Der ermordete Herzog Wartislav.

Aus: Die Volkssagen von Pommern und Rügen
Autor: Gesammelt von Temme, Jodocus Donatus Hubertus (1798-1881) Politiker, Jurist und Schriftsteller, Erscheinungsjahr: 1840

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Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Pommern, Peene, Kloster Stolpe
Auf der Stelle, wo das ehemalige Kloster Stolpe an der Peene steht, ist vor vielen Jahren, die Geschichtsschreiber streiten, ob es im Jahre 1135 oder 1136 gewesen sei, der Herzog Wartislav erschlagen worden. Dieser Herzog ließ sich die Verbreitung des christlichen Glaubens in seinem Lande sehr angelegen sein, darum hatte er viele Feinde unter den Heiden, die ihn verfolgten und ihm nach dem Leben stellten. Zuletzt hatten sie einen Mörder gedungen, der den Herzog überfiel, als er einstmals nach einer Jagd am Wege eingeschlafen war, und ihn meuchlings im Schlafe erdolchte. Der Fürst erwachte aber bei dem plötzlichen Überfalle, und obschon er die Todeswunde schon im Herzen trug, raffte er sich doch auf, und fiel nun seiner Seits über den Mörder her, mit solcher Gewalt, dass er ihm die Kinnbacken auseinanderriss, und so der Mörder und Gemordete zu gleicher Zeit starben.

An der Stätte, wo dieses sich zutrug, ließ Ratibor, des Herzogs jüngerer Bruder und Nachfolger, im Jahre 1150 oder 1153 das Kloster Stolpe erbauen, in welches er Zisterzienser- oder wie Andere wollen, Benediktiner-Mönche rief.

Geschichte der Klöster in Pommern, von Steinbrück, S. 139,
Pomm, Prov. Blätter, V. S. 158,
Kantzow, Pomerania, I. S. 138.
Temme, Jodocus Donatus Hubertus (1798-1881) Politiker, Jurist und Schriftsteller

Temme, Jodocus Donatus Hubertus (1798-1881) Politiker, Jurist und Schriftsteller