnis wohlverdienter Lehrer bei — Leichenbestattung des — — — A. J. von Krakvitz etc. von M. Gottf. M. Greifswald 1731. (zitiert L. E.) [Dahinter: Rühmlichst geführter Lebenslauf des seel. Herrn Gen. Sup. A. J. v. Krakevitz. (zitiert R. L.)] J. H. Balthasar's lat. Einladung zur Teilnahme an dem Leichenbegängnis des Gen. Sup.; auch in den Weimarschen“Acta hist.— eesl. von 1734 p. 200 bis 238, unter dem Titel: Elogium Alb. Joach. De Krakevitz. zitiert (E. K ) Abschriften aus dem Mecklenb.-Schweriner Landesarchiv zu Schwerin zitiert M. S. LA). Akten aus der Königlichen Regierung zu Stralsund. A. R. Str. Akten aus dem Grimmer Superintendentur-Archiv. A. G’. Sup. Akten aus dem Loitzer Sup.- Archiv, A. L.’. Akten aus verschiedenen Pommerschen und Mecklenburgischen Pfarrarchiven, namentlich ein Currendebuch aus Krakevitz' Zeit bez. Kirchenbuch der St. Jacobi-Kirche zu Greifswald. K. S. J. Aus dem Greifswalder und Rostocker Universitäts-Archiv (nur sehr wenig). — Aus dem Landes-Archiv und dem Konsist.-Archiv zu Stettin habe ich nichts erhalten können, weil keine Krakevitz betreffenden Akten da sein sollen; ebenso wenig ist es mir gelungen, trotz mancher Bemühungen, über sicherlich in den Stockholmer Archiven befindliche betreffende Akten Nachricht zu erhalten, — Aus dem in Rostock befindlichen Konsistorial-Archiv habe ich nur ein Aktenstück einsehen können. — Außerdem sind die Schriften Krakevitzens, die mir fast vollständig vorgelegen haben, und manche historische Werke, auch Sammlungen weltlicher und kirchlicher Gesetze benutzt, z. B.: a. Balthasar, jus eccl. Past.; Balthasar (J. H.), Sammlung einiger zur Pommerschen Kirchenhistorie gehöriger Schriften etc. 1ste Sammlung 1723; 2te Sammlung 1725. (zit. B. P. K. I. II.) — Hist. Nachricht von denen Landesgesetzen etc. von Aug. Balthasar 1740 (zitiert H’. N’.); Neueste Grundgesetze der Staatsverwaltung in Pommern und Rügen etc. von 1720—56, Greifswald 1757 bei Struck (zitiert N’. G'.); — Außerdem viele Schriften von J. H. Balthasar, Jer. Papke u. a., Biederstedt u. a. m.; auch etliche Dissertationen aus Krakevitzens Zeit etc. —
Bützow - Das Innere der Kirche

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Dargun - Kirche um 1800

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Doberan - Kapelle in Althof

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Doberan - Das Münster um 1800

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Gadebuch - Die Kirche um 1800

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Neubrandenburg - Die Marienkirche um 1800

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Neubradenburg - St. Georgen-Kapelle

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Ratzeburg - Der Dom um 1800

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Wismar - Die Marienkirche um 1800

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Wismar - Die Georgenkirche um 1800

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Wismar - Die Nicolai-Kirche um 1800

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Bischof Berno, Glasmalerei in der Propsteikirche St. Anna in Schwerin

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Fürstenberg, Stadtkirche

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Garz, Turm der St. Petri-Kirche

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Goldberg, Kirche

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Gristow, Kirche

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Röbel, Nikolaikirche

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