Russisches Leben – 20. Einige Züge aus dem Leben Iwan des Schrecklichen

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Karamsin, ein gelehrter Russe, schrieb auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers Alexander seine berühmte russische Geschichte. Alle Mittel, die sich bieten ließen, standen ihm dabei zu Gebote. Er war auch ein eben so freisinniger als religiöser Mann.

„Aber, Kaiserliche Majestät“, sagte er einmal zu Alexander, „die Geschichte ist keine Lobrede.“ – „Da hast du ganz recht, mein lieber Nikolai Michailowitsch“, antwortete Alexander lächelnd, „denn sie darf keine, noch kann sie eine Lobrede sein!“ –

Karamsin rügt in seiner Geschichte das schändliche Treiben des Großfürsten Johann Kalita, gegen den armen Fürsten von Twer, indem er sagt: „Er zeigte zwar seinen Nachkommen den Weg zur Alleinherrschaft Russlands und seiner Größe, aber er war schuld an dem schauderhaften Tode des unglücklichen Fürsten. Ob er, denn er starb plötzlich als Mönch, den Mord an Alexander bereut hat, wissen wir nicht.“ Dann fährt er fort. „Die Gesetze der Moral und Tugend müssen den Fürsten heilig sein, denn sie sind die Grundlage der wahren Politik. Das Tribunal der Geschichte, das einzige, dem die Fürsten nächst dem Himmlischen unterworfen sind, entschuldigt auch das glücklichste Verbrechen nicht: denn vom Menschen hängt nur die Tat ab, nicht die Folgen, die von Gott kommen.“ Das Gemälde, welches Karamsin von Johann dem Schrecklichen entwirft, ist Schauder erregend. Der berühmte russische Historiograph konnte hier nicht anders
schreiben, als er eben schrieb, denn da er sonst alles Andere mit einer für den Leser peinlichen Genauigkeit und Breite vortrug, würde ein Werk lückenhaft erscheinen; und wollte er, dem Auslande gegenüber, denn die Taten dieses Zaren sind historisch erwiesen, kein parteiischer Geschichtsschreiber sein, so musste er auch Alles in den Konturen dieses Gemäldes so scharf bilden. Der Gegenstand hätte eine noch schärfere Zeichnung ertragen können. Wie schrecklich dieser Mensch gehaust und welche Eigenschaften er gehabt haben muss, beweist schon ein Beinamen, den ihm die Russen gaben, nämlich: grósnüj, welches im Deutschen streng, hart, scharf, schrecklich, furchtbar, trotzig bedeutet. Wir würden das Gefühl der meisten unserer Leser allzu sehr beleidigen, wenn wir ihnen die Grausamkeiten dieses Menschen, und gäben wir sie auch mit den gelindesten Farben, vortragen würden. Nur einige Züge aus seinem Leben, die wir dem Karamsin entlehnt, wollen wir nach unserer Art zu erzählen, hier mitteilen, weil sie scharf bezeichnend sind für Vieles, das den meisten unserer Leser nicht recht begreiflich ist und, ohne dieselben auch durch eine ausführliche Beschreibung, nicht leicht begreiflich gemacht werden kann.

Wir haben jenes Krieges ohne Blutvergießen, in Folge dessen Russland frei wurde von dem schmählichen Joche der Zwingherrschaft, Erwähnung getan, aber wir unterließen dabei zu bemerken, dass Johann III. auch schon früher die Tataren in manchen blutigen Schlachten besiegte, wodurch er eben so kühn wurde, dem Groß-Chan Huldigung und Tribut zu verweigern. Er schlug auch die Litauer und eroberte mehrere Gebiete wieder, welche diese seinen Vorfahren entrissen hatten. Dass er überhaupt große Taten getan haben musste, beweisen eine Beinamen, die man ihm gab, nämlich: der Siegreiche, der Stolze, der Große. Als er Schwiegersohn des byzantinischen Kaisers Emanuel wurde, dessen Tochter Helene er heiratete, hatte er sogar gerechte Hoffnungen, auf den griechischen Kaiserthron zu gelangen. Dieses Alles machte ihn aber auch über die Maßen stolz. Er gab sich die Titel: Zar und Selbstherrscher aller Reußen, nahm das kaiserliche Wappen, den zweiköpfigen Adler an und erhob die Unteilbarkeit des Landes zum Reichsgesetze. Hochmütig und zornig, wie er von Natur war, beherrschte er nunmehr sein durch die langjährige Mongolenherrschaft ohnehin an Knechtschaft gewohntes Volk mit der rohesten Willkür. Wie er mit den höchsten Würdenträgern seines Reiches verfuhr, das sahen wir schon auf Seite 37. Er ließ sich wie einen Gott verehren und seine Höflinge, früher Souveräne, und deren Söhne sanken vor ihm in den Staub. Jeder dieser niedrigen Seelen trachtete, mit Hintansetzung aller menschlichen Würde, nach seiner Gnade; sie hassten und verleumdeten sich einander, um in des Zaren Gunst der Größte zu werden. Diese Elenden, die sich früher als regierende Herren in Zwistigkeiten, Bruderkriegen und in der Verwüstung des eigenen Vaterlandes so wohl gefielen, setzten jetzt, als untertänige Knechte Johanns, ihre Rangstreitigkeiten an dessen Hofe fort und übten sich in der Hinterlist, Verleumdung und in den abscheulichsten Ränken. Wer in diesem erbärmlichen Treiben den Sieg davon trug, hatte die Gnade, dem Zaren die Hand zu küssen, wer unterlag, wurde gefoltert, geblendet, verbannt! Wie es mit der Sitte und Gerechtigkeit Johanns III. beschaffen war, sahen wir schon an dem Tode jener unglücklichen Ärzte. Diese grässliche Bojarenwirtschaft fand auch am Hofe Wassilij Wassilijowitschs, des Nachfolgers Johanns, Statt. Zar Wassilij brachte die zwei letzten Teilfürstentümer, Rjäsan und Sewerien, wie auch den Freistaat Pskow, welche sein Vorfahre ich nicht unterworfen hatte, unter seine Herrschaft. Mit Neid und Verdruss hatten die Höflinge seit lange auf die Herren jener zwei Gebiete gesehen, die sich noch als Souveräne zu behaupten gewusst hatten. Beide wurden der Verräterei beschuldigt und jämmerlich umgebracht. Zar Wassilij ließ sich nach einer zwanzigjährigen Ehe von seiner Gemahlin scheiden und heiratete eine Litauerin, Helene mit Namen, aus dem Geschlechte der Glinsky, die sich in der russischen Geschichte sehr berüchtigt gemacht hat. Ein paar Jahr nach dieser ehelichen Verbindung reiste der Zar mit seiner Gemahlin nach den verschiedenen Wallfahrtsorten, nach Perjeslawl, Rostow, Jaroslaw, Wologda und bis an den weißen See. Helene wallfahrte auch allein und der frömmsten Pilgerin gleich, zu Fuße nach andern heiligen Stätten, gab reichlich Almosen, ließ Gebete halten, tat Gelübde usw., damit Gott sie Mutterfreuden erleben lassen möchte. Endlich schien ihr Gebet erhört worden zu sein, denn der Himmel schenkte ihr im Jahre 1530 am 25. August Abends 7 Uhr einen Sohn. Das verursachte einen Jubel in der Zarenstadt, eine allgemeine Freude im ganzen Lande, als ob der zweite Weltheiland geboren worden sei. Der Zar Wassilij ließ, im Übermaße seines Glückes, die Gefängnisse öffnen und schenkte Allen, die darin geschmachtet hatten, den Schuldigen und Unschuldigen, die Freiheit; er überschüttete alle Kirchen mit reichen Geschenken, füllte die Armenkassen mit Geld an und tat dgl. m.

Wie die Annalisten erzählen, herrschte damals ein Jubel in Moskau, desgleichen die Stadt bisher nicht gesehen hatte. Als der Prinz zehn Tage alt war, wurde er mit außerordentlichem Kirchengepränge in dem bereits erwähnten Troizka-Kloster auf den Namen Johann getauft. Dann wurde er auf den Sarg des heiligen Sergius gelegt und der Heilige angefleht, dem Prinzen ein Führer durchs ganze Leben zu werden. Sergius aber schien das Flehen nicht erhört zu haben, denn dieser Prinz war der nachherige schreckliche Zar. Wassilij, sein Vater, starb als sein Sohn vier Jahre alt war (1534). Mit diesem Jahre lässt man auch die Regierung Johanns des Schrecklichen beginnen. Da er aber als Kind nicht regieren konnte, führte seine Mutter die Regentschaft. Seit 600 Jahren, seit Olga, hatte kein Weib in Russland die Regentschaft geführt. Die Bojaren, namentlich die, welche aus Ruriks Geschlecht stammten, hätten gern gesehen, wenn Helene den Schleier genommen und im Kloster Ersatz für den Verlust ihres Gemahls gesucht hätte. Allein diese leichtfertige und lebenslustige Frau zeigte ihnen bald, wie sie zu leben und zu herrschen gesonnen sei. „Der Mann, den ich liebe, soll mir Ersatz und Euch Gebieter sein!“ sagte sie und führte mit diesem ihrem Günstlinge ein sehr lustiges Leben. Wer da äußerte durch Wort oder Gebärde, dass er solch lustiges Leben nicht gut heißen könnte, den machte das verliebte Paar mittelt Tortur, Galgen und Beil unfähig, je wieder eine Silbe zu sprechen oder den Kopf zu schütteln; ihre eigenen und ihres Sohnes nächsten Verwandten mussten dieses erfahren. So ging das vier Jahre, da hatte das lustige Leben ein Ende: Helene starb plötzlich.

