Der tote Ratsherr in Stralsund.

Die Volkssagen von Pommern und Rügen.
Autor: Temme, Jodocus Donatus Hubertus (1798-1881), Erscheinungsjahr: 1840
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Stralsund, Sage, Volksüberlieferung, Ratsherren
Im Jahre 1379 war in der Stadt Stralsund ein großer Aufruhr der Bürgerschaft gegen den Rath. Als dieser nämlich gemeinen Anliegens und Schulden halber von der Bürgerschaft Steuern forderte, so jagten ihn die Stralsunder aus der Stadt hinaus. Des Handels aber nahm sich Herzog Wartislav VI. an, und bezwang die Bürger und befahl ihnen, den Rath wieder einzusetzen. Unterdes war einer von den Ratsherren, Namens Done, gestorben. Als daher nun der gesamte Rat in seinen Ehrenstand feierlich wieder eingesetzt wurde, da nahmen den toten Ratsherrn Done seine Freunde und setzten ihn in seinen Ratsstuhl, gleichwie sich die Lebenden hinsetzten, damit anzuzeigen, dass er ohne Recht und Ursache wäre vertrieben, und aller seiner Ehre wieder teilhaftig worden.

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