Die drei Schüsse nach dem lieben Gott

Aus: Die Volkssagen von Pommern und Rügen
Autor: Gesammelt von Temme, Jodocus Donatus Hubertus (1798-1881) Politiker, Jurist und Schriftsteller, Erscheinungsjahr: 1840
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Pommern
Als es im Sommer des Jahres 1838 über acht Wochen lang jeden Tag regnete, so dass alle Saaten zu verderben drohten, war in der Gegend von Stettin ein Amtmann, der auch viel Korn auf dem Felde stehen hatte, das er nicht einfahren konnte. Darüber wurde der Mann so erbost, dass er, anstatt zu beten, lästerlich dem lieben Gott drohte, wenn er nicht in drei Tagen anderes Wetter mache, so wolle er ihm schon was zeigen. Und als die drei Tage um waren, aber kein anderes Wetter sich eingestellt hatte, da nahm er sein geladen Gewehr, und schoss damit in seiner gotteslästerlichen Verblendung dreimal gen Himmel nach dem lieben Gott. Kaum hatte er aber den dritten Schuss getan, so versank er bis mitten an den Leib in die Erde hinein, und es war kein Mensch im Stande, ihn wieder hervorzuziehen. Man schickte zuletzt zu dem Prediger nach Stettin; aber auch der soll ihm nicht haben helfen können, so dass er jämmerlich hat sterben müssen. Diese Geschichte ist in ganz Pommern bekannt geworden.

Mündlich.

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Temme, Jodocus Donatus Hubertus (1798-1881) Politiker, Jurist und Schriftsteller

Temme, Jodocus Donatus Hubertus (1798-1881) Politiker, Jurist und Schriftsteller