Da erinnerten sich die vornehmsten Bojaren, Abkömmlinge der ehemaligen Teilfürsten, dass ihre Voreltern solange als Feinde des Großfürsten und des Staates behandelt worden und durch den Großvater des jungen Zaren ihrer Souveränitätsrechte verlustig gegangen waren. Jetzt wollen wir uns der Vormundschaft bemächtigen über denselben Despotismus, dessen Schlachtopfer unsere Ahnen waren! sagten sie und so bemächtigten sie sich der Regentschaft. Die Hauptrolle unter ihnen spielte der Fürst Schuißkij. Dass sie Gleiches mit Gleichem zu vergelten beschlossen hatten, ging aus Allem hervor. Ihre fürstlichen Voreltern mussten es sich als die größte Gnade anrechnen, dass sie Johann dem Stolzen die Hand küssen durften. Nun war die Reihe an ihnen. Schuißkij machte daher die Person des jungen Zaren Iwan nicht selten zu seinem Fußschemel. Sie waren die Herren in seinem Palaste. Nicht selten drangen sie in der Nacht in sein Zimmer und störten ihn in seinem süßen Schlafe. Seinen Schatz plünderten sie. Kurz, sie führten die Regentschaft mit der rohesten Willkür und schonten des jungen Zaren eben so wenig, wie der geringsten Untertanen und aller Großen, die an ihrem heillosen Treiben kein Wohlgefallen zeigten. Unter dieser Bojarenwirtschaft erreichte Johann sein vierzehntes Jahr. Glinßky, sein Vetter und dessen Anhänger hatten seit lange versucht, den rohen Schuißkij samt seinem Anhange zu stürzen. Stets aufgemuntert von diesem hatte der junge Zar einmal auf der Jagd das Herz, dem unverschämten Schuißkij zu Leibe zu gehen. Nun fielen Alle über den Elenden her, warfen ihn zu Boden und hetzten die Hunde auf ihn, die ihn zerrissen und förmlich auffraßen. Bald darauf fing der vierzehnjährige Knabe an, unumschränkt zu herrschen. Glinßky und seine Genossen verleiteten ihn zu allerlei Ausschweifungen. Wie einst die Bojaren zu Igor dem Fürsten sagten: „Komm’ und lass' uns auf Tribut ausgehen!“ d. h. im Lande umherziehen und mit unsanfter Gewalt die Abgaben eintreiben, wobei jener ums Leben kam, denn da die Derewier schon. Alles gegeben hatten, was sie besaßen, und Igor noch mehr verlangte, erschlugen sie ihn; also sagten auch Glinßky und seine Spießgesellen zu Johann und so durchzog er mit ihnen die Provinzen, schlug und plünderte die Untertanen. Mit diesem erpressten oder geraubten Gelde bestritten fiel ihren Aufwand und ihre Schwelgereien. Glinßky riet auch dem jungen Zaren, sich einen tüchtigen Stock anzuschaffen, um ihn überall zu tragen, damit er bei jeder Gelegenheit d’rein schlagen und auch alle Bittende gleich abfertigen könnte, denn nur so würde man ihn als unumschränkten Herrscher anerkennen. Der junge Bösewicht hatte bald so viel gelernt, dass der beste Lehrmeister in diesem Fache ihm keinen Unterricht mehr geben konnte, er bedurfte nur noch dann und wann der Aufmunterung! „Vergnüge dich doch, Zar!“ sagten sie zu ihm, wenn er nachdenkend da saß. Und der Zar vergnügte sich, indem er zu Pferde stieg, durch die Straßen der Stadt galoppierte, Kinder, Weiber, Männer und Greise unter die Hufe seines Pferdes brachte, und Alle die er erreichen konnte, mit der Peitsche traktierte. Sein Vergnügen befand auch darin, dass er wilde Tiere zu Tode marterte und die Haustiere aus dem obersten Stockwerke seines Palastes auf die Straße schleuderte. Endlich fing das Volk an zu wüten, steckte mehrere Gebäude in Brand und lärmte fürchterlich. Da begab sich ein Geistlicher, Namens Sylvester, das Evangelium in der Hand, in den Palast zu dem jungen Zaren, der über den Aufstand vor Schrecken zitterte, und sprach zu ihm: „All dieses Unglück, dass Du siehst und hört, haben Deine Gräueltaten herauf beschworen! Es ist der brennende Zorn des Himmels, der Dich verzehren wird, wenn Du nicht ablässt von Deinem ruchlosen Leben und Treiben!“ Und um seiner Ermahnung den gewünschten Erfolg zu geben, spielte der in Künsten der natürlichen Magie eingeweihte Mönch dem in der größten Angst zitternden jungen Tyrannen ein paar Stückelchen vor, welche dieser für Wunder Gottes hielt. Dies Alles wirkte so vortrefflich, dass man Hoffnung auf eine förmliche Umwandlung des jungen Gemütes hegen konnte. Aber mehr noch als der furchtbare Aufstand, als die drohenden Ermahnungen und Zauberkünste des Mönches, mehr als alles andere vermochte die jugendliche, schöne, sanfte, in allen Tugenden ausgezeichnete Anastasia Románow, über die wilden Leidenschaften dieses späterhin so schrecklichen Menschen. Der junge Zar vermählte sich mit ihr im Jahr 1547. Während dieser glücklichen Verbindung war ein ganzes Wesen wie verwandelt. Als ihm aber diese Anastasia starb (1560), da fing er an sich als jenes moralische Ungeheuer zu zeigen, von dem die russischen Annalisten, die fast alle Mönche waren, sagen: „Seine Tyrannei ist ein fremdes Ungewitter, das aus dem Abgrund der Hölle stieg, um Russland zu verwirren und zu verderben.“ Ja, nach dem Tode seiner Anastasia, die man ihm nicht gegönnt und deshalb vergiftet hätte, wie er, wahnsinnig genug, sein ganzes Leben lang behauptete, ergab er sich allen Lastern, was er in seinen Briefen selbst gesteht. „Euch Mönche,“ schrieb er an seinen Beichtvater, den Abt des Cyrill-Klosters, „kommt es zu, uns in der Finsternis und Irrrede zu erleuchten; ich aber, ich – Hund, wer soll mich belehren und wozu anweisen und wodurch erleuchten? Ich selbst bin stets gewesen in Trunkenheit, – Totschlag und Blutvergießen, in Plündern und Rauben, in jeglicher Schandtat usw. – Dieser Brief, den wir hier unmöglich geben können, wie der Zar ihn selbst schrieb – wird in dem St. Cyrill-Kloster, in der Patriarchal- und andern Bibliotheken aufbewahrt. Als der Zar anfing so schrecklich zu hausen, floh der Fürst Kurbskij nach Litauen und deshalb nannte er ihn einen Landesverräter, von dem er ein ganzes Leben lang mit der größten Bitterkeit sprach, und behauptete, er gehöre mit zu denen, die ihm seine Anastasia vergiftet hätten. Um so auffallender ist es, dass er an eben diesen Kurbskij in einem eigenhändigen Briefe vom 17. September 1577 unter anderem folgendes schrieb:

„Und nun erbarme sich Gott meiner, des Sünders, des, – des Tyrannen . . . Hättet ihr mir nur nicht die junge Freundin Anastasia entrissen, so wären große Todsünden nicht geschehen . . .“ – Johann, sagt Karamsin, hatte seine Anastasia wirklich geliebt; allein sein Schmerz, den er bei und nach ihrem Tode zur Schau trug, entsprach keineswegs seinem leichtsinnigen Charakter, denn er nahm sich, dem Kirchenverbote mehr als in einer Hinsicht zum Trotze, sieben Weiber, die er alle recht grausam behandelte.

Große Freude hatte dieser schreckliche Herrscher an allen Angebereien und Verleumdungen, zumal wenn sie aus dem Munde derer kamen, die ihm zu schmeicheln wussten, auf dass er Ursache hatte, die Menschen foltern und hinrichten zu lassen. Beweise verlangte er nicht. Er vergoss das Blut in Strömen; in Kerkern und in Klöstern stöhnten die Opfer seiner Mordlust. Moskau war schon erstarrt vor Furcht und Schrecken; aber die Tyrannei war noch erst im Reifen begriffen; die Gegenwart schauderte vor der Zukunft. Für einen Tyrannen, sagt Karamsin, der von Tag zu Tag misstrauischer wird, gibt es keine Besserung, denn der Blutbecher stillt nicht, er vermehrt den Blutdurst, er wird zur grausamsten Leidenschaft, die dem Geiste unbegreiflich ist, denn sie ist Wahnsinn, eine Geißel des Volkes und des Tyrannen selbst. Johann war in der Tat wahnsinnig, denn er witterte in jedem seiner Untertanen, ja, sogar in seinem eigenen Sohne, dem Zarewitsch, einen Verräter, der ihn und das Reich an Polen verraten wollte. Nachdem er schon so Viele aus den vornehmsten Geschlechtern hatte umbringen lassen, suchte er einen Vorwand zu neuen Gräueltaten. Ohne dass Jemand, außer denen, die mit ihm zogen, etwas wusste, war der Zar im Anfange des Winters im Jahr 1564 mit seinen ihm ergebenen Bojaren, Gerichtspersonen und Soldaten aus Moskau gereist. Er führte eine Menge Schätze mit sich: Gold, Silber, Heiligenbilder mit Edelsteinen geschmückt, Kruzifixe, kostbare Gefäße und Gewänder, und eine Masse Geld. Er hatte seinen Plan schlau entworfen. Die ganze Stadt geriet jetzt in Angst – jeder, der etwas zu verlieren hatte, malte sich die Folgen der Anarchie mit den peinlichsten Farben aus. Des Zaren gehorsamste Diener, die in der Stadt geblieben waren, mögen wohl durch ihre Schilderungen diese Angst und Sorge für Hab und Gut, am meisten veranlasst haben. Die Folge davon war, dass man beschloss, den Landesherrn unter jeder Bedingung zur Rückkehr zu bewegen. Daher eilte eine Menge der angesehensten Leute aus den Klassen der Geistlichkeit, Bojaren und Bürger dem Zaren nach. Man erreichte ihn, fiel ihm zu Füßen nieder, jammerte und flehte ihn an, er möge zurückkehren und dann richten und strafen, wie es seiner Weisheit und Gnade angemessen wäre, so gäbe es doch keine Anarchie.

