Die Besitzungen des Klosters Dünamünde in Mecklenburg

Autor: Lisch, Georg Christian Friedrich Lisch (1801-1883) mecklenburgischer Archivar, Bibliothekar und Publizist, Erscheinungsjahr: 1849
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg, Kloster, Zisterzienserorden, Mönche, Livland, Estland, Dunamündung, Riga, Fluss Temnitz, Säkularisierung, Mittelalter, Zisterzienser-Mönchskloster Reinfelden, Parchim, Siggelkow, Zachow, Marnitz, Crutzen
Gleich darauf als der tätige livländische Erzbischof Albert die Stadt Riga nicht weit von der Mündung der Düna gegründet hatte, stiftete er im Jahr 1201 an der Mündung dieses Flusses ein Kloster für Mönche des Zisterzienser-Ordens, welcher „in Livland und Estland sehr ausgebreitet ward. „Er nannte das Kloster St. Nicolaus-Berg; es hieß jedoch, nach seiner Lage, in der gewöhnlichen Rede schon dazumal Dünamünde. Des Bischofs Bruder, der durch seinen frommen Wandel und seine Schicksale bekannte Dietrich von Thoreida, ward Abt, und bald wird das Kloster, der erste bewohnte Ort, den heransegelnde Kreuzfahrer an der öden Küste erblickten und wo sie Aufnahme fanden, bei frommen und freigebigen Männern in Deutschland Teilnahme erweckt und von ihnen tätige Unterstützung erhalten haben.“
Leseprobe

Schon vor dem Jahr 1232 hatte das Kloster Dünamünde Besitzungen im Lande Lieze, südlich von Wittstock, erworben, indem die Edlen Herren, die Brüder Johann und Gebhard von Plote, die Stifter und Besitzer von Kiritz und Wusterhausen, am 2. Mai 1232 dem altmärkischen Kloster Arendsee 42 Hufen verliehen, welche zwischen Netzeband und den Besitzungen des Klosters Dünamünde an dem Flusse Temnitz lagen; diese Hufen lagen ohne Zweifel auf der an Netzeband grenzenden, überaus großen und vielfach zerteilten Feldmark Rögelin, auf welcher das Kloster Dünamünde nach späteren Urkunden bereits 30 Hufen besaß. Das Kloster Dünamünde erbauete auf seinen Hufen einen Wirtschaftshof und nannte denselben: Hof Dünamünde, welcher später an den Bischof von Havelberg kam und im 17. Jahrhundert wüst lag. Der Bruder Conrad von Dünamünde, welcher im Jahr 1256 in einem Vergleiche wegen der Anlegung der Mühle zu Zechlin als Zeuge bei den Verhandlungen vor dem Fürsten Nicolaus von Werle zu Röbel auftritt, ist wohl der Hofmeister (magister curiae) dieser Besitzungen.

Diese Besitzung lag damals im Gebiete der Fürsten von Werle, da das Liezland demselben gehörte, so viel die Landesherrlichkeit derselben auch zu allen Zeiten von den Markgrafen von Brandenburg angefochten und zuletzt auf weiten Wegen von denselben erworben ist. Jedoch ist es wohl unzweifelhaft, daß das Kloster Dünamünde diese Besitzung unmittelbar von den Edlen Herren von Plote erwarb, welche dieselbe von den Markgrafen zu Lehn getragen hatten.

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