Die Kirchenglocken zu Barsdorf bei Fürstenberg

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 4
Autor: Gesammelt und herausgegeben von M. Dr. A. Niederhöffer, Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Barsdorf, Kirche, Kirchen-Glocken, Johannis-Tag, Fürstenberg
Auch die Glocken der Barsdorfer Kirche bei Fürstenberg waren einst, wie so manche ihrer Schwestern in Mecklenburg, verzaubert und ruhten in diesem Zustande auf dem Grunde des kleinen Sees, an welchem Barsdorf liegt. Alle Johannismittage verließ auch sie der Zauber auf eine Stunde, wo sie dann an das Ufer kamen, um sich zu sonnen.

Als einmal gerade zu dieser Zeit zwei kleine Mädchen am See ihr Puppenzeug wuschen und sich darauf nach einem passenden Gegenstand zum Trocknen desselben umsahen, da erblickten sie die beiden in ihrer Nähe sich sonnenden Glocken, die sie für ein Paar große Steine hielten und harmlos ihre kleine Wäsche darauf ausbreiteten.

Hierdurch waren nun die Glocken entzaubert worden; sie konnten nicht wieder in den See zurückkehren und blieben unbeweglich am Ufer stehen.

Bald wurden die Barsdorfer der schönen Glocken ansichtig, die sie nun nach ihrer Kirche brachten und dort aufhingen, wo sie sich auch noch heute befinden.

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