Landwirtschaftliche und andere Berichte. Demern, den 11. April 1856.

Aus: Archiv für Landeskunde in den Großherzogtümern Mecklenburg und Revue der Landwirtschaft.
Autor: Redaktion - C. Masch, Erscheinungsjahr: 1856
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Demern, Landwirtschaft, Wetter, Aussichten
Im Allgemeinen hat sich die Witterung der letztverflossenen Zeit sehr günstig erwiesen, und wenn gleich die starken Nachtfröste noch bis zu Anfang dieses Monats fortwährten, so waren die Tage doch so gelinde, dass man die Arbeiten auf dem Felde fast ohne Unterbrechung ausführen konnte. So werden denn die Bohnen und die Erbsen rechtzeitig früh in die Erde gebracht und mit dem Aussäen des Mengekorns und Hafers wird fleißig fortgefahren, die Kartoffeln sind auch bereits meistens ausgepflanzt, der Acker stellt sich ganz vorzüglich, wie man zu sagen pflegt.

Die Befürchtungen, mit denen man lange Zeit, zumal bei den trockenen Nachtfrösten, auf die Roggensaat sah, haben sich sehr gemindert, die Saat hebt sich bei der jetzigen milden Witterung zusehens und bestaubet sich also, dass man viel Hoffnung für das Gedeihen derselben fassen darf, welche selbst denen nicht fehlt, welche leichten Sandboden zu bebauen haben.

Die Weizenfelder sehen schön aus, denn die Saat liegt reich und kräftig da und hebt sich rasch. Weniger Gutes lässt sich von den Rapsfeldern sagen, die haben sehr gelitten und mussten an manchen Orten zur anderweitigen Besäung wieder umgepflügt werden.

Die hierorts getroffenen Maßnahmen zur Unterstützung Hilfsbedürftiger, von denen voriges Mal ausführlich gesprochen ward, haben sich als ausreichend erwiesen und manche Not gemildert.
Hahn und Hennen

Hahn und Hennen

Federvieh

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