Die untergegangene Ortschaft Smort bei Penzlin.

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 4
Autor: Von A. C. F. Krohn zu Penzlin, Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Smort, Penzlin
Neben Penzlin und früher schon, ehe dieser Ort eine Stadt wurde, so geht die Sage, lag eine große Stadt, Namens Smort. Durch ihre Gottlosigkeit aber zogen die Bewohner derselben Gottes Zorn auf sich, also dass der Herr eine Pest über sie schickte, die die Stadt gänzlich verheerte.

Nur zwei alte reiche Damen, die immer recht fromm gewesen waren, blieben verschont. Diese aber hatten teils durch Erbschaft, teils durch Kauf nach und nach die ganze Feldmark der ausgestorbenen Ortschaft an sich gebracht, und als sie nun auch ihr Ende herannahen fühlten, vermachten sie, da sie weiter keine Erben hatten, all ihr Hab und Gut der neben dem untergegangenen Smort aufblühenden Stadt zum Eigentum, jedoch so, dass der Kirche davon ein Zehntel zufallen sollte.

„Daher", sagen die Penzliner, „ist die Stadt in den Besitz der Feldmark Smort und unsere Kirche zu ihrem Reichtum gekommen."

Ein Teil der Penzliner Feldmark, ein daranstoßender See und ein Gehölz führen noch heut den Namen Smort. Smort selbst soll an dem Smorter See auf dem „Seehührn" gelegen haben und führt jetzt noch eine nicht weit davon abgelegene Stelle den Namen Heidenkirchhof. Ein noch weiter abwärts gelegener Ort heißt „Heidenhölter".

Nach Rabes Vaterlandskunde war 1273 zu Smort bei Penzlin noch eine Kirche, und 1327 erwarb die Stadt das Eigentum Smorts, dessen Acker zur Stadtfeldmark gezogen wurde.

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