„Um meines Vaters, des Metropoliten willen und der Bischöfe, meiner Fürbitter bei Gott, werde ich zurückkehren, um mein Reich wieder zu regieren“, sagte er zu denen, die vor ihm im Staube lagen; „aber unter welchen Bedingungen, das werdet ihr bald erfahren.“ Seine Bedingungen aber waren, dass er ohne Beschwerden der höchsten Geistlichkeit und der höchsten Würdenträger, ohne Murren und ohne Alles, die Verräter zum Tode verurteilen und ihre Güter einziehen könnte. Mit diesen Worten hatte der schreckliche Zar schon das Todesurteil über Viele ausgesprochen, die vor ihm auf den Knien lagen und durch ihr Bitten und Flehen ihn zur Rückkehr zu bewegen trachteten. Tief gerührt dankten ihm Alle und priesen des Herrschers Gnade. Diese seine verstellte Flucht aus der Zarenstadt dauerte vom Anfang Dezember bis zum zweiten Februar, also ungefähr zwei Monate. Während dieser Zeit hatte er gebrütet, auf welche Weise er das schreckliche Blutgericht halten sollte. Die Wut, welche in diesem Menschen kochte, hatte ihm während der zwei Monate eines Brütens das Kopf- und Barthaar förmlich abgesengt, denn, als er in Moskau ankam, war sein Haupt kahl wie ein gebleichter Totenschädel. Er war damals erst 35 Jahre alt. Auf seinem Gesichte malte sich ein finsterer Grimm; alle seine Züge waren verzerrt, sein Blick war erloschen, man konnte ihn nicht wieder erkennen.

Zu Moskau vertrieb er in zwei Straßen die Eigentümer aus ihren Häusern und erbaute sich daselbst einen Palast. Dieses Gebiet und seine Leibwache dazu nannte er Opritschnina, d. h. Auserwähltes, und alles andere nannte er Semtschina, d. h. Landschaftliches. Opritschnüj heißt eigentlich ausgenommen, abgesondert. Die Opritschniks oder Trabanten dieser zarischen Leibwache waren demnach solche, die von allen andern abgesondert oder ausgeschlossen waren, und zwar zu ihrem Nutzen, denn sie genossen große Vorrechte und nach dem Begriffe des Wortes konnte man sie, mit besonderen Vorrechten begabte Leute nennen. Diese seine berüchtigte Leibgarde hatte der Zar aus der untersten Schichte des Volkes gebildet, weil er wusste, dass diese Klasse von Menschen alle Bojaren und alle Vornehmen über die Maßen hasste. Bei Vollstreckung der Todesurteile durch diese Henkersknechte war daher an kein Mitleid zu denken.

Die Opritschniks konnten ihre Nachbaren bestehlen und berauben, ohne das ihnen ein Haar gekrümmt wurde, denn sie waren ja die Auserwählten, die mit besonderen Vorrechten Begabten. Klagte ein Bestohlener, so forderte der Auserwählte noch eine Geldbuße für diese Beschimpfung. Eine bisher unerhörte Betrügerei wurde bald allgemein unter diesen Trabanten. Die zum Offizierstand gehörenden befahlen ihren Burschen mit dieser oder jener Sache sich in den Häusern reicher Edel- und Kaufleute zu verstecken, und war das geschehen, so eilten sie zur Polizei und gaben an, ihre Diener hätten sie bestohlen und seien davon gelaufen, sie vermuteten aber, dass sie sich in diesem oder jenem Hause versteckt hätten. Darauf begaben sie sich in Begleitung von Gerichtsdienern in die Häuser, um die Entlaufenen aufzusuchen. Bald fand man sie auch mit der gestohlenen Ware. – Die Hauseigentümer, welche ganz unschuldig an der Sache waren, wurden nun in Strafe von 1.000 und mehr Rubel genommen. Einmal weigerte sich solch ein falsch angeklagter Kaufmann die Geldstrafe zu erlegen. Der Opritschnik trieb ihn daher auf den Marktplatz, und ließ ihn so lange peitschen, bis das Geld ihm überreicht wurde. Nicht selten warf ein Opritschnik selbst irgend Etwas in einen Kaufmannsladen, ohne dass es Jemand sah. Darauf ging er klagen und kam dann mit einer Gerichtsperson zurück, um das angeblich ihm gestohlene Gut zu suchen. Der Kaufmann musste Strafe zahlen. Zuweilen packte ein solcher Auserwählter auch einen Menschen auf offener Straße an, führte ihn vor Gericht und beklagte sich über Beschimpfung, die ihm nicht zugefügt worden. Die Strafe welche nun den Unschuldigen traf, war manchmal sehr bedeutend; denn einem Opritschnik ein unhöfliches Wort zu sagen, hieße, den Zaren selbst beleidigen. Auf Geld und immer wieder auf Gelderpressungen hatten es diese Trabanten abgesehen. Sie waren die Jäger und alle Nichtauserwählten waren das Wild, das sie jagten. Je verhasster sich diese Kerle bei den Bojaren und bei allen Andern machten, desto höher stiegen sie in der Gunst des Zaren, und desto mehr Gewalt räumte er ihnen zur Ausführung ihrer schlechten Streiche ein; denn der Hass, den sie sich dadurch zuzogen, diente ihm zum Unterpfande ihrer Treue und Anhänglichkeit an ihn.

Im Ausgrübeln alles dessen, was zur Pein und Qual der Menschen diente geschickt, hatte der Zar sich auch ein schönes Symbol ausgedacht. Es bestand in Hundeköpfen und Besen, welche seine Trabanten, wenn sie ausritten, in Natura an den Sätteln hängen hatten, und deutete an, dass die Feinde des unumschränkten Herrschers gebissen und das ganze Land tüchtig gefegt werden müsste.

Eines Tages ritt der Zar, begleitet von seinen Opritschniks in der Stadt herum und betrachtete die Häuser derer, die er schon in die Acht erklärt hatte. Er ließ sie in Aschehaufen verwandeln, und die treuen Diener der Geächteten, welche diese Häuser bewacht hatten, ließ er hinrichten. Auch das Vieh, dass bei dem Brande nicht umkam, ließ er töten, ja, er ließ sogar das Wasser in den Teichen, welche zu den Gebieten dieser Häuser gehörten, ablaufen, damit auch die Fische umkämen.

Einmal hielt der Metropolit einen feierlichen Umgang, der Zar mit seinen Trabanten war auch dabei. Einer von ihnen ging hinter dem Oberhaupte der Kirche und behielt dabei seine Mütze auf dem Kopf. Der Metropolit bemerkte es und beklagte sich beim Zaren ob dieser unerhörten Frechheit. Das Volk fing laut an zu murren über diese Beschimpfung des Allerheiligsten. Der Opritschnik hatte aber in einem Nu sein Mützchen so gut versteckt, dass es nicht zu finden war. Johanns Günstlinge, denen der Metropolit ein Dorn im Auge war, versicherten nun dem Zaren, dass der Kirchenhirte, der dem Herrscher selbst verhasst war, dieses Märchen ersonnen hätte, um das Volk gegen die Lieblinge Sr. zarischen Majestät aufzuhetzen.

Johann schimpfte den Metropoliten öffentlich aus, nannte ihn einen Lügner, Aufrührer, Bösewicht, der nach der ganzen Strenge der Gesetze gerichtet werden müsste. Sogleich machten sich einige Günstlinge des Zaren auf den Weg nach Solowezkoi, wo der Metropolit einst Abt war und verlangten von den Mönchen, ihrem einstmaligen Abte Philipp ein schlechtes Sittenzeugnis zu geben. Allein alle diese Klostergeistlichen lehnten das Gesuch von sich; denn Philipp hatte sich stets als ein weiser und frommer Mann erwiesen. Doch der damalige Abt dieses Klosters, Namens Paiissas, der gern Bischof werden wollte, erfrechte sich, den Bösewichtern zu willfahren. Der Metropolit Philipp wurde nun vor Gericht gestellt, Paissas brachte seine Verleumdungen mit unglaublicher Frechheit vor. Aber der weise fromme Mann sprach mit Würde und Todesverachtung! „Es ist besser als Märtyrer zu sterben, denn Metropolit zu sein in dieser unseligen Zeit des Schreckens und des Frevels!“ Der Zar befahl ihm, noch Einmal Messe zu lesen. Das geschah am Tage des Erzengels Michail (am 8. Nov.) in der Kirche zur Himmelfahrt Mariä in Moskau. Als nun der Metropolit im Erzbischöflichen Ornate am Altar fand, erschien der Bojar Bassmánow mit dem Urteil in der Hand und einem Haufen bewaffneter Opritschniks. Das Urteil lautete auf Entsetzung aller Würden des Metropoliten, und als es ihm vorgelesen war, stürzten die Auserwählten auf den Hohenpriester los, rissen ihm die bischöflichen Kleider vom Leibe, hüllten ihn in einen schäbigen Kittel ein und fegten ihn mit Besen zur Kirche hinaus. Von hier wurde er auf einer Schleife in das Kloster „zur Erscheinung“ gebracht. Darauf saß er acht Tage lang in Ketten und litt grässlichen Hunger.

