Das seltsame Ochsenhorn in der Kirche zu Woldegk

Aus: Mecklenburgs Volkssagen. Band 2
Autor: Gesammelt und herausgegeben von M. Dr. A. Niederhöffer, Erscheinungsjahr: 1862
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg-Vorpommern, Sage, Volkssage, Woldegk, Viehseuche
Das freundliche Städtchen Woldegk, dessen Einwohner sich hauptsächlich von Ackerbau und Viehzucht nähren, wurde in alten Zeiten einmal von einer entsetzlichen Viehseuche heimgesucht. Obschon man sich mit Angst und Besorgnis bemühte, die noch gesunden Tiere vor der schrecklichen Krankheit zu bewahren, so half doch Alles nicht, und in kurzer Zeit war von dem sonst so reichen Viehstande der Stadt nichts mehr übrig, als ein einziger Ochse; denn sämtliche Rinder, Pferde, Schafe und Schweine waren eine Beute der Alles verheerenden Seuche geworden.

Auf diesen, merkwürdiger Weise allein verschont gebliebenen Ochsen richtete sich jetzt die allgemeine Sorgfalt, indem man bemüht war, ihn wenigstens am Leben zu erhalten.

Die achtsame Behandlung, das gute Futter, sowie die fette, üppige Stadtweide, auf die man den Ochsen getrieben, kräftigten denselben alsbald so sehr, dass er in kurzer Zeit eine solche Größe und Stärke erlangte, als wohl selten der Fall. Das Wunderbarste aber an ihm war ein Horn, das er dabei angesetzt hatte, von einer so außerordentlichen Länge und Form, wie man es noch nie zuvor gesehen.

Nach dem Tode des Ochsen hing man dies seltsame Horn, zur ewigen Erinnerung an den die Stadt so schwer betroffenen Schicksalsschlag, in der dortigen Kirche auf, und soll nun — einer alten Sage nach — so lange das Horn dort hängt, von allen Viehseuchen verschont bleiben.

Dies hat sich bis jetzt auch bewahrheitet, indem die ältesten Leute von keiner Viehseuche in Woldegk zu erzählen wissen.

Das seltsame Ochsenhorn in der Kirche zu Woldegk

Das freundliche Städtchen Woldegk, dessen Einwohner sich hauptsächlich von Ackerbau und Viehzucht nähren, wurde in alten Zeiten einmal von einer entsetzlichen Viehseuche heimgesucht. Obschon man sich mit Angst und Besorgnis bemühte, die noch gesunden Tiere vor der schrecklichen Krankheit zu bewahren, so half doch Alles nicht, und in kurzer Zeit war von dem sonst so reichen Viehstande der Stadt nichts mehr übrig, als ein einziger Ochse; denn sämtliche Rinder, Pferde, Schafe und Schweine waren eine Beute der Alles verheerenden Seuche geworden.

Auf diesen, merkwürdiger Weise allein verschont gebliebenen Ochsen richtete sich jetzt die allgemeine Sorgfalt, indem man bemüht war, ihn wenigstens am Leben zu erhalten.

Die achtsame Behandlung, das gute Futter, sowie die fette, üppige Stadtweide, auf die man den Ochsen getrieben, kräftigten denselben alsbald so sehr, dass er in kurzer Zeit eine solche Größe und Stärke erlangte, als wohl selten der Fall. Das Wunderbarste aber an ihm war ein Horn, das er dabei angesetzt hatte, von einer so außerordentlichen Länge und Form, wie man es noch nie zuvor gesehen.

Nach dem Tode des Ochsen hing man dies seltsame Horn, zur ewigen Erinnerung an den die Stadt so schwer betroffenen Schicksalsschlag, in der dortigen Kirche auf, und soll nun — einer alten Sage nach — so lange das Horn dort hängt, von allen Viehseuchen verschont bleiben.

Dies hat sich bis jetzt auch bewahrheitet, indem die ältesten Leute von keiner Viehseuche in Woldegk zu erzählen wissen.

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Noch jetzt befindet sich vorbenanntes Horn in der altertümlichen St. Petrus-Kirche zu Woldegk. Hinter der Kanzel hängt dasselbe, und Jedermann kann es dort noch heute sehen.

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