Der Schatzgräber von Kakeldütt bei Neu-Strelitz.

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 4
Autor: Von Friedr. Latendorf aus Neu-Strelitz, Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Schatzsucher
Im vorigen Jahrhundert streiften Zigeuner, Wahrsager, Bettler und Gesindel mancherlei Art durch die Länder, die ihren Unterhalt auf allerlei Nebenwegen zu finden wussten. So kam einst — wie mein Großvater seinen Kindern zu erzählen pflegte — ein alter abgedankter Soldat zu einem Bauernknecht in Kakeldütt, quartierte sich bei ihm ein und forderte ihn auf, mit ihm gemeinschaftlich einen Schatz in der dortigen Gegend zu heben. Vorher müsse er aber noch drei Tage warten; er bedürfe nämlich dazu dreier Nägel aus einem Kirchhofskreuze, und einen solchen ließen sich die Geister nicht ohne schweren Kampf fortnehmen. Mit diesen Nägeln wurde dann die aufgeworfene Erde gleichsam festgebannt, so dass sie, wenn ein solcher, so zu sagen, Geisternagel hineingesteckt war, nicht wieder auf den Schatz zurückfiel.

Zweimal war schon der Soldat bleich, aber jedesmal glücklich mit dem gesuchten Nagel zurückgekehrt. In der nächsten Nacht stand ihm nun der schwerste Kampf bevor; aber auch diesmal gelangte er zu seinem Ziel, wenn er auch kaum atmend und gespensterbleich bei seiner Rückkunft erschien.

Nun bedrängte er nochmals den Knecht auf das Inständigste, er habe ja nichts zu fürchten. Selbst wenn der Teufel mit einem glühenden Wagenrade auf ihn losfahre, müsse er doch unmittelbar vor ihm umkehren.

Der Knecht blieb unbeweglich; so ging denn der Soldat allein an sein Werk. Niemand aber erfuhr, ob er glücklich den Schatz gehoben, da er am nächsten Morgen nicht zurückkam; und nur eine offene Stelle im Acker ließ schließen, dass dort der Schatz verborgen gewesen.

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Schatzgräber in den Dünen

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Schatzkiste am Ostseestrand

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