Solche Nebendinge unterbrachen aber den Zaren nicht in seinem schrecklichen Vergnügen, denn Hinrichtungen derer, die ihm verhasst waren, fanden täglich statt. Endlich aber beschloss er, nicht bloß einzelne Hinrichtungen vorzunehmen, sondern ganze Städte voll Menschen zu opfern. Mit Torschok, einer Stadt im Nowgorodschen, wo die rasenden Opritschniks auf einem Jahrmarkte mit den Einwohnern Händel anfingen, wurde der Anfang gemacht. Der Zar erklärte die Einwohner daselbst für Rebellen, und ließ sie fast alle umbringen. Auch in Kolomna richteten die Opritschniks solches Unheil an, und die unschuldigen Bürger mussten das Loos ihrer Leidensbrüder von Torschok teilen.

Es gibt Dinge, sagt Karamsin, die auch den verhärtetsten Tyrannen zurückschrecken und ihn in einem Wüten aufhalten; zuweilen ist er Mensch; er liebt zwar das Gute nicht mehr, aber er fürchtet die äußersten Grenzen im Bösen; beunruhigt durch das Gewissen, erleichtert er sich durch den Gedanken, diese und jene Gräueltat noch nicht begangen zu haben. Allein dieser Rückenhalt ist nicht zulässig, denn Verbrechen reißen zu Verbrechen hin, und eingedenk dessen konnte der Prinz Wladimir sein Schicksal voraussehen. Dieser Fürst reiste in einer Mission des Zaren Johann, um den Oberbefehl des Heeres zu übernehmen, welches Astrachan gegen die Tataren verteidigte. In Kostroma und Nischnij-Nowgorod empfing ihn die Geistlichkeit und Bürgerschaft mit Ehre: jene ging ihm mit dem heil. Kreuze entgegen, und diese brachten ihm Salz und Brot, eine Sitte, die noch heutzutage geübt wird, wenn der Kaiser oder ein Mitglied seines Hauses auf der Reise in einer Stadt ankommt. Der Zar erfuhr dieses. Sogleich gab er den Hauptpersonen, welche an der Spitze standen, als dem Prinzen diese Ehre erwiesen wurde, den Befehl, vor ihm in Moskau zu erscheinen. Als sie ankamen, ließ er sie hinrichten. Den Prinzen Wladimir aber, der noch sogar ein Vetter des Zaren war, verurteilte er samt seiner Frau und seinen Söhnen zum Giftbecher. Darauf ließ er auch des Prinzen Mutter und dessen Diener umbringen.

Zu dieser Zeit waren schon, wie bereits erwähnt, die beiden Freistaaten, Groß-Nowgorod und Pskow dem Zarenreiche einverleibt. Dass der schreckliche Mensch seit lange mit dem Gedanken umging, den Freiheitsgeist, der sich in diesen Staaten von den Großvätern auf die Enkel vererbt hatte, mit einem Male zu vernichten, haben wir auch schon angedeutet, und wie er in Nowgorod gehaust, sahen wir auf Seite 123. Nachdem die 60.000 Menschen umgebracht waren, ließ der Zar am 12. Februar 1570 von den noch lebenden Einwohnern, aus jeder Straße Einen, vor sich kommen. Seine Wut, die während sechs Wochen sein Gesicht abscheulich entstellt hatte, war gewichen. Mit gemäßigter Stimme sprach er zu ihnen: „Ihr Männer von Nowgorod! Alle bis jetzt noch Lebende! betet zu Gott dem Allgütigen für unsere gottesfürchtige Zarenschaft und für unsere liebe Kriegerschaft (Opritschniks), damit Wir alle Unsere Feinde, die sichtbaren und die unsichtbaren besiegen möchten. usw..“ – Darauf ließ er die großen Schätze, die er aus den Kirchen, Kaufläden und andern reichen Häusern sich zugeeignet hatte, nach Moskau abführen. Der Erzbischof Pimen, dessen Namen ja auch von dem schändlichen Peter nachgeahmt und auf das verräterische Dokument gesetzt worden war, musste, mit einem Narrenkleide angetan, eine Schellentrommel und einen Dudelsack in der Hand und auf einer weißen Stute sitzend, hintendrein reiten. So hatte es der Zar anbefohlen.

Nun beschloss er Pskow ebenfalls so zu züchtigen, da, nach seiner Einbildung, auch dieser einstmalige Freistaat, ihn an Polen verraten wollte. Hier lebte aber der durch seine Frömmigkeit berühmte Einsiedler Salos Nikola (der Blödsinnige), welcher, vereint mit dem edlen Fürsten Jurij, Tokmatow, Statthalter von Pskow, diese Stadt von dem Untergange rettete. Am Sonnabend in der zweiten Woche der großen Fasten übernachtete der Zar im Nikolai-Kloster auf Ljubatow, im Angesichts Pskows. In der Stadt aber schloss Niemand während der ganzen Nacht ein Auge; man nahm Abschied vom Leben: die Väter von ihren Kindern, die Weiber von ihren Männern. Um Mitternacht hörte der Zar das Messeläuten, sein Herz war wunderbar bewegt; denn er stellte sich vor, wie jetzt wohl die Bürger zur Frühmette gingen, um Gott den Allmächtigen anzuflehen, dass er sie erretten möge, vor den Gräueltaten ihres Zaren. Er sah im Geiste, wie sich alle unter Tränen vor den Heiligenbildern niederwarfen. Der Gedanke, dass Gott ein so inbrünstiges Gebet der Tausenden wohl erhören möchte, rührte seine Seele und erfüllte sie zugleich mit Furcht und Sorge. „Stumpft eure Schwerter an den Steinen ab, damit das Morden ein Ende habe“, sagte er zu seinen Würgengeln. Als er am andern Tage in die Stadt einritt, sah er in allen Straßen Tische mit gekochten Speisen vor den Häusern stehen. Der Fürst Tokmatow hatte dieses nach seiner Klugheit so anzuordnen befohlen. Die Bürger mit ihren Weibern und Kindern, Brot und Salz in der Hand haltend, beugten das Knie, grüßten den Zaren, indem sie sprachen: „Zar, großer Fürst! wir, Deine treuen Untertanen, bieten Dir, voll von Anhänglichkeit und Liebe, Brot und Salz; aber mit uns und unsern Leibern tue nach Deinem Gefallen und nach Deiner Gnade und Weisheit; denn Alles, was wir haben und wir selbst sind Dein, großer Zar und Selbstherrscher.“ – Diese Unterwürfigkeit war dem Tyrannen angenehm. Nach dem Gottesdienste, dem er mit beiwohnte, begab er sich in die Zelle zu dem, damals schon so berühmt gewesenen frommen Mönche Salos Nikola, der sich unter dem Schilde seiner Blödsinnigkeit nicht fürchtete, den Tyrannen des Blutdurstes und des Kirchenraubes zu beschuldigen. Er bot dem Zaren ein Stück rohes Fleisch an. Johann sagte, er sei ein guter Christ und esse daher in den großen Fasten kein Fleisch. „Du tust noch viel Schlimmeres!“ antwortete der blödsinnige Mönch, „denn Du nährst Dich von dem Fleische und Blute der Menschen und vergisst nicht nur der Fasten, sondern auch Gottes. Iwaschko! Iwaschko! (Verkleinerungswort von Johann,) wie lange willst Du noch unschuldiges Christenblut vergießen? Wenn Du auch nur gegen einen einzigen Menschen in dieser Gott geweihten Stadt Deine Hand aufhebst, so wird Dich der Allerhöchste mit seinem Blitze vernichten.“ Die Chronisten erzählen, dass sich damals auch sogleich der Himmel zu umdüstern schien, wie beim Vorhergange eines schweren Gewitters, obgleich es im Winter war. Wie dem auch gewesen sein mochte, der Zar geriet in eine solche Angst, dass er sich eiligst aus der Stadt entfernte, ohne einem Menschen ein Haar gekrümmt zu haben. Aber in den Vorstädten hielt er sich drei Tage auf. Hier erlaubte er seinen Schergen zwar zu plündern, verbot ihnen aber das Morden und den Kirchenraub. Selbst jedoch nahm er die Klosterkasse und mehrere kostbare Heiligenbilder mit sich und eilte nach Moskau, wo der Bischof und einige Großen aus Nowgorod, die hierher transportiert worden waren, ihren Tod erwarteten. Der Zar ließ sogleich eine Untersuchung anstellen, wer ein Verräter gegen ihn und das Vaterland sei. Und da erfuhren Männer, die bei dem Herrscher selbst im Rate saßen und sich seiner besonderen Gunst bisher zu erfreuen gehabt hatten, dass die Gunst eines Tyrannen eben so gefährlich ist, als sein Hass; dass der geringste Verdacht, ein einziges Wort, ja, ein einziger Gedanke zu ihrem Verderben hinreichend sei; dass der Wüterich, indem er seine Augendiener züchtigt, sich des Gefühls der Gerechtigkeit erfreut, – ein seltenes Vergnügen für ein blutdürstiges Herz, das im Bösen zwar verknöchert, aber doch in einem Sündenleben immer noch von Gewissensbissen gemartert wird. Nachdem diese Männer lange Zeit Ränke geschmiedet und Verleumdungen angezettelt hatten, wurden sie endlich selbst das Opfer derselben. Aber auch mancher andere Edle erlitt mit ihnen Qualen und Tod.

