Die Hunnenstraße zu Malchin.

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 4
Autor: Gesammelt und herausgegeben von M. Dr. A. Niederhöffer, Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Malchin, Barbaren, Hunnen, Attila,
In alten Zeiten soll einst aus weiter Ferne ein Trupp Menschen nach Malchin gekommen sein, die eine unbekannte Sprache redeten und sich Hunnen nannten; also wohl Nachkommen jenes einst so gefürchteten mongolischen Barbarenvolks waren, welche, tief aus dem Norden Asiens nach Europa herüber gekommen, von 374 bis zum Tode ihres großen Königs Attilia, 453, wie ein Alles verheerender Strom die Länder unsers Weltteils durchzogen. Auch diese Hunnen sollen so ausgesehen haben, wie uns ihre Stammesgenossen aus früheren Zeiten beschrieben werden, indem auch sie von wildem, scheußlichem Ansehen und kleiner, gedrungenen Gestalt waren, schwarzgelbe Hautfarbe und kleine tiefliegende, feurige Augen hatten.

Dieser Trupp Menschen soll sich nun in Malchin, als dasselbe noch ein Dorf war*), angesiedelt und die nach sich benannte Hunnenstraße erbaut haben.

*) 1236 wurde Malchin zur Stadt erhoben.

Jahrhunderte nach der Hunnen Ansiedelung soll man noch ihre Nachkommen an der dunklen Gesichtsfarbe und den kleinen, tiefliegenden Augen erkannt haben. Jetzt dürfte aber wohl schwerlich noch ein schwarzgelber, kleinäugiger Hunnennachkömmling in Malchin zu finden sein.

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