Der Hollerbusch in Feldberg, Mecklenburg-Strelitz

Aus: Deutsche Sagen: Herausgegeben von Heinrich Pröhle
Autor: Pröhle, Heinrich (1822-1895) deutscher Lehrer und Schriftsteller, Erscheinungsjahr: 1869
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Mecklenburg-Strelitz, Sagen und Märchen, Feldberg, Luzin, Hollerbusch
Der Flecken Feldberg in Mecklenburg-Strelitz ist in schöner Gegend belegen. Das klare Wasser des von Bergen umgebenen Haussees bietet die herrlichste Fernsicht, während in der Fortsetzung desselben, dem See Luzin, der beschränkte Blick sich überreich ergeht. Es ist die Farbe des Königssees, die aus dem Luzin verlockend anzieht. Steile Bergesufer sind nach der einen Seite mit hohen Buchen und üppigem Unterholz bestanden, nach der Feldberger Seite zu teils felsig, teils mit Ährenfeldern überzogen. Die bewaldete Seite wird „der Hollerbusch" genannt. Der Boden des ganzen Holzes ist mit Steinen übersät, teils mit mächtigen Blöcken, teils mit winzigen Steinchen.

Es heißt, ein Besitzer des Holzes habe dem Satan seine Seele verpfändet, wenn dieser in einem Tage eine steinerne Brücke über den Luzin errichten würde. Der Satan machte sich ans Werk und trug aus Nah und Fern die Steine zusammen. Oben als er zu bauen beginnen wollte, waren die vier und zwanzig Stunden verflossen. Der Bauer hatte seine Seele gerettet,- aber die Steine blieben zur Strafe auf seinem Grunde, eine Mahnung an das frevelhafte Spiel.

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