Der Kanzler Wisskowatij, ein in Staatsgeschäften sehr tüchtiger Mann; der Schatzmeister Funikow, ein ergebener Diener des Zaren von Jugend auf; der Bojar Jakowlew; die einsichtsvollen Djaken Stepánow und Wassilijew wurden verhaftet und zugleich mit ihnen auch die ersten Lieblinge Johanns: der Gewalthaber Alexis Bassmánow, ein sehr tapferer Mann, aber auch zugleich unverschämter Schmeichler des Zaren; ferner sein Sohn, der Truchsess Theodor, welcher dem Tyrannen und Schwelger zum Töten wie zum Schmausen gleich unentbehrlich war, und endlich der, seinem Herzen am nächsten stehende ruchlose Bösewicht, Fürst Wjäsemsskij. Alle wurden angeklagt, mit dem Erzbischof Pimen im Plane gehabt zu haben, Nowgorod und Pskow an Polen zu verraten, den Zaren Johann aus der Welt zu schaffen und den Prinzen Wladimir Andréjewitsch auf den Thron zu heben. Das Grundlose dieser Anklage springt deutlich in die Augen; denn hätten diese Männer den Zaren ermorden wollen, sie hätten wahrlich weder der Beihilfe des Bischofs von Nowgorod noch die der Polen bedurft, und der Tyrann würde um keinen Preis die Stadt Pskow verschont, sondern ihr Nowgorods Los bereitet haben. Zar Johann hatte stets ein solches Vertrauen in den Fürsen Wiäsmesskij gesetzt, dass, wenn er krank war, er nur allein aus dessen Hände Arzneien nehmen wollte. Die Angeklagten wurden schrecklich gefoltert, und da verleumdete Einer den Andern, und die Schmerzen erpressten Aussagen von Tatsachen, die weder begangen noch entworfen gewesen waren. Man weiß aus den Hexenprozessen, was die Tortur für Wunderdinge tun konnte. Alles aber, was die Unglücklichen in ihrer Pein aussagten, wurde pünktlich aufgezeichnet, und ein ungeheures Werk daraus gemacht. So wurde das Todesurteil über alle ausgesprochen, das auch in Moskau, im Angesichte des Volkes und zwar dergestalt vollzogen wurde, dass die, schon an dergleichen Schrecknissen sehr gewöhnte Stadt, in die äußerste Bestürzung geriet. Das Volk wollte kein Zuschauer dieses Blutgerichtes sein und versteckte sich in Kellern und Schlupfwinkeln; aber der Zar und seine Opritschniks trieben Alle, die sich finden ließen, aus ihrem Versteck heraus und auf den Marktplatz, um Augenzeuge von der Gerechtigkeit des Zaren zu sein. Das waren die Bedingungen, unter welchen Johann die Regierung des Reiches wieder zu übernehmen versprochen hatte. Karamsin malt diese schauderhafte Szenen historisch treu; aber wir wissen aus den russischen Chroniken, dass er noch lange nicht die krassesten Farben wählte. Dieses historische Schauspiel wurde im Jahr 1570, am 25. Juli in Kitaij-Gorod, an einem Orte in Moskau, dessen wir bereits auf Seite 187 erwähnt, aufgeführt. Wer dieses Schauspiel und ähnliches lesen will, müssen wir auf Karamsin und andere Geschichtsschreiber verweisen, da es nicht im Plane unseres Werkes liegt, dergleichen zu erzählen.

Während dieser Gräuelszenen schmauste der Zar mit seinen Auserwählten im Schloss, wo auch Bären Zutritt hatten, welche er zum Zeitvertreibe wie im Zorne auf Menschen hetzte. Er hatte auch viele Hofnarren, die oft ein witziges Wort mit dem Leben bezahlten; denn aus dieser Zeit mag wohl das Sprichwort entstanden sein, das man noch heutzutage in Russland sehr häufig hört: „Zar ne ljubit schuditj“ (der Zar liebt nicht zu spaßen). Zu diesen Spaßmachern gehörte auch der Fürst Gwostow, berühmt in seinem Fache. Einmal war der Zar sehr unzufrieden mit seinem Spaße und übergoss ihn mit einer Schüssel voll siedender Suppe. Der arme Lustigmacher fing vor Schmerz an zu weinen und wollte weglaufen. Aber Johann warf mit einem spitzen Ding nach ihm und traf ihn so gefährlich, dass der arme Hofnarr zu Boden stürzte. „Heile mir meinen braven Diener“, sagte der Zar zu einem herbeigerufenen Leibarzte, Arnolph, „denn ich habe unvorsichtig mit ihm gespaßt.“ – „So unvorsichtig, dass ihm Gott und Ew. zarische Majestät helfen können, ich nicht; denn es ist schon kein Atem mehr in ihm“, antwortete der Doktor. Und der arme Spaßmacher war wirklich tot. Der Mensch des Schreckens war darauf wieder lustig. Ein anderes mal, als er bei Tische saß, kam der Wojewode von Stariza, Titow, verneigte sich fast bis zur Erde vor ihm und begrüßte seinen Herrn mit den üblichen Höflichkeiten. Der Zar antwortete: „Sei gesund, mein geliebter Wojewode! Du bist unserer Gnade würdig!“ Dieses gesagt, schnitt er ihm ein Ohr ab. Ohne die geringste Empfindlichkeit gegen den Schmerz zu zeigen, dankte ihm Titow mit heiterem Gesichte für diese Gnade und wünschte ihm eine glückliche Regierung. Zuweilen vergaß der sonst so üppig lebende Zar Hunger und Durst, stieß Speise und Trank von sich, verließ plötzlich den Schmaus, rief mit lautem Geschrei eine Auserwählten herbei, setzte sich zu Pferde und sprengt fort um sich ein Vergnügen zu machen. So stürzte er einmal von einem üppigen Gastmahle weg, um die Litauischen Gefangenen, die im Kerker zu Moskau schmachteten, nach feiner Weise zu traktieren. Einer derselben, der Ritter Bukofsky, entriss dem Zaren die Lanze und hätte ihn damit erstochen, wäre der Litauer nicht, von dem Lanzenstiche des Zarewitsch getroffen, zu Boden gestürzt. Der junge Zarewitsch, das Ebenbild seines Vaters, war ein eifriger Gehilfe bei allen Vergnügungen desselben. Den Russen schien damals jede Hoffnung, einen menschlichen Landesherren zu erhalten, benommen gewesen zu sein, so war der Zarewitsch beschaffen. Nachdem nun hundert der unglücklichen Gefangenen abgetan waren, kehrte der Zar unter dem gewöhnlichen Zurufe seiner Auserwählten: Heida! heida! ins Schloss zurück, setzte sich zum Mahle und es schmeckte ihm Speise und Trank. Einen tapferen Feldherrn, Namens Mitkow, nötigte er, eine zu große Schale voll Meth zu trinken. Dieser rief aus: „O, Zar, Du nötigt uns zugleich mit Dir Meth zu trinken, der mit dem Blute unserer christlichen Brüder gemischt ist!“ Der Zar machte ihm sogleich den Garaus.

„So war der Zar Johann, – so waren seine Untertanen. Wenn er nicht alle Tyrannen, die je auf Erden gelebt, an Grausamkeit übertraf, so übertrafen doch sie alle Untertanen an Geduld und Ergebenheit. Sie hielten die Gewalt des Landesherrn für göttlich; aber jeden Widerstand für eine Gesetzwidrigkeit; sie schrieben Johanns Tyrannei dem göttlichen Zorne zu und bereuten ihre Sünden; in Glaube und Hoffnung erwarteten sie seine Besänftigung, die indes niemals eintrat; aber sie fürchteten auch den Tod nicht, indem sie sich damit trösteten, dass es eine Vergeltung jenseits des Grabes gäbe, und dass das irdische Dasein nur als eine Prüfung für das himmlische zu betrachten ist.“

„Die Macht des Volksgehorsams, fügt Karamsin hinzu, ist die Macht des Reiches.“ –

Unterdessen halfen Hunger und Seuche dem Herrscher das Land verwüsten. Während dieser Schreckensregierung war einmal die Hungersnot so groß, dass die Menschen sich einander erschlugen und aufspeisten. Die zwei Jahre der entsetzlichen Teuerung fielen in die Zeit, als der Zar so furchtbar wütete, vom Winter 1569 bis ins Jahr 1572.

Und diesem Mann des Schreckens boten die Litauer, welche von allen seinen Gräueltaten vollkommen Kenntnis hatten, im Geheimen die Krone von Polen an, im Fall Sigismund, der schon sehr alt war, stürbe. Was sollen wir dazu sagen?

