Gadebusch, Dethlev von (unbekannt-1249) Burggraf von Gadebusch. Biographie

Allgemeine Deutsche Biographie Bd 08 (1878)
Autor: Pyl, Karl Theodor (1826-1904) deutscher Historiker
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Gadebusch: Dethlev v. G., Herr von Lositz, † 1249, gehört wahrscheinlich zu einer Seitenlinie des rügischen Fürstenhauses, da er ebenso, wie die urkundlich als Agnaten desselben nachweisbaren Geschlechter von Putbus und von dem Bughe, einen Adler über einer Schachtafel im Wappen führte, und in den Urkunden stets als erster Zeuge mit der Bezeichnung „dominus“ nach den regierenden Herrschern erscheint. Er schloss sich in dem früheren Zeitraume seines Lebens besonders nahe an daß mecklenburgische Fürstenhaus, welches ebenfalls im verwandtschaftlichen Zusammenhang mit Rügen gestanden haben soll und begleitete wahrscheinlich Heinrich Borvin I. auf seinem Zuge gegen Livland. Nach dessen Tode im Jahr 1227 führte er die Vormundschaft über seine unmündigen Enkel Johann I. von Mecklenburg, Nicolaus I. von Werle, Heinrich Borvin III. von Rostock und Pribislav II. von Parchim, in Gemeinschaft mit anderen Edlen des Landes und erhielt zugleich das angesehene Amt eines Burggrafen oder Kastellans von Gadebusch, sowie den umfangreichen Grundbesitz von Vitensee, Rosenow, Alt-Pokrent, Wokenstedt und Kossebade. An dem dänischen Kriege vom Jahre 1234–36, welchen Waldemar II. gegen Lübeck und Pommern führte, und in dem Holstein, Mecklenburg und Rügen mit dem König verbündet waren, nahm Gadebusch und sein Vetter (consanguineus), der Bischof Brunward von Schwerin einen lebhaften Anteil, dieser, indem er die Grenzen seiner Diöcese über die zu Cammin gehörenden Länder Lositz, Gützkow, Lafsan und Wolgast auszudehnen suchte, jener, indem er das Land Lositz (Loitz) zwischen der Trebel und Schwinge besetzte, und von Mecklenburg, später von Pommern zu Lehn empfing. In Folge dessen wendete er den Schluss seines Lebens den pommerschen Landen zu, gründete im Jahr 1242 die Stadt Loitz, erweiterte deren Feldmark und verlieh ihr das; lübische Recht, sowie als städtisches Siegel einen Teil seines Wappens, den Adlerflügel, welchen er durch zwei Säulen, resp. Türme, zu beiden Seiten vermehrte. In der Folge erscheint er auch als Beistand der pommerschen Herzoge, Barnim I. und Wartislaw III. u. A. als Zeuge bei einer Schenkung an daß Kloster Broda, und starb bald, nachdem er dem Lübecker Dom eine Rente verliehen hatte, am 9. August 1249. Die Herrschaft Lositz ging zuerst an seine Söhne Werner und Heinrich von Lositz und später an daß Fürstentum Rügen über, bis sie 1325 mit Pommern vereinigt wurde. Von Dethlev von Gadebusch´s Bruder, Heinrich von Bützow, stammte Dethlev von Marlow und von einem dritten Bruder die Geschlechter von Dechow und der Grafen von Hahn.

Lisch, Mecklenb. Jahrb. XIV, 83–94. A. G. Schwarz in Dähnerts Pom. Bibl. II, 147. Fabricius, Rüg. Urk. III, 33–35. Cod. Pom. Dipl. No. 399. 426. Klempin, Pom. Urk.buch, Nr. 477. 500. 441. Lübecker Memorialbuch, Fol. 183. Mecklenb. Jahrb. XXI, 187. Mecklenb. Urk.buch Nr. 630.

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