Der Burgwall Gömptow bei Fiedrichsruh, unweit Criwitz.

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 4
Autor: Gesammelt und herausgegeben von M. Dr. A. Niederhöffer, Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Friedrichsruh, Crivitz, Gömptow, Goldenbow, Goldenbohm, Raubritter, Raubnest, Teufelsburg, Teufelsbach
Der Hof Friedrichsruh bei Criwitz, der sonst Gömptow hieß, hatte diesen seinen früheren Namen der also genannten, schon 1385 zerstörten Burg entlehnt, die dort auf der Stelle stand, die noch heute „der Burgwall" heißt.

Die alte Burg gehörte bis zu ihrer Zerstörung den nun auch schon längst ausgestorbenen Grafen von Goldenbohm oder Goldenbow zu. Ihr letzter Besitzer und Bewohner war einer der kühnsten und verwegensten Raubritter, die es jemals gegeben hat; und er konnte dies auch wohl sein, da er unbezwinglich war und Niemand ihm etwas anhaben konnte. Er, samt allen seinen Leuten stand nämlich im Bündnisse mit dem Teufel, und dieser war ihm nun immer bei allen seinen Unternehmungen behilflich und rettete ihn und seine Mannen aus jeglicher Not und Gefahr. Hiervon kam es denn auch, dass man das unbesiegbare Raubnest Gömptow zuletzt nur noch die Teufelsburg nannte.

Als des Raubgrafen und seiner Leute Zeit abgelaufen war, da holte sich Meister Urian ihre armen Seelen, ihre Leiber warf er aber in den nahe vorbeifließenden kleinen Bach, der seit dem der Teufelsbach heißt.

Die hiernach ihres Teufelsschutzes ledig gewordene Burg wurde nun zerstört und dem Erdboden gleich gemacht.

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Vom genannten Teufelsbache wissen die Landleute allerlei schaurige Sachen und Geschichten zu erzählen; denn die vom Bösen Geholten einstmaligen Insassen der Burg Gömptow sollen dort noch immer herumspuken und ihr Wesen treiben.

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