Nachdem die Tataren ganz Moskau in einen Aschenhaufen verwandelt hatten, wie wir auf Seite 185 erzählt, und die Stadt wieder aufgebaut war, was binnen einem Jahr geschah, indem dieselbe, außer einigen Kirchen und Palästen, nur aus hölzernen Häusern bestand, da erschienen am 25. Juni zwei Gesandten des Chans Dewelet-Gerai in der zarischen Residenz, wo die Johann empfing. Sie verlangten im Namen ihres Fürsten Astrachan und Kasan. Im Weigerungsfalle aber drohten sie, abermals nach Russland zu kommen und Alles mit Feuer und Schwert zu verwüsten. Und wie betrug sich dabei der Zar, der sich gegen die vornehmsten Kronenträger Europas so hochmütig gezeigt? fragt Karamsin. Er schlug die Stirn vor dem Chan! Er versprach ihm, Astrachan abzutreten und bat flehentlich, bis zum Friedensschlusse, Russland nicht mit Krieg zu überziehen – er hatte ja hunderte seiner besten Feldherrn hinrichten lassen; wer sollte seine Heere gegen die Massen der Tataren anführen! Die Stirn schlagen vor Jemandem heißt in Russland so viel als einen Fußfall tun, wobei mit der Stirn die Erde berührt wird.

Der Zar war indes nicht gesonnen, dem Chan zu willfahren; er dachte vielmehr, durch eine demütige Versprechungen und Gebärden Zeit zu gewinnen, um ein Heer auszurüsten, das er den Tataren, wenn sie nochmals auf Moskau losrückten, entgegen führen könnte. Allein die Lust, das Blut seiner Untertanen zu vergießen, war so groß in ihm, dass er alles Andere darüber vergaß, denn als noch die Trümmer von Moskau rauchten, als noch die Tataren große Frevel an den russischen Grenzen übten, gefiel sich der Zar in Blutgerichte, die er über seine Untertanen, namentlich über seine Großen hielt, indem er die Todesurteile über sie aussprach und dieselben durch seine „Auserwählte“ an ihnen vollziehen ließ. Unter diesen Unglücklichen befanden sich auch Jakowlew, ein großer Gewalthaber und Erzieher des Zarewitschs; der Wojewode Saburew, ein Verwandter Johanns; der Bojar Saltükow. Kurz, Karamsin sagt: „Zu unbezweifelten Zeugnissen für dieses Zaren Grausamkeiten dienen, nächst den ausländischen Geschichtsschreibern, unter denen viele glaubwürdige Zeitgenoffen Johanns, auch die Aussagen der russischen Annalisten, des Zaren eigene Briefe, ferner die sogenannten Synodik-Gebetformularen, welche Johann selbst mit den Namensverzeichnissen der von ihm getöteten Männer, Weiber und Kinder in den Klöstern herumschickte und für die abgeschiedenen Seelen zu beten befahl. Auf den Verzeichnissen befinden sich viele Namen der berühmtesten russischen Familien, z. B. der Fürsten Chilkow, Gorbatij, Rostowsskij, Kurakin, Tscherkasskij, Obolenzkij; ferner das damalige Mitglied des Reichsrats Otschin-Pletscheijew, der berühmte Chawarow-Dobrinßkij, Worónzow, Rassladin, ein Abkömmling des berühmtesten Bojaren des vierzehnten Jahrhunderts, Kwatschnjä, ferner der Wojewode Kirik-Tjurkow, der große Feldherr Kaschkow, der Wojewode Lükow; außer zehn Kolitschéws, kamen auch eine Menge Fürsten von Jaroslawl um, ferner viele Prossarowsskijs, Uschatijs, Sobolsskijs, Buturlins usw. Aber noch sollte ein großer Name in das ungeheure Totenregister eingeschrieben werden, nämlich den des edlen und berühmten Fürsten Worotünsskij, wie bereits auf Seite 185 erwähnt. Als die Tataren 120.000 Mann stark, zum zweiten Male gegen Moskau zogen, um die neu aufgebaute Stadt wieder zu verheeren, schickte der Zar in der größten Angst seinen Schwager, den Fürsten Michail Temgrjukowitsch, einen getauften Tataren, berühmten Wojewoden und Oberbefehlshaber der Auserwählten mit einem großen Haufen Opritschniks dem Feinde entgegen; berief ihn aber, noch ehe es zum Treffen kam, zurück und ließ ihn auf einen Spieß setzen, auf welchem er den Geist aushauchte. Da stellte sich der große Feldherr Worotünsskij, Sieger in zwanzig Schlachten, an die Spitze des kleinen russischen Heeres und schlug, 7 Meilen von Moskau, die Tataren dergestalt aufs Haupt, dass alles Gepäcke des Chans und seine besten Feldherren in die Hände der Russen fielen. Der Chan selbst entging mit 20.000 seiner besten Reiter der Gefangenschaft und floh nach Taurien.

Als darauf zwei hohe Würdenträger des Reiches vor dem edlen Fürsten Worotünßkij die Stirn schlugen, war dieser so bescheiden, dass er den großen Sieg nur Gott und dem Zaren zuschrieb. Aber welcher Lohn ihm dafür wurde, haben wir auf Seite 185 erwähnt. Er war ein Freund des Fürsten Kurbskij, den der Zar hasste, weil er sich von ihm nicht zu Tode peinigen lassen wollte, und das war genug. Worotünßkij wurde der Zauberei, der Zusammenkünfte mit Hexen und des Anschlags auf das Leben des Zaren angeklagt, und zum Tode verurteilt. Wie man ihn peinigte, haben wir ebenfalls schon erwähnt. Das hohe Geschlecht der Fürsten Worotünßki, Nachkommen des heiligen Michails von Tschernikow, dessen wir auf Seite 187 gedachten, ist in Russland, wie Karamsin sagt, schon längst ausgestorben; aber der Name des Michail Worotünßkij, ist das Erbe und der Ruhm der russischen Geschichte geworden.

„O, großer Mann“, schreibt Kurbstkij, „du an Geist starker Mann! heilig unvergesslich ist der Welt dein Andenken! Du hast einem undankbaren Vaterlande gedient, wo die Tugend zum Verderben führt und der Ruhm keine Stimme hat; aber es gibt eine Nachwelt und Europa hat von dir gehört usw.“ – Fürst Kurbskij schrieb ein Buch über die Taten des schrecklichen Zaren. Er war aus dem Geschlechte des Fürsten Jaroslawl, Sieger in vielen Schlachten und als Reichsrat ein eben so weiter, als tätiger Mann. Er floh nach Wolmar, ins damalige Gebiet des Königs Sigismund und schrieb von hieraus einen offenherzigen Brief an den Zaren, in welchem er ihm alle Schandtaten vorwarf und seine Flucht damit entschuldigte, dass die bürgerlichen Gesetze nicht immer stärker sein könnten, als das Naturgesetz: er habe sich vor seinem Peiniger retten müssen. (Johann trachtete auch ihm nach dem Leben). Aus der Antwort des Zaren auf diesen Brief heben wir folgendes heraus: „Warum, Unglücklicher! stürzest Du Deine Seele ins Verderben“, schrieb ihm der Zar, „indem Du Deinen vergänglichen Leib durch die Flucht rettet? Wenn Du auf dem Wege des Rechtes und der Tugend gewandelt hat, warum willst Du nicht von mir, dem angeblich störrischen Herrscher den Tod erleiden und Dir die Märtyrerkrone verdienen? Was ist Leben, was Reichtum und Ruhm dieser Welt? Eitelkeit und Schatten, weiter nichts! Selig, wer durch den Tod das Heil der Seele erwirbt.“ – Kurbsskij hatte nun grade keine Lust, zurückzukehren und den Tod durch den Zaren zu erleiden, um sich die Märtyrerkrone zu erwerben. Und da er nicht tat, wie der Zar wünschte, und Worotnüßkij sein Freund war, so wollte der Zar, dass dieser Edle sich durch den Tod das Heil seiner Seele erwerbe.

Die Macht der Tataren von Kasan und Astrachan war durch jene Schlacht, in welcher Worotnüßkij Sieger blieb, für immer vernichtet. Aber Polen und Litauen waren noch gefährliche Feinde Russlands. Allein der Zar hatte Freunde von großem Einfluss unter den Polen und Litauern, welche ihm die Krone Polens versprachen, wenn Sigismund, der schon sehr alt war, gestorben sei. Nach seinem Tode trugen ihm die Litauer wirklich die Krone an. Sie schickten einen Abgesandten, Namens Haraburda zu Johann, der sich in Nowgorod aufhielt, um mit ihm zu unterhandeln. „Ich will nur Kiew ohne alle andere Städte und Amtsbezirke“, sagte der Zar, „Polotz und Kurland trete ich an Litauen ab, und nehme dafür Lievland bis an die Dwina. Unser Titel wird dann sein: „Hosspodar, Zar und Großfürsten von ganz Russland, von Kiew, Wladimir und Moskau, König von Polen und Großfürst von Litauen.“ Allein Stephan Bathory, Fürst von Siebenbürgen kam damals, besonders durch den Einfluss Sultans Selim, auf den polnischen Thron. Das ärgerte den Zaren ungemein. Als Stephans Gesandter darauf mit dem Beglaubigungsschreiben seines Souveräns zu Johann kam und dieser es gelesen hatte, sagte der Zar wütend: „Wie untersteht sich dieser Stephan, dieser Wojewode von Siebenbürgen, dieser Untertan des Königs von Ungarn, der nicht mehr ist, als meine Wojewoden: Ostroschkij, Bjelsskij, Mstisslawsskij, wie untersteht sich dieser Mensch: Mich seinen Bruder zu nennen? Wenn Stephan, fügte er hinzu, Brüderschaft mit dem Zaren wünscht, so soll er sich nicht in die Angelegenheiten Lievlands mischen! Mich aber in seinem Schreiben Zar und Großfürst von Smolensk und Polotz nennen!“ – so sprach der Zar im November 1576.

