Der kopflose Reiter von Rüssow bei Neubrandenburg.

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 4
Autor: Von F. C. W. Jacoby zu Neu-Brandenburg, Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Küssow, Neubrandenburg,
Von der Zeit an, wenn die Kartoffeln ansetzten bis zu ihrer Einsammlung im Herbst mussten die Küssower bei Neubrandenburg der Reihe regelmäßig des Nachts Wache halten, um die wilden Schweine, deren es in der Umgegend überaus viele gab, von ihren Kartoffelpflanzungen im freien Felde abzuhalten.

Als der Weber K. einmal die Wache hatte, war es eine schöne, stille Nacht; die Mitternachtsstunde nahte schon und noch war von wilden Schweinen keine Spur. Da dachte er, heute kommen wohl gar keine und begann sich eine Pfeife zurecht zu machen.

Gerade als er damit fertig ist, hört er ein Pferd im Schritt sich nähern; er sieht dahin und denkt, als er ein Pferd mit einem Reiter bemerkt, es sei der Gutsherr, der noch zum Revidieren komme.

Er bleibt ruhig stehen und erwartet, dass der Reiter vor ihm vorüberreiten werde; allein der biegt gerade auf ihn zu, so dass er kaum Zeit hat, auszuweichen. Als er keinen: „Guten Abend!" hört, wundert er sich und sieht erstaunt dem Reiter nach, der ungefähr 3 bis 4 Schritte vorüber ist; aber zu seinem großen Schrecken gewahrt er, dass derselbe keinen Kopf hat.

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