Der Katzengrund bei Woldegk

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 4
Autor: Von F. C. W. Jacoby zu Neu-Brandenburg, Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Woldegk, Hinrichshagen, Hinrichshäger Wald, Göhren, Cantzow, Katzengrund, Aberglauben
Der frühere Landweg von Woldegk nach Hinrichshagen durchschnitt, ehe man den Hinrichshäger Wald erreichte, einen schmalen Talgrund, an den die Feldmarken von Hinrichshagen, Göhren und Cantzow stießen und der den Namen Katzengrund führt.

Hier soll es nie recht geheuer sein und mehr denn einmal ward dort zur Nachtzeit ein schwarzer Hund gesehen, der die Wanderer mit großen rollenden Augen angeblickt und sie in Schrecken gesetzt hatte. Andere wollten wieder ein ganzes Heer von wilden Katzen bemerkt haben, die in rasender Eile durch den Grund liefen und die Vorüberziehenden zu Grauen machten. Das Entsetzlichste war aber der Anblick eines schwarzen Reiters auf einem Schimmel, der alle Jahr einmal an einem bestimmten Tage hier herumritt, und dem noch vor etwa zehn Jahren, dem Volksglauben nach, ein Mann, Namens Suhr, zum Opfer gefallen ist.

Man fand diesen Mann nämlich an dem Wege, der durch den sogenannten Katzengrund führt, leblos liegen, ohne jegliche Spur einer Verletzung, und so bildete sich die Sage, der Mann habe den schwarzen Reiter auf dem Schimmel gesehen und davon den Tod genommen.

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