In diesem Sinne schrieb derselbe Zar auch einmal an den König von Schweden, unter anderem ungefähr so: „Es ziemt Dir nicht, dass Du Deinen Namen vor den Unsern fetzest, denn nur der Kaiser und Unters Gleichen sind Unsere Brüder. Und so lange Dein Land nicht so groß ist, als das der großen Monarchen, wirst Du es wohl nicht wagen, Dich ihren Bruder zu nennen.“ – Der König von Polen machte einen Witz. Johann darüber wütend, erklärte ihm den Krieg. Der Sarg ist schon fertig, schrieb er ihm, um Deinen Kopf hinein zu legen! Unterschrieben hat er sich: „Statthalter Gottes.“

Allein dieser Stephan, einer der größten Könige, die Polen je besessen, nahm dem Zaren eine Stadt nach der andern weg. Als er ihm auch Polotz, das die Russen mit Verzweiflung verteidigten, entrissen hatte, verlangte Johann in aller Demut diese Stadt zurück und sagte, er wolle ihn dann auch Bruder, nennen. Aber Stephan drang immer tiefer und siegreicher in Russland ein und seine Forderungen wurden immer größer und größer. So verlangte er z. B. ganz Lievland, die Städte Smolensk, Pskow und Nowgorod und außerdem hunderttausend ungarische Goldgulden von Russland. Johann schäumte vor Wut, aber er konnte diese Wut nur an seinen unglücklichen Sklaven abkühlen. Er schrieb an den König Stephan folgendes:

„Wir, durch Gottes und nicht der Menschen vielfach auf Willen demütiger Herrscher von ganz Russland usw.
Als Polen und Litauen ebenfalls rechtmäßige Erbherrscher hatten, da verabscheuete es das Blutvergießen; jetzt aber hat es kein Christentum mehr! – – Du überfällt, während Du den Waffenstillstand in Moskau abschließest mit unsern Feinden, die an unserm Lande Verräter wurden, mit Kurbfkij und andern, Russland. Polotz hast Du durch Verrat genommen; – nicht durch das Schwert, sondern durch Verräterei führst Du Krieg! Deine Soldaten, die Unmenschen, ziehen noch die Toten. Mann des Blutes, denke an Gott!“ –


Der König Stephan Bathory antwortete also:
Du rühmt Dich Deines Erbrechtes, ich beneide Dich nicht darum! denn ich halte es für besser, durch Verdienste eine Krone zu erwerben, als von einer Glinsky, der Tochter eines Mannes, der an Sigismund zum Verräter wurde, zum Thron geboren zu werden.
Du wirfst mir Verstümmlung der Toten vor; ich verstümmle sie nicht. (Stephan zeigte sich in der Tat, sehr großmütig gegen alle Gefangenen, und verübte das, was Johann ihm vorwarf, an den Toten nicht.)
Du aber martert die Lebendigen. Wir erobern die Länder durch kriegerischen Mut und bedürfen der Dienste Deiner angeblichen Verräter nicht. Wo bist Du jetzt, Du Gott des russischen Landes, wie Du Dich von Deinen unglücklichen Sklaven nennen lässt? Ich rate Dir, den 50sten Psalm Davids zu lesen, damit Du Dich selber kennen lernest.“ –

Die Polen wurden immer mächtiger in Russland und drangen zur Zeit der falschen Dimitrijs (im Anfange des 17. Jahrhunderts) sogar in Moskau ein, wie wir bereits erzählt. Als die Litauer Polotz eingenommen hatten, wobei viel Russen, obgleich sie sich in nasse Felle gesteckt, damit sie im Feuer fechten konnten, umkamen, war Johann außer sich vor Schmerz, Sorge und Wut, er schrieb an den Staatsdjäken in Moskau, A. Schetschelkâlow, dass man den Einwohnern die Erfolge des Feindes kaltblütig und ruhig bekannt machen müsse. Der Djäk ließ daher das Volk zusammenberufen und sprach also: Wisset, gute Leute, dass der Polenkönig Polozk erobert und Sokol verbrannt hat: eine traurige Nachricht; allein die Klugheit verlangt Festigkeit von uns. Nichts ist beständig in der Welt: das Glück wird auch großen Zaren untreu. – Es sind einige Russen gefallen, aber noch weit mehr Litauer.“ – Da entstand ein Geheul und Gewimmer unter den Weibern, die seufzend und klagend aus einer Straße in die andere liefen und statt ihrer gefallenen Männern andere verlangten. Da der Djäk nun aus den Jahrbüchern bewies, wie gefährlich die Empörung der Weiber sei, die sich auch jetzt gar nicht beruhigen lassen wollten, indem sie mit Ungestüm andere Männer verlangten, so ließ er eine Menge solcher russischen Kinderwerkzeuge bringen, die man aus Besen zu machen pflegt, vermittelt deren es ihm endlich gelang, die Empörung der Weiber zu dämpfen.

In dem Kriege zwischen Johann und Stephan zeigte der Zar die ganze Schwäche einer durch Tyrannei erniedrigten Seele. Dieser Krieg, sagt Karamsin, war zwar nicht so blutig für Russland, als erniedrigend, nicht so rühmlich für Stephan Bathory, als schimpflich für Johann. Nachdem der Zar 24 Jahre hindurch unermüdlich nach Lievland gestrebt hatte, um dem großen Werke Peters I. zuvorzukommen; nachdem er so viele Menschen und Schätze aufgeopfert hatte, gab er plötzlich an der Spitze eines vaterländischen Heeres, gab er Alles der flammgemischten Schaar Bathorys hin! Russland hatte damals Lievland sechs Jahrhunderte hindurch im Besitze gehabt.

Als die Litauer mit einem Heere von 60.000 Mann, Stephan Bathory an der Spitze, gegen Pskow) rückten und mit der Eroberung dieses wichtigen Platzes wahrscheinlich halb Russland erobert hätten, ging der Zarewitsch, ältester Sohn Johanns und dessen Liebling und Helfershelfer bei fast allen Blutgerichten, zu seinem Vater und forderte ein Heer, um den Feind zu vertreiben und Pskow zu befreien. Nach der Pskower Chronik soll der Zarewitsch den Vater beschworen haben, diese Stadt zu entsetzen. – Dem sei nun wie ihm wolle, der Zar witterte wieder Verrat von allen Seiten und wähnte, sein Sohn sei selbst ein Verräter, und so gab er ihm mit seinem scharfen stählernen Stabe einen Schlag, dass der Sohn zu Boden stürzte, wie wir bereits erzählt, und starb am 19. November 1581.

Johann geriet in Verzweiflung, wenn ein solcher Bösewicht durch solche Tat an einem Menschen wirklich in Verzweiflung geraten kann; – er brachte mehrere Tage ohne Speise und Trank zu. Im Trauerkleide eines gemeinen Mönches warf er sich bei der Beerdigung der Leiche mit einem abscheulichen Geheule auf den Sarg und auf die Erde nieder.

Einige Zeit grämte er sich wirklich sehr. Ihn floh der Schlaf; des Nachts sprang er auf, er sah nur böse Geister, Rachegeister, die der Hölle entstiegen waren, ihn zu züchtigen; er wälzte sich auf der Erde, stöhnte und jammerte; und wurde er ruhig, so war dies nur eine Folge seiner Erschöpfung; er scheute das Licht des Tages, um den Sohnesmord auf seinem Gesichte vor der Sonne und vor den Augen der Menschen zu verbergen. In diesem Zustande rief er die vornehmsten Staatsmänner des Reiches vor sich und erklärte ihnen, dass er sein Leben im Kloster beschließen wolle; dass aber fein zweiter Sohn Féodor nicht fähig sei, das Land zu regieren, dass man also einen würdigen Herrscher wählen müsse, dem er die Krone übertragen könnte. Die Bojaren aber trauten dem tückischen Manne nicht, denn sie errieten, was er in seiner schwarzen Seele brütete: er wollte nur ihre geheimsten Gedanken erraten, weil er unter ihnen nichts als Verräter witterte. Die Bojaren sagten einstimmig: Verlasse uns nicht, großer Zar! denn wir wollen keinen Herrscher, als Dich, der Du uns von Gott verliehen bist. Da willigte der Zar ein, wie er bemerkte, die Würde und Bürde der Herrschaft noch länger zu tragen. Darauf schickte er große Geschenke an die Patriarchen von Konstantinopel, Antiochien, Alexandrien und Jerusalem, damit sie für den seligen Zarewitsch beten möchten und Ruhe zu erflehen für den unglücklichen Vater.

Nun fing er wieder aufs Neue an, seine Untertanen zu peinigen. Den Anfang machte er mit einigen Festungskommandanten, die, nach einem Wahne, Schuld waren, dass Stephans Heere siegreich eindrangen. Für die grenzlose Hingebung des russischen Volkes in den Willen seines Zaren sind schon jene Worte der Pskower bezeichnend wie auch folgende, welche die Moskowiter bei vielen Gelegenheiten sprachen: „Mag der Zar die gegen ihn Übelgesinnten richten, er hat die Macht über Leben und Tod; aber möge nur nicht das Reich ohne Haupt bleiben. Er ist der von Gott uns gegebene Zar; einen andern kennen wir nicht. Wir wollen. Alle mit unsern Köpfen ihm nachfolgen . . . usw.“ Aber noch schärfer bezeichnend dafür wie für vieles Andere, war die Gesinnung der meisten Großen, die den schauderhaftesten Tod durch Launen, Grillen, Bosheit und Argwohn ihres Zaren erlitten. Karamsin teilt uns aus dem Geschichtswerke eines livländischen Schriftstellers folgendes darüber mit.

