Kirchberg, Ernst von (14. Jahrhundert) thüring.-mecklenb. Reimchronist. Biographie

Allgemeine Deutsche Biographie Bd 15 (1882)
Autor: Schirrmacher, Friedrich Wilhelm (1824-1904) Deutscher Historiker und Bibliothekar, Erscheinungsjahr: 1882
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Kirchberg: Ernst v. K., Reimchronist des 14. Jahrhunderts, war von Geburt kein Mecklenburger, sondern Thüringer. Höchst wahrscheinlich kam er erst im Jahre 1378, da sich Herzog Albrecht II., der Große von Mecklenburg, mit Adelheid, der Tochter des Grafen Ulrich von Honstein, vermählte, mit anderen Thüringern an den Schweriner Hof. Hier begann er auf Bitten des Herzogs die wendischen Geschichten Helmold’s in Reime zu bringen und zwar in hochdeutscher Sprache. Noch bei Lebzeiten Albrechts, der am 18. Februar 1379 starb, hat er in etwa 110 Kapiteln diese Versificirung zum Abschluß gebracht, darnach aber in weiteren 85 Kapiteln die Geschichte Mecklenburgs, teils auf Grund verschiedener Chroniken, teils nach mündlichen Überlieferungen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts fortgeführt. So weit wenigstens geht die einzige, im Schweriner Archiv befindliche, mit Miniaturbildern reich geschmückte, leider aber verstümmelte Pergamenthandschrift, welche von Westphalen in seinen Mon. ined. IV., Lipsiae 1745 in sehr inkorrekter Weise veröffentlichte. Das Kirchberg sein Vorhaben, ein „Herzog-Albrechts-Buch“ folgen zu lassen, wirklich ausführte, ist kaum anzunehmen.

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