Der Schatz in der Kirche zu Ankershagen bei Penzlin.

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 2
Autor: Gesammelt und herausgegeben von M. Dr. A. Niederhöffer, Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Ankershagen, Penzlin,
Bald nachdem die Burg zu Ankershagen zerstört worden war,*) haben die Mönche Besitz von dem Orte genommen. Bis zum dreißigjährigen Kriege sollen sich dieselben hier behauptet haben, dann aber plötzlich von dort vertrieben worden sein.

Nach einer alten Sage haben nun die Mönche, bei ihrer unerwarteten und schnellen Vertreibung, viele Schätze in Ankershagen zurücklassen müssen; dennoch aber sollen sie vor ihrem Abzuge doch noch soviel Zeit gefunden haben, um ihre sämtlichen Wertsachen auf die Seite zu schaffen und sie wohl zu verbergen.

Namentlich, meinen die Leute, ist wohl in der Kirche viel Gold und sonstige Kostbarkeiten von den Mönchen vermauert worden, welcher Glaube durch folgende Tatsache noch mehr Nahrung gewinnt:

Nach den Berichten der Ankershagener Prediger sollen nämlich immer, in Zwischenräumen von zwanzig bis fünf und zwanzig Jahren, ausländische Männer bei ihnen erscheinen und um Öffnung der Kirche bitten. Hat man ihren Wunsch erfüllt, und ihnen die Kirche geöffnet, dann sehen sie sich in derselben allenthalben ganz genau um, schlagen hier und dort prüfend mit einem kleinen mitgebrachten Hammer an die Mauern und entfernen sich darauf wieder. Die Sprache dieser Männer aber ist fremd, so auch ihr Aussehen und ihre Manieren.

*) Siehe Seite 215 bis 224 ersten Bandes, die Sage vom Raubritter Henning von Ankershagen.

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