Die Entstehung des Hospitals zu Stargard

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 4
Autor: Gesammelt und herausgegeben von M. Dr. A. Niederhöffer, Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Burg Stargard, Hospital, Armenhaus, Sprichwort
Eine Prinzessin fuhr einmal nach der Burg Stargard hinauf und traf zwei junge Leute, die ein Grab machten.

Sie fragte, für wen es sein solle und bekam die Antwort, für den dabei stehenden alten Mann, ihren Vater.

Als die Prinzessin verwundert sich weiter erkundigte, warum sie denn jetzt schon ein Grab machten, da der Vater ja doch noch lebe, so erwiderten sie ganz kaltblütig, dass der Alte nicht mehr sein Brot verdienen könne und nach altem Herkommen und dem alten Sprichwort:

„Krup unna, krup unna,
De Welt is Di gramm!"*)

hier eingebuddelt werden solle.

Da entsetzte sich die Prinzessin und befahl, augenblicklich davon abzustehen; auch werde sie Sorge tragen, dass diese barbarische Sitte aufhöre.

Und sie hielt Wort. Sie stiftete das noch heut stehende Hospital oder Armenhaus der Stadt Stargard.

*) „Krieche unter, krieche unter,
Die Welt ist Dir gram!"

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