Friedrich, Herzog von Mecklenburg-Schwerin (1717-1785). Biographie

Allgemeine Deutsche Biographie Bd 7 (1878)
Autor: Fromm, Ludwig (1824-1884) deutscher Historiker, Erscheinungsjahr: 1878
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Friedrich, Herzog von Mecklenburg-Schwerin, geb. am 9. November 1717, folgte seinem Vater, dem Herzoge Christian Ludwig II. am 30. Mai 1756 in der Regierung. Er fand zwar durch den Erbvergleich vom Jahr 1755 die vieljährigen inneren Streitigkeiten beigelegt, sonst aber einen sehr traurigen Zustand des Landes vor, über das nun noch die Leiden des siebenjährigen Krieges kamen, in den der Herzog wider seinen Willen hineingezogen wurde. Preußen hatte nämlich seit Jahren in Mecklenburg für eine Armee Menschen rauben lassen, worüber sich schon Christian Ludwig am 12. Januar 1754 gegen Friedrich d. Großen beschwert hatte. Damals schon behauptete der Herzog, daß viele Tausende der kräftigsten Leute aus dem Lande geraubt worden seien. Diese Vergewaltigungen wurden nun in schonungslosester Weise fortgesetzt und dies war die Veranlassung, daß Herzog Friedrich sich an die Feinde Friedrichs d. Großen schloss, ohne aber zu rüsten. Er schloss nämlich im März 1757 ein Bündnis mit den Schweden und mit Frankreich, welches ihm Subsidiengelder zahlte, zwar nicht zur tätigen Teilnahme am Kriege, aber doch zu dem Zwecke, daß er den damals im Besitz der Stadt Wismar sich befindenden Schweden den Durchzug und die Aufstellung in Mecklenburg gestattete. Dadurch wurde dies Land der Tummelplatz mehrjähriger Kämpfe, in denen es die Schweden nicht besser behandelten, als die Preußen. Der Herzog selbst mußte nach Lübeck flüchten, von wo er erst im Sommer 1762 zurückkehrte, nachdem er dem zwischen Schweden und Preußen abgeschlossenen Frieden beigetreten war. Die Folgen des Krieges waren für Mecklenburg höchst verderbliche; die gesamte Einbuße an Geld allein wurde auf 15 Millionen Thaler leichter Münze berechnet, dazu waren ganze Gegenden verwüstet und von ihren männlichen Bewohnern verlassen. Zur Ausbringung der von Preußen unausgesetzt geforderten Contributionen hatte der Herzog 1758 eine Recepturcasse einrichten und eine Recepturcommission einsetzen lassen. Dieser verweigerte die Stadt Rostock die Zahlung der auf sie repartirten Quote, wodurch Streitigkeiten mit dieser Stadt entstanden, die erst nach des Herzogs Tode (im Jahr 1788) zum Ausgleich kamen, in Folge deren aber der Herzog 1760 den fürstlichen Anteil an der Universität nach Bützow verlegte, wo derselbe gleichfalls bis 1788 blieb. Herzog Friedrich, ein milder, wohlwollender, sparsamer und gerechter Fürst, wandte nach dem Eintritt ruhiger Verhältnisse sein Augenmerk auf die innere Hebung des Landes. Er unterstützte die Industrie und suchte namentlich die Tuchfabrikation zu heben, schaffte die Folter ab (1769), ließ die Domänen neu vermessen und regulieren, reorganisierte die Schulen der Städte, stiftete ein Seminar für Landschullehrer (1782), sorgte für Verbesserung der Gesundheitspflege, der Rechtspflege etc. Daneben gelang es ihm, die acht in den Jahren 1734 und 1735 nebst dem Elbzoll an Hannover verpfändeten Ämter für 1,535,000 Thaler Hamb. Vaneo wieder einzulösen; zur Abtragung dieser Pfandsumme wurde am 3. Februar 1766 die Reluitionscommission eingesetzt. Er residierte in einem von seinem Vater erbauten Jagdschloss, an dessen Stelle er 1772 das Schloss erbaute und die Stadt Ludwigslust gründete, die er nach seinem Vater nannte. Hier starb er kinderlos am 24. April 1785 und ruht in der von ihm erbauten dortigen Kirche.

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