Der bestrafte gottlose Ackersmann von Rostock

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 4
Autor: Von A. C. F. Krohn zu Penzlin, Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Rostock, Kessin, Hansdorf, Pfingstbier,
Zu Rostock lebte vor Jahren ein Ackersmann, ein recht roher, gottvergessener Mensch. Der ging einst zur Zeit einer langen Dürre hinaus auf's Feld, um seine Saaten zu besehen.

Als er hier gewahrte, wie traurig alles Getreide den Kopf hängen ließ und schier vor Trockenheit umkam, da fing er an zu toben und zu fluchen, und Gott zu lästern. In wahnsinniger Wut riss er seine Flinte, die er bei sich trug, ab, und schoss zum Himmel hinauf mit den Worten: „Hätt' ich Dich, ich wollt' Dir's vergelten."

Kaum war das grässliche Wort aus seinem Munde, da fiel ein Wetterschlag aus der klaren Luft. Der Lästerer war getroffen und lag für tot am Boden. Wohl kehrte das Leben wieder zurück, aber die Sprache war dahin und der Nacken gekrümmt, also dass er wie das unvernünftige Vieh nur zur Erde blicken und Haupt und Auge nicht mehr zum Himmel erheben konnte.

Irret Euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten!
Rostock - Markt, Marienkirche und Blutstraße

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Rostock - Giebelhäuser bei der Nicolaikirche

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Rostocker Umland mit Bauernhof, 1968

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