„Diese Menschen (die Russen)“ jagt der Livländer, „ließen sich weder durch Todesstrafen noch durch Beschimpfungen in ihrem Eifer für den Monarchen irre machen. Ein Beamter Johanns, der Fürst Sugorsskij, der im Jahre 1576 an den Kaiser Maximilian gesandt wurde, erkrankte in Kurland. Der Herzog ließ sich, aus Achtung vor dem Zaren, mehrere Male durch seinen Minister nach dem Kranken erkundigen, von dem er immer dieselben Worte vernahm. „An meinem Leben ist nichts gelegen, wenn Gott nur den Zaren gesund erhält!“ Der Minister gab seine Verwunderung zu erkennen. „Wie könnt ihr“, fragte er ihn, „einem Tyrannen mit solcher Treue dienen?“ Der Russe antwortete: „Wir Russen hängen an unseren Zaren, an dem gnädigen sowohl als an dem strengen.“ Zum Beweise erzählte der Kranke, dass Johann vor nicht langer Zeit einen vornehmen Mann eines kleinen Vergehens wegen habe spießen lassen. Dieser Unglückliche habe 24 Stunden auf dem Spieße gelebt, unter fürchterlichen Qualen mit seiner Frau und seinen Kindern gesprochen und unaufhörlich wiederholt: „Gott, erbarme dich des Zaren! . . . . .“ – Das heißt, fügt Karamsin hinzu, die Russen rühmten sich dessen, was ihnen die Ausländer zum Vorwurfe machen: ihre blinde, unbegrenzte Ergebenheit in dem Willen des Zaren; selbst in seinen unbesonnenen Abweichungen von menschlichen und Staats-Gesetzen.“ Es ist merkwürdig, sagt Karamsin an einer andern Stelle, dass dieser Zar, bis zum Ende seines Lebens, ein eifriger Verehrer des christlichen Glaubens, die göttlichen Lehren desselben mit seiner unerhörten Grausamkeit in Übereinstimmung setzen wollte: bald rechtfertigte er sie durch den Schein der Gerechtigkeit, indem er behauptete, alle Märtyrer seiner Grausamkeit seien Verräter, Zauberer, Feinde Christi und Russlands gewesen.

Dem Leser werden die Worte Johanns, welche er, nachdem er so viele Menschen umgebracht hatte, an den Kaiser Maximilian richtete, gewiss interessant sein, und da wir hier den geeignetsten Platz für sie sehen, teilen wir sie mit.

„Du, unser geliebter Bruder“, schrieb er an den Kaiser, „trauert über die fürchterliche Hinopferung der unschuldigen Menschen, Kinder und Säuglinge in der St. Bartholomäusnacht. Alle christlichen Herrscher müssen über diese unmenschliche Grausamkeit des Königs von Frankreich, der ohne Verstand so viel Blut vergießt, bekümmert sein“ usw. – Die polnische Republik hatte Heinrich den Neunten zu ihrem Oberhaupte erwählt, was dem Zaren wie dem römischen Kaiser ein Dorn im Auge war. Daher wohl der erheuchelte Schmerz über die Opfer der St. Bartholomäusnacht. Johann liebte die Deutschen. Eberfeld, Kalb, Taube und Kruse fanden bei ihm in hoher Gunst. Diese Augenzeugen haben. Vieles aus Johanns Leben der Nachwelt übermacht. Er war ein Freund der Lutheraner, duldete sie in Moskau, ja, er trieb sogar von dem Metropoliten für eine Beleidigung, die er den deutschen Protestanten zufügte, eine Geldbuße von 60.000 Rubel ein.

Er ließ durch die Deutschen in der Nikolaistraße zu Moskau im Jahr 1553 eine Buchdruckerei errichten, die sich noch heut zu Tage daselbst befindet. Zum Vergnügen der Deutschen ließ Johann allerlei lustige Tänze aufführen wobei, auch junge russische Mönche das Glaubenssymbol absingen mussten, und der Zar, zumal wenn sie falsch fangen, den Takt mit einem Stecken auf ihren Köpfen schlug. Während des schrecklichen Gerichtes, das Johann in Moskau hielt, versteckten sich viele der Bojaren und andere; aber die „Auserwählten“ untersuchten alle Verstecke und zogen sie heraus. So verbarg sich der Wojewode von Michailow, Kosarinow-Golochwáßtow in einem Kloster, und als die Opritschniks ihn da witterten, kam er heraus und sagte: „Ich bin’s, den ihr sucht!“ Der Zar ließ ihn mit einer Pulvertonne in die Luft sprengen und sagte: Die Mönche sind Engel und müssen gen Himmel fahren!

Immer rühmte dieser Zar sich seiner deutschen Abkunft. Selbst hätte er gar zu gern eine deutsche Prinzessin geheiratet und auch seinem Sohne eine deutsche Gemahlin gegeben. Seine Mutter, sagte er, gehörte dem bayrischen Hause an. Er behauptete sogar das Wort Bojar sei von dem deutschen Bayer abzuleiten und bedeute Herrscher. Einmal wollte er von einem englischen Goldschmiede, der in Moskau lebte und sehr berühmt in seiner Kunst war, eine goldene Schüssel gemacht haben. Nachdem der Zar befohlen, ihm den Goldklumpen zu übergeben, und der Engländer denselben in Empfang genommen hatte, sagte Johann: „Nun wiege das Gold ordentlich nach, ob es auch so viel ist; denn traue meinen Russen nicht, es sind alle Spitzbuben!“ – Der Engländer lächelte. Der Zar wollte die Ursache davon wissen. „Wenn Ew. Majestät befehlen, muss ich meine Gedanken kund tun, antwortete der Goldschmied. Ei nun ich befehle! versetzte der Zar, heraus damit! „Indem Ew. Majestät alle Russen Spitzbuben nennen, haben Sie vergessen, dass Sie selbst ein Russe sind.“ – „Nein!“ versetzte der Zar, „ich bin kein Russe, meine Vorfahren waren Deutsche.“ Und in diesem Sinne hatte er auch Recht. Rurik war wenigstens germanischer Abstammung, er war, wie wir gesehen, ein Skandinavier. Die zweite Dynastie, die Románows, sind ebenfalls deutscher Abstammung und die dritte, die mit Peter III. beginnt, ist bekanntlich auch eine deutsche. Die oben erwähnten Livländer: Taube und Kruse, wurden im Jahre 1560 von den Russen gefangen genommen und traten in den russischen Dienst. Sie spielten lange eine große Rolle bei Hofe, wurden aber, da sie auch den Tyrannen endlich fürchten mussten, an Russland wirklich zu Verrätern, indem sie ins feindliche Land flohen. Der Zar war wütend über sie; liebte sie jedoch dermaßen, dass er ihnen wieder verzieh, als er späterhin mit ihnen in Livland zusammentraf. Johann sprach und schrieb gut Deutsch und liebte die deutschen Reime sehr, besonders die von Hans Sachs. Als Probe seines Stils dient hier Folgendes:

„König Magnus ziehet nach ewrem Hause karckhause . . . . Taube und kruse sein von uns zu grossen Herren gemacht . . . . Jurgen Faarensbach und Hans Wachtmeiser haben wir beliebet; sie sein von uns abgefallen.“

Johann hatte den Prinzen Magnus, seinen Anverwandten, zum Herzoge von Kurland gemacht. Er schrieb auch deutsche Verse, von denen wir hier eine Probe geben. Dieselben ließ er auf alle Kirche in Livland schreiben. Ein gewisser Paul Magnus, der aus Livland kam, teilte sie dem Herzog von Mecklenburg mit.

Sie lauten unverfälscht also:

„Iwan Basiliuitz bin ich genannt
Und hab unter mir so manches Landt,
Wie denn mein Titell ausweisend ist,
Und bin dazu ein gutter Christ;
St. Pauli Lehr halt ich fein:
Hab die gelernt von den Aeltern mein,
Wie denn meine Muscowiter alle,
Die mir dienen mit reichem Schalle.

Ich bin der Reussen Herre gutt,
Geboren von meiner Eltern Blutt;
Kein Tittel ich durch Gab und Bitt,
Von niemand erkauffet nit;
Keinem Herren ich gehorsam zwar
Dann Christo, Gottes Sohn ist war.“

Schade, dass Dr. Wolff diese Muster von deutscher Dicht- und Reimkunst des 16. Jahrhunderts nicht in seinen „Poetischen Hausschatz“ aufnahm!

Dieser Zar hatte, dem griechisch-orthodoxen Kirchengesetze zu wider, sechs oder sieben Frauen, die er alle grausam behandelte.

Die erste war, wie bereits erwähnt, Anastasia Románowna Jurjew, jene edle schöne Seele; die zweite, Maria Temrjukowna, vom Stamme der pädigór’schen Tscherkessen; die dritte, Martha Wassilijowna Sobákin; die vierte Anna Aléxéowna Koltawsskoi; die fünfte, Wassiltschekow. Mit der sechsten, der Witwe Wassilijassa Melentjew empfing er bloß das Gebet der Kirche; die siebente war Maria Féodorowna Nagoi, Mutter des Demetrius, durch dessen plötzliches Verschwinden so viele Drangsale über Russland kamen.

Die in ganz Russland ausgesuchten Zarenbräute wohnten gewöhnlich in einem gro

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Iwan der Schreckliche

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Auf dem Weg zur Hinrichtung

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Sibirischer Galgen

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Strafe des Räderns z. Zeit Peters des Großen

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